Zahlreiche Verletzte bei Unruhen am Tempelberg

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Die Spannung steigt: Der Eisenrahmen um die selbstgebaute Kapelle von Wolfgang Leier aus Schwabbruck (4. von links) ist montiert, Pfarrer Hans Fries gibt dem Ganzen seinen Segen, in Kürze wird der Kran die Kapelle anheben, um sie an einem schönen Aussichtspunkt bei Schwabbruck zentimetergenau wieder abzusetzen.

Schwabbrucker erfüllt sich einen Herzenswunsch

Eine Kapelle zieht um

Schwabbruck - Eine komplette Kapelle aufladen, transportieren und zentimetergenau auf dem vorgesehen Platz absetzen, war für  Kranführer Markus Reßle Neuland. Und für Wolfgang Leier aus Schwabbruck die Erfüllung eines Herzenswunschs.

Es hat sich wie ein Lauffeuer in Schwabbruck herumgesprochen, dass die kleine Kapelle an diesem Tag zu ihrem Bestimmungsort transportiert wird. Welche Kapelle, das wusste jedes Kind. Es ist die von Wolfgang Leier.

Der Chef einer Heizungsbaufirma hat sie in den vergangenen zwei Jahren geschaffen. Leier ist da gewissermaßen fremdgegangen. Vom handwerklichen her gesehen. Der Heizungsbaumeister hat Gewindeschneider gegen Kelle getauscht und die kleine Kapelle gemauert. Nach allen Regeln der Kunst und vor allem vor seiner Haustüre.

Immer wieder, wenn Leier in einem ruhigen Moment einen neuen Gedanken gefasst hat, setzte er diesen an seinem kleinen Bauwerk um. Einen Plan erstellen? Viel zu langweilig für ihn. Eine grobe Skizze genügte als Vorlage, die Feinheiten entwickelte er im Kopf.

„Das hatte einfach seinen Reiz, der Phantasie freien Lauf zu lassen“, sagt Leier verschmitzt, während er die letzten Vorbereitungen zur Verladung vornimmt. Aber so einfach soll er nicht wegkommen. Man will schon genau wissen, wie er auf die Idee kam, eine Kapelle zu bauen.

Leier lässt sich breitschlagen und antwortet. „Es gibt doch ein Sprichwort, was ein Mann in seinem Leben alles tun muss“, beginnt Leier zu erzählen. „Ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und einen Sohn zeugen“, sagt der Volksmund. Hat Leier alles hinter sich. Das erste hat er schon früh geschaffen, Bäume jede Menge gepflanzt. Und auch den letzten Punkt hat er mit Bravour erfüllt, eigentlich übererfüllt: Wolfgang, Martin und Thomas sind drei prächtige Burschen.

Und alles andere, was er angefasst hat, konnte er immer zur Zufriedenheit aller zuende bringen. „So wollte ich meine Dankbarkeit einfach mit dieser kleinen Kapelle zum Ausdruck bringen.“

Runter damit: Zentimetergenau wird Leiers Kapelle an einem Aussichtspunkt bei Schwabbruck abgesetzt. 

Kurz vor seinem 60. Geburtstag hat er sein sich auferlegtes Ziel erreicht. Die Mauern stehen, das Dach aus Lerchenholz gezimmert, der Turm in Kupfer geformt. Nur die vier Glasfenster sind noch nicht eingesetzt, das soll erst vor Ort geschehen.

Jetzt muss Leiers Meisterstück verladen werden, damit man es in die Flur hinaus transportieren kann. Ein Eisenrahmen, der um die ganze Konstruktion gebaut ist, soll für die nötige Stabilität sorgen. Die heiße Phase beginnt.

Der Bürgermeister hat den Pfarrer im Schlepptau, die Feuerwehr sichert ab, sogar Hausfrauen finden den Weg zu dem Ereignis. Selbst die Friseurin, die freien Blick von ihrem Salon auf das Geschehen hat, hört das Lockenwickeln auf.

Die Haken sind eingehakt, Helmut Reßle kontrolliert die Gurte, Kranführer Markus Reßle geht auf Spannung. Pfarrer Hans Fries gibt dem Ganzen seinen Segen, „damit es keinen Wackler tut und keine Risse gibt“, formuliert er. Es geht nach oben. Alles läuft wie am Schnürchen. Die Kapelle ist verladen und gesichert. Der Konvoi startet.

Gute vier Kilometer geht’s durch die Gegend, in Schrittgeschwindigkeit. Dann der Platz, der für die Kapelle vorbereitet ist. Die Aussicht traumhaft, ein Ort zum Genießen, Entspannen und Abschalten.

Das Absetzen durch den Kranführer fast ein Kinderspiel, das strahlende Gesicht von Wolfgang Leier nicht zu übersehen. Seine Wasserwaage auch nicht. Es passt. Jetzt dürfen alle anstoßen und auf den gelungenen Transport ein Prosit ausrufen. Nicht mit irgendeinem Bier, auch hier hat Leier weiter gedacht. Es gibt ein „Maria Hilferbier“, was sonst?

Bilder: So sieht es aus, wenn eine Kapelle umzieht

Hans-Helmut Herold

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