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Begeisterten im Kuhstall: Das Salonensemble Kaisermelange mit (v.l.) John Arthur Westerdoll, Walter Dolak, Robert Maul, Gertrud Hiemer-Haslach, Christian Ehrenhardt und Elisabeth Dörr.

Konzert im Kuhstall

Konzert im Kuhstall: Salonensemble Kaisermelange begeistert spritzig und harmonisch

Man konnte gar nicht anders: Zu den bekannten Walzerklängen „Walz No.2“ des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch wiegten sich im Schwabbrucker Kuhstall die rund 80 Gäste hin und her. Auf der Bühne präsentierte – ganz stilvoll gekleidet mit Smoking, Abendkleid und Federboa – ein Salonensemble aus Lindau nostalgische Klänge.

Schwabbruck – Zum Thema „Wien-Berlin-Peiting“ wehte ein musikalischer Duft von kaiserlichen Walzerklängen, Zigeunerweisen, ungarischen Tänzen, Ohrwurm-Chancons aus berühmten Filmen, Musicals und Operetten sowie viel Swing und Foxtrott durch den Raum. Und dabei war auch allerlei Anekdotisches zu hören, vor allem der berühmte Wiener Schmäh kam nicht zu kurz.

Natürlich nicht, denn benannt hat sich das sechsköpfige Ensemble nach einer typisch wienerischen Kaffeeart – der Kaisermelange. Hierbei wird Kaffee gemischt mit Eigelb, Sahne und Cognac – eine Kreation, die eines Kaisers würdig sein soll.

Das musikalische Pendant „Salonensemble Kaisermelange“ hätte sicherlich auch zu Kaisers Zeiten bei Hofe geschmeckt Spritzig und wunderbar harmonisch traten John Arthur Westerdoll (Violine), Walter Dolak (Piano), Elisabeth Dörr (Cello), Robert Maul (Flöte, Saxophon, Klarinette), Christian Ehrenhardt (Kontrabass) zusammen mit „Madame Gertrud“ (Sopran) auf. Gertrud Hiemer-Haslach studierte unter anderem Gesang in Augsburg. Ihr musikalisches Repertoire erstreckt sich von Kirchenmusik und Oratorien über Operetten und Musicals bis hin zu bekannten Schlagern aus Revuen und der Filmbranche.

Der berühmte Song „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ von Friedrich Hollaender (Musik) und Robert Liebmann (Text) aus dem Film „Stürme der Leidenschaft“ von 1932 präsentierte die Sängerin dann auch sehr ausdruckstark. Keck verzauberte sie federboaschwingend vorallem das männliche Publikum mit „Kinder, heut abend, da such ich mir was aus“ aus dem Film „Der blaue Engel“. Ein Lied, das Marlene Dietrich zu Berühmtheit verhalf.

Instrumental wurde es genauso schwungvoll und anspruchsvoll: Der „Ungarische Tanz“ von Johannes Brahms raste nur so dahin. Das Ensemble machte Halt in Wien mit „Wien, Wien nur du allein“, fuhr mit dem Schnellzug zurück nach München und hörte den Walzer „Münchner Kindl“ von Karl Komzak und präsentierte verschiedene Tanzstücke aus Foxtrott, Walzer und Swing. Alles in allem ein vergnüglicher und etwas anderer musikalischer Abend im Kuhstall.

Regina Wahl-Geiger

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