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Die zahlreichen Details erläuterten die Planer Bertram Mooser (vorne re.) und Architekt Frank Reimann (hinten l.) am Montag dem Gemeinderat.

Neubaugebiet in Schwabbruck

Planer zollen Hochwassergefahr Tribut

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Die Gemeinde Schwabbruck geht bei der Erschließung ihres Neubaugebiets an der Burggener Straße auf Nummer Sicher. Der Gemeinderat segnete in seiner Sitzung am Montag umfangreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz ab.

Schwabbruck – Gemeinderat und interessierte Zuhörer hatten am Montag viel Zeit mitgebracht, die Bertram Mooser, Chef des gleichnamigen Ingenieurbüros, mit einigen Details auszufüllen wusste. Am augenfälligsten in seiner Erschließungsplanung war ein Becken, das im Nordosten des Baugebiets nahe der Schönach neu in den Plänen aufgetaucht ist: Das Regenrückhaltebecken ist nach Angaben des Ingenieurs notwendig, damit die Planung „wasserrechtlich abgenommen wird“. Denn es entschärft die Hochwassergefahr an der Schönach deutlich.

Wie mehrfach berichtet, gab es bei der Ausweisung des Neubaugebiets schon reichlich Ärger. Einige Bürger sahen mit der teilweisen Versiegelung des Geländes an der Burggener Straße die Hochwassergefahr im Ort steigen. Der Grundwasserspiegel ist an der Burggener Straße bekanntlich recht hoch, das Gelände muss aufgeschüttet werden. Wer einen Keller bauen möchte, ist angehalten, ihn wasserdicht auszuführen. Bei den Nachbarn liegt die Befürchtung nahe, dass das Niederschlagswasser aus dem Neubaugebiet vor allem bei Starkregen ungebremst in die Schönach und in den Ort strömt. Dem soll die umfangreiche Erschließungsplanung nun entgegenwirken: Das Niederschlagwasser fließt demnach von Dächern und Straßen über Rohre und einen Graben in das 440 Kubikmeter fassende Rückhaltebecken. Von dort wird es dann kontrolliert mit 20 Litern pro Sekunde in die Schönach geleitet. Es gebe „keine Verschlechterung der Hochwassersituation“, versicherte Experte Mooser. Und Bürgermeister Norbert Essich ergänzte: „Es gibt keine Verschlechterung für die Schönach-Anlieger.“

Ein weiterer Punkt, der bei der Präsentation des Bebauungsplans immer wieder zur Sprache kam, sind die notwendigen Aufschüttungen, die größer ausfallen, als bislang gedacht. Bis zu 1,90 Meter geht es in die Höhe. Von der Burggener Straße aus wird das kaum erkennbar sein, wohl aber aus dem Nordwesten. Es entsteht eine stattliche Böschung, die die Gemeinde be- und unterhalten werden muss, wenn sie das Baugebiet eines Tages erweitern möchte.

Der Bebauungsplan für die bis jetzt 13 Parzellen soll nun möglichst zügig auf den Weg gebracht werden. Bis auf Gotthard Leichter stimmten am Montag alle Gemeinderäte den Ergänzungen zu. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans soll noch vor der Sommerpause erfolgen. Kommt nichts dazwischen, könnten die Erschließungsarbeiten schon im November beginnen, damit „die Bauherren im Juni 2019 loslegen können“, hieß es in der Sitzung.

Nach Angaben von Bürgermeister Essich werden die zusätzlichen Kosten für das Regenrückhaltebecken, die im Detail noch nicht feststehen, auf die Käufer der Grundstücke umgelegt. Derzeit gebe es für die 13 Bauplätze ungefähr genauso viele Bewerber. Zum Zug kommen sollen seinen Worten nach vor allem Einheimische. Die Preise werden „erschwinglich“ sein.

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