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Den Buzz er zum Start des ultraschnellen Internet drückte symbolisch Bürgermeister Norbert Essich vor seinem Haus. Mit ihm freuten sich (v.l.) Bernhard Multerer (Telekom-Regionalmanager), Klaus Strauß (Technik Telekom), Karl-Heinz Staab (Telekom-Baubegleiter vor Ort), Thomas Bieger (Projektmanager Telekom) und René Repper (Telekom-Exklusivpartner aus Schongau).

Glasfaser-Internet in jeder Wohnung 

Schwabbruck als Vorreiter in Bayern

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Vier Monate später als geplant ist in dieser Woche in Schwabbruck das ersehnte Glasfaser-Internet an den Start gegangen. Die kleine Gemeinde mit ihren knapp 1000 Einwohnern hat damit bayernweit ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ist die erste, in der es flächendeckend Glasfaseranschlüsse in allen Wohnungen gibt.

Schwabbruck – Bürgermeister Norbert Essich hatte sich in den vergangenen Monaten einiges von seinen Bürgern anhören müssen. Schließlich war den Schwabbruckern das ultraschnelle Internet schon für November 2017 zugesagt worden. Wie berichtet, musste die Telekom noch einiges dokumentieren und nacharbeiten, jetzt hat sie es aber geschafft: 15 Kilometer Glasfaserkabel sind im Ort verlegt worden, auf einer Länge von über sieben Kilometern hatten dazu Gräben aufgerissen werden müssen. Das Besondere: Die Kabel wurden nicht nur bis zu jedem Haus, sondern direkt in jede Wohnung gelegt. „FTTH (Fiber to the home)“, nennt sich das im Fachjargon. Die Bürger kostete das keinen Cent extra. „Das haben sie schon über ihre Steuern gemacht“, erklärte Telekom-Regionalmanager Bernhard Multerer, der am Mittwoch zusammen mit anderen Telekom-Verantwortlichen und Bürgermeister Norbert Essich den Startschuss für das ultraschnelle Internet im Ort gab.

Bekanntlich hatte sich die Gemeinde frühzeitig um eine Breitbrandförderung bemüht, im Juni 2016 überreichte dann der damalige bayerische Finanzminister Markus Söder Rathauschef Essich den Zuwendungsbescheid: 580 000 Euro zahlte der Freistaat für den Anschluss der 320 Haushalte in Schwabbruck, 300 000 Euro finanzierte die Gemeinde über ein zinsloses Darlehen. Weiteres, nicht näher beziffertes Geld, legte freilich die Telekom obendrauf, das sie jetzt mit den verschiedenen Tarifen wieder erwirtschaften will: Für 16 Megabit (Mbit) pro Sekunde zahlen die Kunden monatlich 34,95 Euro, für 50 Mbit 39,95 Euro, für 100 Mbit 45 Euro und für 200 Mbit 50 Euro. Wer will, bekommt sogar noch mehr. Bis zu ein Gigabit pro Sekunde gibt die Glasfaser laut Telekom her. Und auch mit anderen Anbietern können Verträge abgeschlossen werden. Das Glasfasernetz sei „diskriminierungsfrei“, betonten die Verantwortlichen am Mittwoch beim offiziellen Startschuss des Glasfasernetzes vor dem Privathaus des Bürgermeisters.

Norbert Essich war bei dem Termin sichtlich erleichtert: „Der Ort ist seit heute komplett freigeschaltet“, freute er sich, dass es endlich so weit ist. Von allein kommt das Internet aber nicht aus den vormontierten Boxen in den Wohnungen. Die Bürger müssen einen Tarif buchen und sich gegebenenfalls einen neuen Router anschaffen. Nähere Infos gibt es unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/330 1000.

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