Aus dem Gericht

Zeuge mit Erinnerungslücken

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Schongau/Herzogsägmühle - Er war nicht besonders erhellend, der zweite Prozesstag um einen Hausmeisterhelfer aus Herzogsägmühle. Der 26-Jährige soll im Juli 2015 einen Spezl bedroht und bestohlen, nur wenige Tage später die Bedienung eines Spielcenters in Schongau überfallen haben.

Nebenbei wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, aus Herzogsägmühle mehrere Notebooks gestohlen zu haben, die dann ein mitangeklagter Spezl (49) aus Peiting zurücksetzen musste.

Der 49-Jährige, der sich nicht in Haft befindet, bestreitet die Vorwürfe seines technischen Beitrages. Er könne bei seinem Handy noch nicht einmal das Passwort ändern, ließ er das Gericht wissen. Der Hauptangeklagte erklärte sich zumindest soweit, dass die Notebooks nicht gestohlen gewesen wären, sondern von seiner in Hamburg lebenden Schwester stammten. Er hätte sie für 50 Euro gekauft, inklusive neu aufgespielter Software. Ein Polizist als Zeuge konnte lediglich den Verkauf von zwei Notebooks durch den Angeklagten in Augsburg bestätigen.

Große Erinnerungslücken

Der bedrohte Spezl hatte vor Gericht so seine Probleme, sich zu erinnern. Diverse Einzelheiten wusste er aber erstaunlicherweise ganz genau. „Ich bin schon bedroht worden“, wehrte er sich gegen die Zweifel des Verteidigers Frank Arnold. Und die waren sicher auch berechtigt angesichts der unsteten Aussage des Mannes.

Er wusste aber noch genau, dass er seine Geldbörse auf den Tisch gelegt und zum Hauptangeklagten gesagt hatte: „ Jetzt bekommst Du, was Du willst.“ Betrunken will er an diesem Abend nicht gewesen sein. Seine Sucht hatte er nach eigenen Worten einige Tages zuvor beendet. Bis heute hat er keinen Alkohol mehr angerührt. Der Prozess dauert an.

Rubriklistenbild: © dpa

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