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Ein Waldkindergarten für Schwabbruck?

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Von: Jörg von Rohland

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Der Sozialpädagoge Florian Kunze stellte seine Pläne im Schwabbrucker Gemeinderat vor.
Der Sozialpädagoge Florian Kunze stellte seine Pläne im Schwabbrucker Gemeinderat vor. © von Rohland

Florian Kunze will einen Waldkindergarten in Schwabbruck ins Leben rufen. Das Konzept steht, ein geeignetes Grundstück ist gefunden. Der Bedarf im Dorf ist allerdings gering.

Schwabbruck Mit großem Enthusiasmus stellte Sozialpädagoge Florian Kunze, der im vergangenen Jahr nach Schwabbruck gezogen war, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sein Konzept für den Waldkindergarten vor. „Der Wald bietet den Kindern Wurzeln und Heimat“, erklärte Kunze vor einer rekordverdächtigen Kulisse im Sitzungszimmer des Rathauses. Vor Beginn der öffentlichen Sitzung waren für die Zuhörer noch eiligst Stühle herbeigeschafft worden.

Das Konzept, das der aus der Lüneburger Heide stammenden Wildnis- und Religionspädagoge den acht Gemeinderäten um Bürgermeister Norbert Essich schmackhaft zu machen versuchte, war schlüssig. Kunze verwies unter anderem darauf, dass allein der Bau eines konventionellen Kindergartens vier Millionen Euro koste. „Die fallen weg, ein Waldkindergarten ist deutlich günstiger“, machte er klar. Einzig die Personalkosten seien im Wald „etwas höher“. Kunze erzählte die vielen weiteren Vorzüge auf, die ein Waldkindergarten mit sich bringt. Die Mädchen und Buben würden widerstandsfähiger. Und auch auf ihr Sozialverhalten wirkt sich laut Kunze das Spielen im Wald sehr positiv aus.

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Pläne für den Waldkindergarten in Schwabbruck sind schon weit fortgeschritten

Der Vortrag des Sozialpädagogen hinterließ den Eindruck, dass die Pläne für das Projekt schon weit fortgeschritten sind. Das vor allem, weil schon ein geeigneter Standort gefunden ist. Die Familie d’Andrimont-Frank würde Kunze zu Folge gerne ein Stück ihres Grundstückes nahe der Burggener Straße am Reigerbach kostenlos für die „Basisstation“ zur Verfügung stellen. Die Basisstation besteht aus einer Jurte, die mit einem kleinen Ofen beheizt werden kann. Es gibt sauberes Wasser und eine chemische Kompost-Toilette. Den Kindern im Alter zwischen 3 und 7 Jahren, die sommers wie winters in der Natur spielen und pädagogisch betreut werden sollen, bietet sich obendrein eine herrliche Umgebung: „Hügel, Wäldchen und kleine Wiesen“, schwärmte Kunze und verwies auch auf die kleine Herz-Jesu-Kapelle, die zu einem beliebten Ausflugsziel geworden ist (wir berichteten).

Der Gemeinderat nahm den Vortrag des Neubürgers zur Kenntnis. Rückfragen gab es aus dem Gremium nur wenige. Eine davon war, wie die Kinder in der Früh in den Waldkindergarten kommen. „Wie in anderen Kindergärten auch werden die Kinder von den Eltern gebracht und wieder abgeholt“, erklärte Kunze, der betonte, dass der Waldkindergarten dieselben Strukturen habe, wie ein Regelkindergarten.

Ob der Waldkindergarten in Schwabbruck an den Start geht ist noch offen

Wie es jetzt weitergeht, wann und ob der Waldkindergarten an den Start geht, ist noch offen. Kunze würde gerne die Gemeinde gerne mit ins Boot holen und einen Verein gründen. Dazu regte er am Ende seines Referats zunächst einen runden Tisch an. Eine Diskussion dazu oder einen Beschluss gab es in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats aber (noch) nicht. Bürgermeister Norbert Essich machte auf Anfrage auch klar, dass das Projekt noch nicht spruchreif. Und er verwies auch auf den bestehenden Kindergarten, der 50 Plätze bietet, die ausreichend sind. Essich zufolge wurden auch Kinder aus Schongau und Schwabsoien aufgenommen.

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