Aus blau wird rot lautet der Plan für die Stromtrasse.

Stromtrassenführung 

Gemeinden sollen für Erdkabel zahlen

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Die Stromtrasse zwischen Ingenried und Altenstadt soll unter der Erde verschwinden. Dazu ist die Lechwerke AG nun bereit. Der Haken: Die Gemeinden sollen die Mehrkosten tragen, und die gehen möglicherweise in die Millionen. Zudem gilt es, die Grundstückseigentümer unter einen Hut zu bringen.

Augsburg/Schongau – Norbert Essich wirkt erleichtert. Endlich kann der Schwabbrucker Rathauschef zusammen mit den Lechwerken (LEW) und seinen Bürgermeisterkollegen ein erstes Ergebnis präsentieren, das seiner „Goldrandlösung“ nahe kommt: Essich kämpft seit seinem Amtsantritt 2014 für eine Erdverkabelung südlich des Orts Schwabbruck.

Derzeit verläuft die Strom-Trasse noch zwischen Schwabsoien und Schwabbruck hindurch, und das teilweise nah über Wohnhäuser hinweg. Seit Monaten wurde hinter verschlossen Türen gesprochen und verhandelt, gestern machte die LEW das Ergebnis öffentlich: Die Erdverkabelung südlich von Schwabbruck wird geprüft, im Fokus stehen die „Zustimmung von Grundstückseigentümern und Finanzierung von Mehrkosten“, heißt es aus Augsburg.

Die Planung für die Erneuerung der etwa sechs Kilometer langen Trasse gleicht seit Jahren dem Tanz auf einem Pulverfass. Zunächst hatte die LEW die Idee, die Trasse zu verlegen und oberirdisch südlich an Schwabbruck vorbeizuführen. Die Volksseele kochte, und Norbert Essich kämpfte wie ein Löwe für den Erhalt des ungetrübten Alpenblicks für Schwabbruck. Der Stromversorger zog 2015 seine Pläne zurück (wir berichteten).

Seitdem rauchten in der LEW-Verteilnetzzentrale (LVN) wieder die Köpfe: „Als Ergebnis unserer internen Variantenprüfung haben wir den Kommunen die Umsetzung als Freileitung in der bestehenden Trasse empfohlen“, sagte nun LVN-Geschäftsführer Theo Schmidtner. Man wolle die Leitungen aber nicht gegen, sondern „wenn irgend möglich“, im Einvernehmen mit den beteiligten Kommunen realisieren, fügte der LVN-Chef hinzu und verwies auf die nun bevorstehende Prüfung der Erdkabel.

Kommunen blüht Millionen-Investition

„Uns ist bewusst, dass diese Variante einen erheblichen Mehraufwand bedeutet – nicht nur im Hinblick auf Planung und Umsetzung, sondern auch finanziell“, zitiert die LEW den Schwabbrucker Bürgermeister. Dass die Mehrkosten zwangsläufig von den beteiligten Gemeinden (Schwabbruck, Schwabsoien und Altenstadt) zu tragen sind, davon zeigte sich Essich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung allerdings noch nicht überzeugt. Über Geld sei noch nicht gesprochen worden, die Frage müsse auch noch rechtlich geklärt werden, erläuterte der Bürgermeister, durch dessen Gemeinde die zukünftige Erdverkabelung vor allem verlaufen soll.

Zur Höhe der Mehrkosten machte der Stromversorger gestern auf Anfrage nur sehr vage Angaben. „Der siebenstellige Bereich kann durchaus erreicht werden“, deutete LEW-Sprecher Ingo Butters immerhin an, dass auf die Gemeinden eine Millioneninvestition zukommen kann. Dass die LEW den Mehraufwand selbst übernimmt, schloss der Sprecher aus und verwies darauf, dass bei solchen Maßnahmen auch aus Rücksicht auf die Netzkunden auf die Effizienz geachtet werden muss.

Es gibt also weiterhin reichlich Gesprächsbedarf zwischen den Gemeinden und der LEW, die sich laut Essich in den kommenden vier Wochen wieder an einen Tisch setzen möchten. Gesprochen werden muss freilich auch mit den Grundstückseigentümern; laut Essich gehören die betroffenen Flächen der Kirche, mehreren Landwirten und der Gemeinde Schwabbruck selbst. Der Eingriff ins Erdreich hält sich im Vergleich zu Großprojekten aber in Grenzen. Die 110 kV-Hochspannungsleitung ist vergleichsweise klein und kann im sogenannten Pflugverfahren verlegt werden.

Der Schwabbrucker Bürgermeister glaubt, dass es jetzt rasch weitergehen wird: „Es muss etwas passieren“, sagt er mit Blick darauf, dass die Arbeiten für den ersten Abschnitt zwischen Bidingen und Ingenried anstehen. Das Auslegungsverfahren für die 5,2 Kilometer lange oberirdische Trassenerneuerung ist laut LEW bereits beendet.

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