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Kaffeehausmusik mit der Stadtkapelle unter der Leitung von Marcus Graf im Jakob-Pfeiffer-Haus.

Kaffeehauskonzert im Jakob-Pfeiffer-Haus

Schongauer Stadtkapelle präsentiert Fest fürs Ohr

Schongau -  Ein übervolles Haus hatte die Stadtkapelle Schongau unter der Leitung von Marcus Graf am Sonntagnachmittag beim Kaffeehauskonzert im Jakob-Pfeiffer-Haus. Die begeisterten Besucher nahmen sogar mit Stehplätzen vorlieb.

Angesichts des großen Andrangs disponierten manche Besucher ihren Nachmittags-Plan kurzerhand um. Hausgebackenen Kuchen ohne Musik aber mit Sitzplatz zu Hause, wie zum Beispiel Paul Huber, der die Veranstaltung mit einem großen Kuchenpaket vorzeitig verließ.

Im Foyer hatten die Musikerfrauen ein riesiges Kuchenbuffet aufgebaut, das allerdings auch ein bisschen unter dem Massenandrang litt. Wer einen Sitzplatz ergattert hatte, wollte diesen ungern zum Kuchenkauf verlassen. Drinnen warteten dann dem Anlass entsprechend gedeckte Tische und eine riesige Bühne, auf der die rund 60 Musiker gerade so Platz fanden.

„Wir wollten auch Jungmusikern die Chance für einen Auftritt bieten. Einige sind heute zum ersten Mal mit dabei“, erzählte Dirigent Marcus Graf. Der hatte wieder allerhand musikalische Schätze ausgegraben und präsentierte mit seinen Musikern ein rundes Programm aus schmissigen Märschen, schwungvollen Polkas, beliebten Operetten-Melodien und Glen Miller-Sound. Ganz tief im Archiv gegraben hatte Marcus Graf laut Moderatorin Kathrin Beckstein für den berühmten „Ballsirenen-Walzer“ aus Franz Lehárs bekanntester Operette „Die lustige Witwe“. Das Ergebnis war ein passend auf die Stadtkapelle zugeschnittenes Original-Arrangement bestehend aus einem bunten Strauß Lehárs berühmtester Operetten-Melodien.

Ein weiteres musikalisches Schmankerl hatte im letzten Jahr das Südkoreanische Jugendblasorchester als Souvenir mit in die Lechstadt gebracht. „Arirang“ ist das beliebteste Volkslied der Koreaner und steht seit 2012 auf der UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“, wie Kathrin Beckstein ausführte.

Im Anschluss bewies die Stadtkapelle eindrucksvoll, dass sie auch „asiatisch“ kann. Das war aber nicht das einzige Land, in das die Musiker die Besucher entführten. „Auf einem persischen Markt“ nannte sich ein vom Engländer Albert Ketèlbey 1920 komponiertes Stück, das malerische Bilder aus Tausendundeine Nacht, wie Kameltreiber, den Auftritt eines Kalifen und einer Prinzessin heraufbeschwor. Die erhabene Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“ von Ulrich Röver und Michael Korb stammt zwar aus deutscher Feder, wurde aber in Schottland schon als Nationalhymne vorgeschlagen.

Und was es heißt, wenn man sich „Rosen in Tirol“ schenkt, weiß jeder, der die bekannte Melodie aus Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ kennt. Die Schongauer Musiker präsentierten sie in einem neuen Arrangement, bei dem Solist Michael Wühr am Bariton glänzte. Das alles wurde umrahmt mit nicht minder hörenswerten Zutaten, unter anderem dem Solostück „Only Drums“, bei dem Maxi Riedenauer am Schlagzeug wirbelte, der „Lustigen Dorfschmiede“ von Julius Fucik, bei der mit dem Hammer musiziert wurde, der „Bauern Polka“ von Johann Strauß, der Jubiläumspolka als Hommage an Ernst Mosch oder glanzvollem Glen Miller-Swing. Alles in allem ein Fest fürs Ohr und außerdem eine große organisatorische Leistung, für die sich Vorstand Michael Horn bei den Mitwirkenden herzlich bedankte.

Ursula Fröhlich

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