Hatte sichtlich Spaß bei seinem Gastspiel im Kuhstall: Kabarettist Stefan Kröll präsentierte den „Goldrausch 2.0“.
+
Hatte sichtlich Spaß bei seinem Gastspiel im Kuhstall: Kabarettist Stefan Kröll präsentierte den „Goldrausch 2.0“.

Kabarettist Stefan Kröll mit seinem Programm „Goldrausch 2.0“ im Schäferwirt-Kuhstall – Feinfühlig beim Thema Erotik

Anspruchsvoll-witzige Show

Was war das für ein Spaß im Kuhstall des Gasthauses Schäferwirt in Schwabbruck: Wirt Stephan Kögl hatte zu seinem Kulturherbst den Kabarettisten Stefan Kröll eingeladen. Und der präsentierte eine fantastisch und anspruchsvoll-witzige Show, die allein schon ohne die zu Recht geforderten Zugaben zwei kurzweilige Stunden dauerte.

Schwabbruck – Aber weder die rund 60 vollkommen begeisterten Besucher der Veranstaltung mit dem schönen Titel „Goldrausch 2.0“ wollten Kröll nach Beendigung seines Programms gehen lassen. Auch Kröll selbst hatte sichtlich Spaß und machte weiter und weiter, sprang geschickt von einem Thema zum anderen, verlor aber nie seinen eigens kunstvoll gewickelten roten Faden, den „Goldrausch“ eben.

Kröll vermixte auf seine originelle Art geschichtliche Fakten im Zusammenhang mit „Goldrausch“ mit eleganten humorvollen anderen Gedankengängen. Man musste, ja man wollte unbedingt am Ball bleiben, um all’ die feinen, versteckten Anekdötchen und Witzeleien nicht zu verpassen.

Und auf was für Ideen Kröll kam: „Mensch, den kannte ich noch gar nicht“, sagte er einmal vollkommen überzeugend, nachdem er einen kleinen Witz erzählt hatte. Sein doppelsinniger Humor, immer elegant verpackt, ist Kröll‘s Markenzeichen und wirklich einmalig.

Auch einmalig sind seine eingebauten Lieder, die er am Keyboard präsentiert, die eigentlich keine Lieder sind, sondern eher Geschichten, die teilweise sehr nachdenklich machen. Kröll haute aber nie mit dem Holzhammer zu, das würde gar nicht zu seinem Stil passen.

Man erwischte sich dabei, dass man lange Zeit später noch über seine Gedanken zum „Goldrausch“ nachgrübelte. Über die schon immer damit verbundene Gier, beispielsweise bei den Goldschürfern in Alaska, die steinreich wurden bei all’ dem Gold, das sie fanden, das Geld aber in der tristen Einöde gar nicht ausgeben konnten. Aber nicht nur darum ging es dem Kabarettisten. „Es ist nicht der Reichtum so wichtig, sondern wie viele andere es wissen, dass man reich ist“, lautete sein Fazit.

Im Goldrausch waren seiner Meinung nach auch all’ die Eroberer der verschiedenen Hochkulturen. Man erfuhr so viele interessante Dinge über das Volk der Inka, der Maya, der Azteken, über ihr Leben und ihre Bräuche: „Die Azteken waren ein eigenwilliges Volk. Sie sind ständig umher gewandert wie die Ethikschüler bei uns damals“, erklärte Kröll.

Und schon blieb er beim Thema Ethikschüler und witzelte um alle kuriosen Dinge drumherum, die in seinen Kabarettistenaugen damit zusammenhängen, um dann wieder geschickt auf den „Goldrausch“zurückzukommen.

Die Goldschätze der Azteken waren in ihren Augen das „Metall der Sonne“, für die spanischen Seefahrer Grund genug, das Volk zu erobern und das Gold zu kassieren. Als große und einmalige Kunst kann man so ein gestaltetes Kabarett bezeichnen.

Auch das Thema Erotik behandelte Kröll feinfühlig, ging nicht unter die Gürtellinie. Nicht-Gesagtes, nur Angedeutetes, das ist das, was Kröll bevorzugt. Wenn er beispielsweise von Sexszenen, die auf einem Familienfilm zu sehen sind, nicht will, dass seine Kinder das schauen. Im Schnelldurchlauf lässt er den Film dann vorspulen, und man weiß mit absoluter Sicherheit, was das Ganze für einen ungewollten Effekt hat. Und auch auf ein Lied mit dem Refrain „Da wo a Blinder an Nackerten trifft, da können beide froh sein“, muss man erst einmal kommen.

Nach zwei Zugaben gab es Applaus ohne Ende für diesen Riesenspaß.

Regina Wahl-Geiger

Auch interessant

Kommentare