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Josef „Seppi“ Frühschütz-Grüning mit seiner Zoom-Brille aus Alu, die er für den Landesentscheid durch eine neue Kunststoffbrille ersetzten möchte. Die zwei Probe-Gläser im Schraubstock haben den ersten Test schon mal bestanden.

Schüler experimentieren in Dingolfing

Mit neuer Zoom-Brille zum Landeswettbewerb

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Bad Bayersoien - Schon nervös? "Ein bisserl schon." Der Josef "Seppi" Frühschütz-Grüning aus Bad Bayersoien fährt am Montagmorgen zum Landeswettbewerb von Schüler experimentieren (Jugend forscht). Mit im Gepäcke: Seine nagelneue Zoom-Brille.

Wer zu Josef „Seppi“ Frühschütz-Grüning ins Kinderzimmer will, muss nicht anklopfen, sondern klingeln. Neben dem Türstock hängt ein schwarzes Kabel herab – einfach dran ziehen, dann ringt die Glocke und der 14-Jährige weiß, dass er gebraucht wird. „Die habe ich selber gebaut“, sagt er voller Stolz, steht auf, geht zu seinem Kleiderschrank und öffnet dessen rechte Tür. In der Tiefe des mittleren Fachs sind diverse Schulsachen verstaut, die zu Bettgehzeiten selbst bei Zimmerlicht kaum erkennbar sind. Seppis Lösung: Ein batteriebetriebenes Lämplein, eingeschraubt in die Schrankwand.

Lampe und Klingel sind nur zwei Bastel-Beispiele, mit denen der Realschüler aus Bad Bayersoien sein Zimmer aufgepimpt hat. Doch Zeit für weitere technische Highlights zwischen den hellgrün-weißen Wänden hat der leidenschaftliche Eishockey-Spieler (EA Schongau) derzeit nicht. Am Montag fährt er mit Papa Reiner ins 200 Kilometer entfernte BMW-Werk in Dingolfing, wo zwei Tage lang der Landeswettbewerb von Schüler experimentieren stattfindet.

So funktioniert die Zoom-Brille

Im Kofferraum dann sicher verstaut: Zahnbürste und Zoom-Brille. Letztere ist Seppis so erfolgreiche Erfindung, die ihn im Kreise der Nachwuchsforscher weit gebracht hat. Die Zoom-Brille vereint alle möglichen Gleitsichtbrillen zu einer, „weil man das Dioptrien selbst einstellen kann.“ Wie? „In dem man Wasser in den Zwischenraum spritzt, der von zwei klaren Kunststofffolien (Gläser) abgedichtet wird. So spare man sich Lese- und Autofahr-Brille.

Mit dieser Erfindung setzte sich Seppi Ende Februar beim Regionalentscheid von Schüler experimentieren in Schongaus Lechsporthalle durch. Und jetzt? „Ein erster Platz wäre cool, aber das wird gegen die Besten aus ganz Bayern richtig schwer.“ Wie es trotzdem klappt? „Mit einer neuen, noch besseren Brille.“

Das Projekt angefangen hat Seppi mit zwei Klassenkameraden, mit denen er bereits 2015 bei Jugend forscht teilnahm. Damals bestand die Brille aus einem schweren sperrigen Holzklotz. Aber die Idee an sich ist gut. Deshalb bleibt Seppi dran, entwickelt die Zoom-Brille weiter. Die kleinere, formvollendete Version aus Kunststoff und Aluminium bringt ihm letztlich den gewünschten Erfolg, der nun mit einer noch besseren Version bestätigt werden soll: „Mit einer reinen Kunststoffbrille, die noch leichter ist“.

Lukas Muthsam aus Asch (Fuchstal) hat sich auch für den Landeswettbewerb qualifiziert

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