Die Pläne in Schongau

Neue Grundschule kostet 17,2 Millionen Euro

Schongau - 20,5 Millionen Euro: Das ist die geplante Bausumme für den Neubau der Grund- und die Erweiterung der Mittelschule. Die Architekten haben aber noch einen Risikopuffer eingeplant.

Ruhig war es um den Schulzentrums-Umbau geworden, seitdem vor mehr als einem Jahr nach einem Architektenwettbewerb die „Arge keiner balda + Maier Neuberger Projekte GmbH“ als überlegener Sieger hervorgegangen war. Doch im Hintergrund liefen die Planungen auf Hochtouren. Am Dienstagabend stellten Architekt Franz Balda und Projektleiter Martin Wellnhofer die Vorentwurfsplanung mitsamt Kostenschätzung im Stadtrat vor. Die einzigen Änderungen zum ursprünglichen Entwurf waren der Anbau an der Mittelschule, der anders vorgesehen war, und eine bislang nicht vorgesehene zweite Hortgruppe. „Aber wir konnten alle Interessen umsetzen“, sagte Balda.

-Der Zeitplan

Schüler, Lehrer und Eltern können sich auf eine jahrelange Baustelle beim Schulzentrum einstellen. Die ersten Arbeiten für die Fernwärme-Versorgung finden noch außerhalb statt (Bericht folgt), doch bereits im Herbst 2016 sollen die ersten Teile des Schulzentrums, nämlich im Bereich des Hortes, abgerissen werden. An der Bürgermeister-Lechenbauer-Straße geht es dann auch mit dem Bau los, von 2017 bis 2019 soll dort die neue Grundschule entstehen, parallel mit dem Anbau an die Realschule. „Der Schulbetrieb kann dabei aufrecht erhalten werden“, betonte Balda.

Erst wenn der Realschul-Anbau fertig ist, können die Container abgerissen werden - und das ist zwingend nötig, um an dieser Stelle Platz für die Gymnasiums-Erweiterung zu schaffen, die als zweiter Bauabschnitt zwischen 2018 und 2020 vorgesehen ist. Danach folgt der dritte Bauabschnitt, nämlich nach Fertigstellung der Grundschule der Abriss der alten Räume (mit Ausnahme des Y-Baus) und der Abriss des maroden Gymnasiums-Kollegstufenbaus. Zum Schluss folgt schließlich zwischen 2020 und 2022 noch die Erweiterung der Mittelschule.

-Die Grundschule

In der Grundschule wird die Aula, die über zwei Geschosse reicht, das „Herz der Anlage“ werden, so Balda. Sie ist sogar erweiterbar mit den angrenzenden Musik- und Mehrzweckräumen und bietet so eine Menge Platz. Sie bildet den einen der vier charakteristischen Viereck-bauten, die an allen Schulen gebaut werden. In einem weiteren ist die neue Turnhalle, in den anderen beiden Klassenräume plus Mensa für Grund- und Realschule. Das Klassen-Konzept ist für den Ganztagsunterricht ausgerichtet: Jeweils vier Klassen und zwei Gruppenräume bilden ein sogenanntes Cluster rund um ein Forum, das auch zum Unterricht außerhalb der Klasse genutzt werden soll. „Damit löst man den klassischen Frontal-Unterricht auf“, sagte Balda und holte sich damit Lob von Lehrer Gregor Schuppe (ALS) ab: „Das pädagogische Konzept ist sehr gelungen“, fand er. Von außen prägend sollen die umlaufenden Balkone werden, die gleichzeitig als Fluchtwege dienen.

-Die Mittelschule

Der eingeschossige Mittelschul-Anbau mit fünf Räumen ist vom Aufwand überschaubar und könnte eventuell sogar in Holzbauweise errichtet werden. „Da müssen wir aber noch den Brandschutz abklären“, so Balda. Positiver Nebeneffekt des Anbaus: Es entsteht ein eigener, von drei Seiten umschlossener Außenbereich, den Balda „grünes Klassenzimmer“ getauft hat.

-Der Außenbereich

Auch im Außenbereich soll sich einiges tun, denn durch die Umbauten und Abrisse werde man auf dem Gelände viele Narben hinterlassen. „Da kann man nicht einfach nur Kies aufschütten“, so Balda. Die Idee ist: Jede Schule soll ihren eigenen Bereich haben, aber ein zentraler Weg alle verbinden. Dazu sind noch ein Schulgarten und ein Soccerplatz vorgesehen.

-Die Kosten

Der „Fluch der ersten Zahl“ ist schon oft im Stadtrat diskutiert worden: An einer Grobschätzung der Kosten orientiert man sich, fast immer kommen danach Preissteigerungen heraus. Architekt Balda betont aber, dass ihre Zahlen Substanz hätten und relativ scharf seien. „Uns war wichtig, dass wir nicht etwas in den Raum stellen, was nicht haltbar ist.“ Für die Grundschule stellen sich die Kosten laut Wellnhofer folgendermaßen dar: Allein die Abbrucharbeiten schlagen mit 873 000 Euro zu Buche, das Gebäude selbst kostet 8,2 Millionen Euro, die technische Ausstattung unter anderem mit der wichtigen Be- und Entlüftung für ein gutes Raumklima 3,7 Millionen, die Außenanlagen 1,3 Millionen, Möbel 540 000 Euro sowie Honorare und Gutachten 2,6 Millionen - macht 17,2 Millionen Euro. Die Preissteigerung bis zum Baubeginn 2017 haben die Architekten mit 877 000 Euro eingeplant, als Risikopuffer rund 1,5 Millionen. Bei der Mittelschule sollen es 3,3 Millionen werden, mit Risikopuffer und Preissteigerung wären es fast vier Millionen.

bo

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schongauer Stadtbus fährt samstags weiter kostenlos
Gut angenommen worden ist im vergangenen Jahr das neue Angebot des Stadtbusses, der seit Sommer seine Fahrgäste auch samstags beförderte – und zwar kostenlos. So gut, …
Schongauer Stadtbus fährt samstags weiter kostenlos
„Anti-Abschiebe-Industrie“: Dobrindt liefert „Unwort des Jahres“ - das sagt er selbst dazu
Der vom örtlichen CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt benutzte Begriff „Anti-Abschiebe-Industrie“ wurde diese Woche zum „Unwort des Jahres“ 2018 gewählt. Was …
„Anti-Abschiebe-Industrie“: Dobrindt liefert „Unwort des Jahres“ - das sagt er selbst dazu
LTE-Ausbau im Landkreis: In Prem hat man besten Empfang - allerdings nur mitten auf dem Fußballplatz
Die Funklöcher in Deutschland sollen geschlossen werden - im Landkreis Weilheim-Schongau eine große Aufgabe: Die Netzabdeckung mit LTE ist vor allem im Altlandkreis …
LTE-Ausbau im Landkreis: In Prem hat man besten Empfang - allerdings nur mitten auf dem Fußballplatz
Mann will Autofahrerin (81) überholen: Die wehrt sich vehement - bis es kracht
Mit einer uneinsichtigen älteren Dame bekam es die Polizei am Donnerstag in Reichling zu tun. Die 81-Jährige war mit ihrem Wagen innerorts unterwegs und wollte sich …
Mann will Autofahrerin (81) überholen: Die wehrt sich vehement - bis es kracht

Kommentare