Freuen sich über die Zusammenarbeit (v.l.): Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich, Florian Hiemer (Technischer Werkleiter der Stadtwerke) und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman.
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Freuen sich über die Zusammenarbeit (v.l.): Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich, Florian Hiemer (Technischer Werkleiter der Stadtwerke) und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman.

Pumpstation in Betrieb gegangen

Schwabbruck klärt sein Abwasser jetzt in Schongau

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Das Schwabbrucker Abwasser wird nun zur Kläranlage nach Schongau befördert. Die Pumpen wurden nach umfangreichen Planungen und Arbeiten in den vergangenen Jahren jetzt in Betrieb genommen.

Schwabbruck – Etwas unscheinbar wirkt die kleine Holzhütte auf dem Gelände der alten Kläranlage in Schwabbruck. Doch darin befindet sich modernste Technik inklusive zweier Pumpen, die das Schwabbrucker Abwasser nun zur Kläranlage nach Schongau befördern.

Zur Inbetriebnahme der Pumpstation lud die Gemeinde Mitwirkende und Verantwortliche in kleinster Runde ein. Draußen bei frischer Luft und mit Abstand zueinander, sollte die Einweihung Corona-konform (noch vor Beschluss des harten Lockdowns) zumindest kurz gewürdigt werden. Denn bei dem Anschluss an die Schongauer Kläranlage handele es sich um einen „wichtigen Schritt für Schwabbruck in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein“, sagte Bürgermeister Norbert Essich, der den Anlass nutzte, um zurückzublicken.

„Im gereinigten Abwasser war noch zu viel Biologie enthalten“.

Das Thema „Kläranlage“ hatte die Gemeinde viele Jahre lang beschäftigt. Die bestehende Teichkläranlage war an ihrer Obergrenze – oder wie Bürgermeister Essich es mit einfachen Worten erklärte: „Im gereinigten Abwasser war noch zu viel Biologie enthalten“.

Wurde zunächst noch überlegt eine neue Kläranlage zu bauen, entschied sich der Gemeinderat auch aus Kostengründen für die Pumpstation – natürlich mit Einverständnis der Stadt Schongau. Es sei für alle Beteiligten sinnvoll, Synergien zu nutzen, freute sich Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman über den Entschluss zur interkommunalen Zusammenarbeit und den jetzigen Start der Pumpstation. „Es ist ein supergelungenes Projekt.“

Kläranlage Schwabbruck: Umfangreiche Planungen

Mit der Planung habe die Gemeinde rechtzeitig begonnen, lobte Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim. Von 2015 bis 2017 wurden Studien über die Kläranlage aufgestellt und die mögliche Trassenführung geprüft. In den Jahren 2018 und 2019 wurde der Bauentwurf von der Firma „Wipflerplan“ mit Klärung der Finanzierung und Genehmigungen bei den verantwortlichen Behörden fertiggestellt, blickte Essich zurück. Die Ausschreibungen und Ausführung der Bauarbeiten stand heuer auf dem Plan.

Bis zum Anschlusspunkt nahe der B 17 beträgt die Leitungslänge 3,6 Kilometer. Bei einem Rohrdurchmesser von 14 Zentimetern ist das Rohrvolumen 35 Kubikmeter, also etwa pro Kilometer zehn Kubikmeter Abwasser in der Druckleitung. Die Druckleitung wurde durch die Firma RAZ verlegt. Außerdem wurde die bestehende Pumpstation in Schwabbruck umgebaut.

Zwei Pumpen befördern das Schwabbrucker Abwasser über eine neu gebaute Leitung seit wenigen Tagen nach Schongau.

Zwei trocken aufgestellte Schmutzwasserpumpen fördern zehn Liter pro Sekunde nach Schongau. Die Strecke verläuft von Schwabbruck bis zur Kaserne Altenstadt entlang der Schönach, dann vom Kreisverkehr an der Kaserne zum Kreisverkehr an der B 17, unter der Bundesstraße durch mit dem Anschlusspunkt zur Abwasserleitung von Hohenfurch kommend.

Arbeiten noch bis ins Frühjahr

Die Gesamtkosten belaufen sich laut Essich auf circa 1,35 Millionen Euro brutto. Die Kostenschätzung lag bei 1,42 Millionen Euro. Der Bau wurde vom Freistaat Bayern über das WWA Weilheim mit rund 50 Prozent, also 650 000 Euro, gefördert. Weitaus billiger als ein Neubau seien die Umbauten gewesen.

Bei so umfangreichen Arbeiten – von Maschinen- über Leitungsbau bis hin zur Messtechnik – liegen die Schwierigkeiten oft im Detail, sagte Johannes Riedl vom WWA Weilheim. Der Weg der Planung sei kurvig und holprig gewesen, zuletzt, als es darum ging, mit Grundstückseigentümern zu reden, vielleicht auch ein bisschen steinig, blickte er zurück. „Da schreit nicht jeder ,Hurra’“. Letztendlich habe die Gemeinde aber alles gut gemeistert. Bürgermeister Essich bedankte sich bei Grundstückseigentümern und Anliegern für ihr Einverständnis zur Verlegung der Druckleitung.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. Bis zum Frühjahr 2021 wird noch gebaut, wie Ingenieur Robert Streif erklärte. Dazu zählen die Nachrüstung und Anbindung der Regenüberläufe an das Prozessleitsystem, die Bepflanzung von Teich drei als Ausgleichsmaßnahme sowie Rückbauarbeiten an der Kläranlage (Entschlammung mit Entsorgung). Die größten Aufgaben sind aber bereits gemeistert.

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