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So soll der Kreisverkehr am Schongauer Schulzentrum künftig ausschauen. Neu wird die Straße Richtung Haus für Kinder, die auch Zufahrt für den Gartenweg wird – die direkte Ein- und Ausfahrt wird gesperrt (im Bild links). Rechts neben dem Kreisverkehr wird noch eine Querungshilfe eingebaut. In der Grafik rechts ist die neue Hol- und Bringzone zu sehen. 

Schulzentrum

Planung für neuen Schongauer Kreisverkehr steht

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In einer Sondersitzung hat der Stadtrat am Dienstagabend die Pläne für den künftigen Kreisverkehr am Schulzentrum festgezurrt. Auch eine Hol- und Bringzone an der Marktoberdorfer Straße wird kommen, ebenso die direkte Zu- und Ausfahrt in den Gartenweg. Die Kosten belaufen sich auf fast eine Million Euro. Umsetzung ist aber frühestens 2019.

Schongau

– Bereits vergangenen Juli, als das Verkehrskonzept für den Bereich erstmals vorgestellt worden war, hatten sich die Stadträte bei der künftigen Kreuzung zwischen Schulzentrum und dem neuen Haus für Kinder für einen Kreisverkehr entschieden – und gegen eine Ampel, die der Verkehrsgutachter vorgeschlagen hatte. Das blieb auch in der Sitzung am Dienstagabend so, als Fachplaner Holger Theisen die vertieften Untersuchungen darlegte. Die Ampellösung hatte er zwar auch noch untersucht, sie schied aber schnell aus – zumal sie wegen der technischen Folgekosten mit 637 000 Euro deutlich teurer kommen würde als der um 200 000 Euro billigere Kreisverkehr.

Diskussion über Querung an der Marktoberdorfer Straße

Der Kreisel hätte einen Durchmesser von 28 Metern, was gut zwei Meter über dem Mindestdurchmesser liegt, aber auch nicht üppig ist, wie Theisen zugab – es ist einfach nicht genügend Platz, und die Autofahrer sollen schließlich ohne enge Kurven zum Haus für Kinder und den Parkplatz am ehemaligen Aldi fahren können. Theisen hatte zwei Möglichkeiten untersucht: bei der einen bleiben die Bushaltestellen, wie sie sind, bei der anderen wird der Kreisel etwas verschoben und die Haltestelle stadtauswärts verlegt und gegenüber des Bushalts an der anderen Straßenseite situiert. Einen Unterschied gab es auch noch bei den Kosten, die bei der zweiten Variante wegen der Verlagerung des Bushalts mit 477 000 Euro deutlich teurer wäre als die 437 000 Euro der anderen Variante.

Bei der folgenden Diskussion war ein anderer Aspekt wichtiger: Wo gibt es eine Querungsmöglichkeit für Kinder über die vielbefahrene Marktoberdorfer Straße? Siegfried Müller (ALS) plädierte vehement für Zebrastreifen kurz nach den Kreisverkehr-Ausfahrten, was auch der ADAC fordere. „Denn wenn ein Auto aus dem Kreisverkehr ausfährt, hat der Fußgänger Vorrang. Nur weiß das keiner, deshalb könnten wir es so deutlich machen.“ Paul Huber (CSU) war dagegen der Meinung, die Kinder sollten wie bisher durch die Unterführung gehen, die die sicherste Variante sei. Ilona Böse (SPD) dagegen war für eine Querungshilfe, zumal die im Gegensatz zur Unterführung barrierefrei wäre.

Helmut Hunger (CSU) brachte eine zusätzliche Röhre als Unterquerung auf der anderen Kreisel-Seite ins Spiel, doch da sei alles voller Rohre, winkte Theisen ab. Michael Eberle (CSU) wiederum war für eine Überquerungshilfe fast auf Höhe der Haldenbergerstraße, also 40 Meter vom Kreisel weg, um Fußgänger schon vor dem Kreisel abzuleiten. „Das funktioniert nicht“, warnte Gregor Schuppe (ALS).

Hol- und Bringzone setzt sich knapp durch

In der folgenden komplizierten Abstimmung, die einstimmig für den Kreisverkehr und mit 18:4 gegen eine Verlegung der Bushaltestelle ausfiel, stimmten die Stadträte schließlich mit 21:1 Stimmen für eine Querungshilfe, und knapp mit 12:9 setzte sich die Variante nahe des Kreisverkehrs durch.

Das war aber nicht die einzige Entscheidung. Beschlossen wurde auch mit 20:2 Stimmen, die Zufahrt von der Marktoberdorfer Straße in den Gartenweg (und umgekehrt) zu untersagen, wie es ebenfalls bereits vergangenen Juli angedacht war. Der Verkehr soll nur noch über den künftigen Kreisverkehr entlang am Haus für Kinder laufen. „Damit soll der Gartenweg entlastet werden“, sagte Theisen. Für Eberle eine gute Lösung, weil sowohl die Anwohner am Gartenweg, als auch an der Haldenbergerstraße, wo die Haus für Kinder-Zufahrt früher einmal angedacht war, aufatmen könnten. Weil das Gelände aufgefüllt werden und eine Stützmauer gebaut werden muss, kostet die Straße, die auch das Haus für Kinder anschließt, 262 000 Euro.

Knapp mit 12:10 Stimmen setzte sich auch die 140 000 Euro teure Hol- und Bringzone durch, das I-Tüpfelchen dagegen – eine Verlegung des bestehenden Parkplatzes am Gartenweg, damit Radler zur Unterführung nicht mehr über den Parkplatz fahren müssen – wurde verschoben.

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