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Rund 150 Zuhörer verfolgten im Gasthaus Schäferwirt den Ausführungen von Bürgermeister Norbert Essich, der über abgeschlossene und geplante Vorhaben berichtete.

Bürgerversammlung Schwabbruck

Schwabbrucker Welt ist noch in Ordnung

Schwabbruck - Eine sensationell geringe Pro-Kopf-Verschuldung, eine große Investition in die Abwasser-Beseitigung und eine begeisterte Landrätin: Das waren die Eckpunkte der Bürgerversammlung in Schwabbruck.

Flächenmäßig die kleinste Gemeinde, von den Einwohnern (982) her die zweitkleinste Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau: Und dennoch konnte Bürgermeister Norbert Essich bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Schäferwirt für seine Gemeinde mit einer außergewöhnlichen Zahl aufwarten. „Unser Schuldenstand beträgt derzeit 68 820 Euro, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 72,83 Euro pro Einwohner“, berichtete er aus dem gerade beschlossenen Haushalt (Bericht folgt).

In seinem Jahresbericht präsentierte Essich den Schwabbruckern zum einen die wichtigsten Eckdaten aus dem abgelaufenen Haushaltsjahr, zum anderen blickte er auch auf abgeschlossene Vorhaben bzw. Projekte zurück. So erwähnte er unter anderem die gute Zusammenarbeit mit der Gärtnergruppe der Herzogsägmühle, die an sechs Terminen im vergangenen Jahr und für rund 1123 Euro die Grünflächen im Ort gemäht haben. Über sanierte Rosenkranzkapelle, die aufgestellten und von den Bürgern gut angenommenen Hundeklos und die neu-aufgestellten fünf Mülleimer kam Essich auch auf das Feldkreuz an der Leite, oberhalb von Schwabbruck, zu sprechen: „Das ist ein toller Platz, ein wunderbares Fleckchen, da kommt man zur Ruhe“, so Essich.

Und weil ein Unbekannter vom dortigen Feldkreuz die Christusfigur gestohlen hat, hat die Gemeinde eine neue angeschafft. „Außerdem bekommt das Feldkreuz eine eigene kleine Kapelle, die unser Wolfgang Leier bei sich gebaut hat, und eine Panoramakarte“, führte Essich weiter aus.

Norbert Essich legte Rechenschaft ab.

Neben dem Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeugs und dem Grunderwerb für den Wohnungsbau ist die Kläranlage das größte Projekt in diesem Jahr in Schwabbruck: „Die Wasserqualität ist zu gering, es geht zu viel Biologie von der Kläranlage in die Schönach“, so der Rathauschef. Aus diesem Grund hat sich der Gemeinderat mit diesem Thema befasst und drei Möglichkeiten erarbeitet. Variante eins sieht die Ertüchtigung der vorhandenen Kläranlage und den Bau eines Klärteichs vor. Eine andere Möglichkeit wäre der Anschluss der Kläranlage über den Kanal der Firma Hochland und das Einleiten in den Lech. „Wir favorisieren im Gemeinderat aber eher die Möglichkeit, unser Abwasser über Altenstadt in die Kläranlage Schongau einzuleiten“, so Essich. Diesbezüglich habe man mit allen Beteiligten bereits Gespräche geführt, ein Planungsbüro ermittelt derzeit die Kosten. Um nicht alle gemeindlichen Rücklagen aufzubrauchen, nimmt die Gemeinde in diesem Jahr für alle anstehenden Investitionen einen Kredit über eine Million Euro auf.

Natürlich kam auch Schwabbrucks Bürgermeister in diesen Tagen – zumal auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß anwesend war – nicht am Thema Asyl vorbei. „Bei uns leben derzeit 16 Flüchtlinge in drei Familien, das sind ganz nette Menschen, super- lieb und freundlich, und sie lernen ganz fleißig Deutsch.“ „Die Zahl 16 entspricht bei unserer Einwohnerzahl einer Prozentzahl von 1,62, der Landkreis hat im Durchschnitt 1,43 Prozent Flüchtlinge aufgenommen, wir stehen also sehr gut da“, sagte Essich und dankte im gleichen Atemzug den engagierten Mitgliedern des Asyl-Helferkreises im Ort. „Die machen eine klasse Sache.“

Diesem Lob schloss sich auch die Landrätin an, die einen allgemeinen Überblick über die Asyl-Situation im Landkreis sowie über die vielfältigen Bau- und Investitionsmaßnahmen des Landkreises gab. Angesichts der erwähnt-geringen Verschuldung Schwabbrucks, der 100 MBit-Breitband-Versorgung und dem Bau des öffentlichen WC’s am Leichenhaus, geriet Andrea-Jochner-Weiß fast ins Schwärmen: „Ich hab’ das Gefühl, in Schwabbruck ist die Welt noch in Ordnung.“

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