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Sorgten für Stimmung im Kuhstall: Die Musiker Wolfgang Neumann, Petra Amasreiter und Otto Göttler.

Kuhstall in Schwabbruck

Wahnsinnig guter Jodelwahnsinn

Einen umjubelten Aufritt legte der „Bairisch diatonische Jodelwahnsinn“ im Kuhstall in Schwabbruck hin. Musiker Wolfgang Neumann, Petra Amasreiter und Otto Göttler sorgten für großartige Stimmung.

Schwabbruck – Der „Bairisch diatonische Jodelwahnsinn“ ist tatsächlich so. Ein Wahnsinn die Musik, ein Wahnsinn die Stimmung, die Bandgründer Otto Göttler und Petra Amasreiter und ihr neuster Mitstreiter Wolfgang Neumann da gleich in den vollbesetzten „Kuhstall“ in Schwabbruck brachten. Und wirklich der Wahnsinn, wieviele Instrumente bei ihrem teils hintergründigen, teils einfach nur witzigen, teils nachdenklichen Liedern zum Einsatz kommen.

Göttler spielt Diatonische Harmonika, daher der Name der Gruppe, Tuba, Trompete, Ukulele, Mandoline, Harp, Zither, auch eine singende Säge kann dabei sein und was der Teufel sonst noch alles. Amasreiter, im rot-gepunkteten 60er Jahre Swing-Rock, fidelt gigantisch, spielt Blockflöte und greift auch zur Gitarre. Wolfgang Neumann betätigt sich rhythmisch mit E-Bass, E-Gitarre und allerlei Schlagwerk. Und natürlich singen die drei Jodelwahnsinnigen: Gstanzl kann man es nennen, oder Wirtshauslieder oder bairisches Liedgut. Es wird gejodelt und gerappt, es werden die Instrumente traktiert und auch feine, leise Töne sind dabei. Das alles macht die musikalische Vielfalt der Band aus, die schon 32 Jahre existiert und immer wieder aktuell und nie verstaubt daher kommt.

Denn man beschäftigt sich mit den zeitnahen Themen und das auf eine Weise, die wirklich einmalig ist. Denn, wer käme auf die Idee, dem bekannten Kinderlied „Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt ne kleine Wanze“, das jeder kennt und das auch das Publikum sofort mitsang, ja diesem Liedchen neue Strophen zu geben wie: „Auf meinem kloanen Touchscreen-Handy sitzt a kloana Virus“ oder „In seinem Bett im Internet, da liegt ein Trojaner“.

Die Band versteht es aber auch meisterhaft, aktuell-kritische Themen, die man eigentlich gar nicht mehr serviert bekommen möchte, so geschickt in Musik-Kabarett zu verpacken, dass vielleicht gerade deshalb auch wieder das Nachdenken darüber in Gang kommt. Da ist einfach so ein Satz „Auf der Alm da gibt‘s koa Sünd, weil man koane Sennrin find‘t“, der die romantische Ader zwar arg demoliert, die dann aber wieder geheilt wird durch die hervorragende Instrumentalmusik, die darauf folgt.

Dann gibt es aber auch einfach nur freudige Mitmachkost. Bunte Plastiktüten werden im Publikum verteilt. Jeder darf nun nach Anleitung Geräusche damit fabrizieren. Man spielt und singt gemeinsam das – natürlich – Plastiktütenlied.

Melancholisch geht es aber auch zu beim „Bairisch diatonischen Jodelwahnsinn“. Wenn man von einem guten Freund, dem Münchner Schriftsteller Werner Schlierf erzählt, der wie Otto Göttler im Münchner Stadtteil Giesing aufwuchs und 2007 verstarb. Einen Text von Schlierf hat die Band vertont. „Nach mia scheint d ‘Sonngenau wia heit“ hört man da. Das geht wahnsinnig unter die Haut. 

Regina Wahl-Geiger

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