Haben endlich wieder eine Kulturperspektive: Schäferwirt-Wirt Stephan Kögl freut sich mit seiner Frau Tanja und seinen Kindern Luca (6), Adelina (10) und Flurina (8) auf die Konzerte, die ab Mitte Juni im Biergarten starten.
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Haben endlich wieder eine Kulturperspektive: Schäferwirt-Wirt Stephan Kögl freut sich mit seiner Frau Tanja und seinen Kindern Luca (6), Adelina (10) und Flurina (8) auf die Konzerte, die ab Mitte Juni im Biergarten starten.

Kulturszene freut sich auf Wiederbeginn - Fünf Konzert vor dem „Kuhstall“ geplant

„Die Künstler scharren mit den Hufen“

Auch die Kultur- und Kleinkunstszene in der Region lag in den vergangenen Monaten Corona-bedingt brach. Dank sinkender Inzidenzzahlen sehen Kulturschaffende aber Licht am Horizont – zum Beispiel Stephan Kögl vom Kuhstall im Schäferwirt in Schwabbruck.

Schwabbruck – Wenn man Stephan Kögl fragt, wie er den Lockdown überstanden hat, dann sagt er zunächst: „Ich hätte nicht gedacht, dass es sieben Monaten dauern würde.“ Seit dieser Zeit ist sein Gasthaus Schäferwirt in Schwabbruck geschlossen, und seit sieben Monaten findet auch keine Veranstaltung mehr in seiner dazugehörigen Kulturkneipe „Kuhstall“ statt.

Die beliebten Kulturveranstaltungen mit einem interessanten Künstlerprogramm fielen vergangenes Jahr fast ganz ins Wasser. Nur zwei Konzerte des „Kulturfrühlings“ konnten noch draußen im Biergarten stattfinden, aber der „Kulturherbst“ wurde dann ganz gestrichen.

Partnerschaft mit den verhinderten Künstlern

Aber Stephan Kögl empfindet die Zeit im Lockdown durchaus auch als etwas Besonderes: „Die Solidarität war einfach unglaublich“, sagt er. Der Essens- Abholservice, den er angeboten hat, wurde sehr gut angenommen. „Es gab eine überwältigende Unterstützung von meinen Stammgästen“, erklärt Kögl.

Aber das ist noch nicht alles: Zu den Künstlern, die im „Kuhstall“ in Schwabbruck aufgetreten sind, habe sich so etwas wie eine Partnerschaft aufgebaut, so Kögl. Man hatte regelmäßig Kontakt, da man ja nicht wusste, wann es wieder los gehen könnte, wann endlich Lockerungen stattfinden würden. „Die Künstler scharren mit den Hufen“, sagt Kögl.

Für ihn steht nicht der finanzielle Verlust im Vordergrund, der durch den Ausfall der Veranstaltungen entstanden ist. „Es fehlt den Künstlern und mir die Bestätigung durch das Publikum“, fasst Kögl die Situation zusammen.

Platz für bis zu 70 Besucher im Freien

Er ist mit Leib und Seele Wirt, freut sich auf seine Gäste. Stolz ist Kögl auch auf die Veranstaltungsreihe, die er vor vielen Jahren ins Leben gerufen hat und sehr beliebt ist: Der „Kuhstall“ ist regelmäßig sehr gut besucht. Nun durfte Stephan Kögl wenigstens schon den Biergarten öffnen und hat gleich schon Pläne für einen verspäteten „Kulturfrühling“.

Fünf Konzerte möchte Kögl draußen im Biergarten anbieten. Das Hygienekonzept passt. Für 70 Besucher hat der Wirt unter den vorgeschriebenen Bedingungen Platz. Immerhin etwas, lediglich das Wetter muss stimmen, aber Kögl hat für jede Veranstaltung auch einen Ersatztermin geplant. Da sich alles kurzfristig ändern kann, verweist Kögl auf seine Homepage www.schaeferwirt.de, auf der interessierte Konzertbesucher den aktuellen Stand erfahren können.

Drei Künstlergruppen haben schon fest zugesagt: An diesem Sonntag, 13. Juni, kommen die beliebten Allgäuer Frauen von „Vivid Curls“. Am 18. Juni tritt die Band „Kind of Black“ mit jungen Künstlern aus der Umgebung auf, und für den 25. Juni hat die Frauenband „Harte Schwestern“, drei weitere Allgäuerinnen, zugesagt.

Dankbare Musikkapelle

Stephan Kögl ist guter Dinge, dass alles klappt, und er fügt einen besonders schönen Satz hinzu: „Irgendwie kommt alles zurück im Leben.“ Er meint damit den Vorschlag der Musikkapelle Schwabbruck. Sie will für die geplanten Open-air-Konzerte ihre Bühne zur Verfügung stellen, inklusive Aufbau selbstverständlich.

Es ist der Dank dafür, dass Kögl in der Zeit, als der Lockdown noch nicht so streng war und man eine kleine Gruppe in seinen großen Saal im Wirtshaus lassen konnte, der Musikkapelle den Raum für ihre Proben überlassen hatte. Nirgendwo anders hätten die Musiker damals üben können.

„Ich habe auch viele schöne Momente gehabt“, sagt Kögl. Er sieht positiv in die Zukunft und hofft, dass der „Kulturherbst“, der immer nach den Sommerferien startet, wie immer drinnen im „Kuhstall“ stattfinden kann. Das Programm steht jedenfalls schon fest.

Regina Wahl-Geiger

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