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Auszeichnung für die Streitschlichter an der Pfaffenwinkel-Realschule. Von links Sahil Arora, Tom Tasler, Johannes Rauch und Felix Ihle.

Pfaffenwinkel-Realschule Schongau

140 Schüler sollen sich "nicht die Lederhose ausziehen lassen!"

Schongau - „Wie die Zeit vergeht …“ Unter diesem Motto fand heuer erstmals in der Lechsporthalle die Abschlussfeier der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau statt. So konnten die 140 Absolventen alle Gäste einladen, und über 500 Besucher sorgten für einen würdigen Rahmen der Feier.

Schulleiter Armin Eder ging in seiner Ansprache auf einige Fakten ein, die den Abschlussjahrgang 2016 zu einem besonderen machten. Alle Absolventen, die ihren Aufenthalt nicht verlängert hätten oder an die Schule gewechselt seien, hätten mit ihm im September 2010 angefangen. Er habe mit ihnen als Kinder beginnen dürfen und sei nun ganz stolz, heute reizende junge Damen und gestandene Männer in die Freiheit entlassen zu dürfen.

Die Klasse 10b mit nur 13 Schülern und zwei weitere Klassen mit nur 16 und 18 Kindern hätten auch die wissenschaftliche These widerlegt, wonach in kleineren Klassen bessere Ergebnisse erzielt würden: „Weit gefehlt – auch in kleinen Klassen kann man Fünfer und Sechser am Band produzieren!“

Als Zeichen der Reife wertete Eder, dass die Schülersprecher mit einer intelligenten Begründung auf einen Abschlussstreich verzichtet hätten: da ein durchdachter Streich aus Kapazitätsgründen nicht möglich gewesen sei, hätten sie auch keinen durchziehen wollen, der „nur ein Schmarrn und bloß peinlich“ sei – wenn ihnen dabei auch Herr Buchner einen der letzten Vorschläge in diese Richtung noch habe ausreden müssen.

Mit einem Appell gegen den Zeitgeist des „anything goes“ beendete Rektor Eder seine Ansprache. Unter Hinweis auf seine Lederhose, die er zu diesem Ehrentag angezogen habe und die mit den damit verbundenen Traditionen die Werte symbolisiere, die in Bayern wichtig seien, bat er: „Lasst Euch die Werte nicht nehmen und Eure Lederhosen nicht ausziehen! Ihr, der besondere Jahrgang 2016, seid dabei meine große Hoffnung.“

Helge Mandak, der Vorsitzende des Elternbeirats, stellte fest, dass für die Absolventen in der nächsten Zeit ein anderer Stundenplan gelte: Baden gehen, ausspannen, chillen. Sie hätten alle eine Auszeit verdient. Allerdings wies er darauf hin, dass auf dem künftigen Lebensweg weitere Prüfungen warteten. „Eine neue Prüfung oder eine neue Anforderung ist für uns wie ein Sandkorn für eine Auster: Unangenehm, kratzend, ein Fremdkörper! Aber mit der Zeit und durch intensive Bearbeitung wird aus diesem Sandkorn eine wertvolle Perle.“

Die beiden Schülersprecher Marius Haberstock und Sahil Arora waren zunächst nicht auf eine Ansprache gefasst. Schließlich philosophierte Sahil über eine Beobachtung, die er schon vor einiger Zeit gemacht hatte: „Die Menschen wollen immer das, was sie nicht haben: in Europa sind die Menschen weiß, sie wollen aber im Sommer möglichst braun werden. In Indien, wo ich herkomme, sind die Menschen braun und unternehmen alles Mögliche, um eine helle Haut zu bekommen – fast so wie Michael Jackson. Jetzt wollen wir die Schule nicht mehr, aber vielleicht werden wir sie einmal vermissen. Es war eine schöne Zeit – für manche vielleicht ein bisschen länger, aber trotzdem …“

Nach der feierlichen Übergabe der Zeugnisse war es an der Zeit, das besondere Engagement einiger Schülerinnen und Schüler sowie die besten Prüfungsergebnisse zu würdigen. Melanie Baudy, Robin Neumann, Theresa Pracht, Emilia Weiglmeier, Lara Graupner und Elisabeth Gramberg wurden für ihr Engagement in der Schüler-Lese-Bücherei genauso ausgezeichnet wie Sahil Arora, Tom Tasler, Johannes Rauch und Felix Ihle aus der Gruppe der Streitschlichter.

Für das beste Ergebnis der vollständigen Abschlussprüfung (Notendurchschnitt 1,08) und gleichzeitig das beste Ergebnis im kaufmännischen Bereich wurde die Burggenerin Anna-Lena Krause aus der Klasse 10c geehrt. Zusammen mit ihr wurde auch an Franziska Geiger (Birkland, Klasse 10d, zweitbestes Gesamtergebnis mit 1,09 und bestes Ergebnis im sprachlichen Bereich) und an Sophia Thurner (Bad Bayersoien, Klasse 10c und mit 1,17 das drittbeste Gesamtergebnis) von Stephanie Klotz als Vertreterin der Frank-Hirschvogel-Stiftung ein Geschenk und eine Geldprämie überreicht.

Im hauswirtschaftlichen Bereich erzielte Ramona Bellmund (Burggen, Klasse 10g) mit einem Durchschnitt von 1,42 das beste Ergebnis, während Maximilian Lory (Burggen, Klasse 10a) mit einem Durchschnitt von 1,55 und dem besten Ergebnis im technischen Bereich die Ehre der männlichen Absolventen retten konnte.

Helmut Bernhardt

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