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Interessierte Zuhörer: (Vordere Reihe v.l.) Schulleiter Peter Glück, Schulen ohne Rassismus-Regionalkoordinator Südbayern Ron Otto und die Paten Robert Domes, Dr. Irene Epple-Waigel und Karl Heinz Grehl.

Herzogsägmühle

Gegen Diskriminierung aufstehen

Herzogsägmühle - Ein Zeichen gegen Rassismus setzen die Albrecht-Schnitter-Berufsschule und die Liselotte-von-Lepel-Gnitz-Schule, Fachschule für Heilerziehungspflege. Sie schlossen sich der europäischen Jugendinitiative „Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage“ an.

Die Initiative „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ (SOR-SMC) entstand 1988 in Belgien. In Deutschland wurde es 1995 vom Verein „Aktion Courage“ angesichts zunehmender rassistisch und rechtsextremistisch motivierter Gewalt initiiert.

Die Grundidee ist, dass mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen oder arbeiten, eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Zudem soll einmal im Jahr an der Schule ein Projekttag zum Thema stattfinden. „Das hier ist der Beginn eines Weges. Aufgabe ist es, durch aktives Einschreiten langfristig Diskriminierung zu überwinden“, erklärte Ron Otto, Regionalkoordinator von SOR-SMC Südbayern. „Der wertvolle Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen ist originäre Aufgabe unserer Gesellschaft“, bekundete Schulleiter der Albrecht-Schnitter-Schule. „Alle Menschen können Opfer werden, auch an unserer Schule. Wichtig ist die Auseinandersetzung im täglichen Miteinander“, fügte Stefan Flach-Bulwan von der HEP-Schule hinzu.

Einige Schüler erzählten, warum sie sich der Initiative „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ angeschlossen haben.

Als Paten für ihr Vorhaben, sich couragiert gegen Rassismus einzusetzen, hatten die Schulen das ehemalige Mitglied des Ski-Nationalkaders Dr. Irene Epple-Waigel, den Journalisten und Schriftsteller Robert Domes sowie den stellvertretenden Landrat Karl Heinz Grehl gewinnen können. Es sei nicht nur wichtig in Sport und Gesellschaft gegenseitige Achtung und Respekt zu leben, sondern das auch auf die Politik zu übertragen, betonte Dr. Irene Epple-Waigel. Robert Domes, der sich mit der NS-Vergangenheit in Herzogsägmühle beschäftigt hat, drückte die Hoffnung aus, dass offene diskussionsfreudige Schüler und ein achtsamer Umgang miteinander helfen, „dass der Geist von damals nicht wieder auftaucht“. „Respekt!“, bekundete Karl Heinz Grehl den Schülern. In einer Zeit, in der man mit Lügen und rassistischen Schimpftiraden amerikanischer Präsident werden könne und in der jeder über soziale Medien im Internet rassistische Meldungen verbreiten kann und die Demokratie in vielen Ländern auf der Kippe stehe, sei es mutig gegen diskriminierende Handlungen vorzugehen. „Alle gegen jede Form der Diskriminierung aufstehen. Das ist genau der Weg, den wir gehen Müssen“, so Grehl. Es sei wichtig, „in jedem Menschen einfach nur einen Mitmenschen zu sehen, egal wo die Leute herkommen und welche Sprache sie sprechen. „Lassen Sie sich nicht beirren. Ich hoffe, dass Sie immer wieder Schüler finden, die bereit sind, sich gegen Rassismus einzusetzen“, so Grehl bei der kleinen Feierstunde zur Ausnahme der Schulen in die Initiative SOR-SMC.

Einige Schüler der beiden Schulen erzählten ganz offen, dass sie selbst schon einmal andere diskriminiert hätten und auch selbst schon diskriminiert worden seien. Daraus haben sie gelernt: Aus dieser Erfahrung heraus haben sie sich entschlossen, die Initiative zu unterstützen und jedem Menschen ohne Vorurteile zu begegnen.

Ursula Fröhlich

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