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Eine Herz und eine Seele: Barbara Dähn mit den Mädchen in dem Heim im westafrikanischen Cotonou. Von ihnen erfährt die 19-jährige Schwabbruckerin sehr viel Dankbarkeit.

Schwabbruckerin im Freiwilligendienst 

Einzigartige Momente in Afrika

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Statt zu studieren oder eine Auszeit zu nehmen, hatte sich die 19-jährige Barbara Dähn entschieden, nach ihrem Abitur ein Jahr nach Afrika zu gehen. Die Schwabbruckerin steht traumatisierten Mädchen zur Seite, die Opfer von Gewalt oder sexuellen Übergriffen wurden. Das freiwillige Jahr ist fast rum, und die Schwabbruckerin hat ihre Entscheidung nie bereut. Ganz im Gegenteil.

Schwabbruck/Cotonou – „Ich würde das Jahr auf jeden Fall wieder machen“, sagt Barbare Dähn, die im Sommer 2017 ins westafrikanischen Benin gereist ist, um in Projekten der Don Bosco-Schwestern mitzuarbeiten. In der Stadt Cotonou hilft die 19-jährige Schwabbruckerin unter dem Motto: „Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen!“

Diese Gewalt ist in der Region leider nicht selten. So erzählt die Schwabbruckerin zum Beispiel die furchtbare Geschichte der jungen Estelle, die als 15-Jährige von einem jungen Mann schwer misshandelt wurde. Zusammen mit zwei anderen Männern hatte er sie in einem Boot überwältigt und weggebracht. Er sperrte Estelle ein, schlug und vergewaltigte sie. Der Täter kannte Estelle schon vorher aus ihrer Familie. „Durch die Vergewaltigung hoffte er auf eine Schwangerschaft und somit auf eine Heirat“, erzählt die Schwabbruckerin. Drei Tage lang missbrauchte der Mann das Mädchen, dann gelang Estelle die Flucht aus seinem Haus. Sie vertraute sich einer Frau an, die Estelle in die Schutz- und Auffangstation der Don Bosco-Schwestern brachte, wo sie medizinisch und psychologisch betreut wurde. Die 15-Jährige blieb in dem Heim, ihr Peiniger kam für fünf Jahre hinter Gitter. „Estelle fühlt sich mit den anderen Mädchen sehr wohl und trägt trotz ihrer Geschichte wieder oft ein Lächeln auf den Lippen“, weiß Barbara Dähn. Denn sie könne nun im geschützten Umfeld ihre Ausbildung zur Schneiderin beenden.

Der Fall von Estelle ist einer von vielen in dem Heim, in dem die Schwabbruckerin regelmäßig mit anderen Volontären der Don Bosco-Organisation arbeitet. „Wir helfen dort bei der Hausaufgabenbetreuung mit und bieten Aktivitäten an“, berichtet die 19-Jährige. Zusammen wird gebastelt und gemalt, und es werden Gruppenspiele organisiert. Sonntags geht Barbara mit den Mädchen in die Messe und zu Spieleveranstaltung. Von den kleinen und großen Kindern erfährt sie dabei sehr viel Dankbarkeit. Sie bekommt Sätze wie „Warum kannst du nicht meine Mama sein?“ oder „Ich fühl mich einfach wohl, wenn du da bist“ zu hören. „Das sind besondere Momente, an die ich mich lange erinnern werde“, sagt die 19-Jährige, die meist nicht viel von Einzelschicksalen der Mädchen weiß. Nur so viel, „dass einige von ihren Familien verkauft wurden und bei ihrer Gastmutter alles andere als gut behandelt werden“.

Schon bald wird sich die junge Schwabbruckerin von den Mädchen verabschieden müssen, um mit unendlich vielen Eindrücken und Erlebnissen in die Heimat zurückzukehren. „Ein Freiwilligendienst ist eine richtige Bereicherung“, sagt die 19-Jährige, schon jetzt rückblickend. „Jeder Tag ist ganz besonders, man macht immer neue Erfahrungen, die man so in Deutschland nie machen würde.“

Wenn sie zurück ist, wird die ehemaligen Schülerin des Schongauer Welfengymnasiums ihren Freunden viel zu erzählen haben. Dann wird sie aber schon sehr bald ihre Zelte in Schwabbruck erneut abbrechen. Dieses mal geht es aber nicht ganz so weit: „Ich werde in Würzburg Sonderpädagogik auf Grundschullehramt für geistig Behinderte studieren.“

In einem Blog

im Internet berichtet Barbara Dähn über ihre Erlebnisse in Afrika. Darin finden sich auch Infos zu dem freiwilligen sozialen Jahr in Afrika und Spendenkonten für die Projekte der Don Boscos. Die Adresse: www.blogs.donboscovolunteers.de/barbarainbenin/

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