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13 Parzellen fürs Einheimischenmodell werden entlang der Burggener Straße in Schwabbruck ausgewiesen. 

Ortsentwicklung 

Nächster Schritt für umstrittenes Baugebiet in Schwabbruck

In der Sache eher trocken, aber unter reger Beobachtung der Bürger hat der Schwabbrucker Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den nächsten Schritt im Bauleitverfahren zum geplanten Einheimischenmodell an der Burggener Straße gemacht. Zwei Räte stimmten dagegen.

Schwabbruck Wie berichtet, hatte es in den vergangenen Monaten reichlich Wirbel um das geplante Wohngebiet an der Burggener Straße gegeben. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels hatten mehrere Bürger Bedenken gegen die Bebauung der 13 Grundstücke geäußert, die jetzt ausgewiesen werden. Bei der Bürgerversammlung im Januar fand Hauptkritiker Jochen Trumm aber kaum Gehör. Sein Antrag, den Kauf der Flächen für die Wohnbebauung bis auf Weiteres zurückzustellen, fand wenig Zuspruch. Nur vier Anwesende – darunter Trumm selbst und seine Ehefrau – stimmten dafür, die Planung zu stoppen.

Das Verfahren soll jetzt zügig seinen Lauf nehmen. Der Gemeinderat billigte am vergangen Montag den Vorentwurf des Bebauungsplans. Obendrein wurde beschlossen, ins sogenannte Beschleunigte Verfahren zu gehen. Den zukünftigen Bauherren, die in den 13 Parzellen Häuser mit maximal zwei Vollgeschossen errichten werden dürfen, wird vorgeschrieben, mögliche Unterkellerungen wasserdicht auszuführen. Damit trägt die Gemeinde dem hohen Grundwasserspiegel Rechnung. Er beginnt schon ab einem halben Meter unter der Erdoberfläche. Planer Frank Bernhard Reimann verwies im Gemeinderat aber nochmals auf ein Gutachten, aus dem hervorgeht, dass es sich bei dem Untergrund um keinen Moorboden handelt und auch keine Altlasten entdeckt worden sind.

Der langjährige Schwabbrucker Vizebürgermeister Gotthard Leichter (2002 bis 2014) kann sich trotzdem nicht mit der Planung anfreunden. „Es ist für mich die falsche Dorfentwicklung“, erklärte der heutige Gemeinderat auf SN-Anfrage, warum er am Montag dem Bebauungsplan erneut seine Zustimmung verweigerte. Auch er fürchtet Hochwasser und hätte das Einheimischenmodell lieber an anderer Stelle im Ort gesehen. Eine Erweiterung am östlichen Ortsrand wäre ihm lieber gewesen, wobei Leichter einräumen muss, dass es schwierig ist, dort Grundstücke zu bekommen. An der Burggener Straße wird sich die Gemeinde bekanntlich mit den Grundstückseigentümern einig.

Der ehemalige Vizebürgermeister will sich auch nicht für immer und ewig gegen das Neubaugebiet an der Burggener Straße stellen. „Wenn es durch ist, werde ich dafür, stimmen“, sagt er mit Blick auf Entscheidungen, die nach dem Bauleitverfahren im Gemeinderat zu treffen sind. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Wir befinden uns noch ziemlich am Anfang“, sagte Planer Frank Bernhard Reimann.

Jörn von Rohland

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