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Lange Geduldsprobe: Die Buchse mit dem Glasfaserkabel wurde bereits im Mai vergangenen Jahres im Keller von Rainer Siegl an der Ingenrieder Straße installiert. Auf die Techniker, die sie anschließen, warten alle Schwabbrucker bislang vergeblich.

Glasfaser in der Warteschleife 

Schwabbruckern reißt der Geduldsfaden

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In Schwabbruck regt sich Unmut über die Telekom. Für Ende November war die Inbetriebnahme des Glasfasernetzes im Ort zugesagt worden, das ultraschnelle Internet lässt aber noch immer auf sich warten. Als neuer Termin wurde jetzt Ende März in Aussicht gestellt.

Schwabbruck – „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht“, betont Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich, der sich derzeit viele Klagen von Bürgern anhören muss. Bekanntlich waren im gesamten Ort Gräben aufgerissen worden, Glasfaserkabel verlegt und an beinahe alle Häuser angeschlossen worden. Nur eine Handvoll Bürger hatte das für sie kostenlose Angebot ausgeschlagen. Die Gemeinde ließ sich den Breitbandausbau stattliche 330 000 Euro kosten, 580 000 Euro staatliche Fördergelder kamen noch oben drauf. Für Ende November 2017 hatte die Telekom den Start des Internets der neuesten Generation angekündigt. Mit flotten 200 Megabit pro Sekunde sollten die Daten dann aus dem Netz in die Häuser sausen. Anders herum, im so genanntem Upload, wurden 100 Megabit pro Sekunde in Aussicht gestellt. So macht das Surfen im Internet Spaß!

Der Spaß ist vielen Schwabbruckern mittlerweile jedoch vergangen, denn 16 Megabit pro Sekunden sind nach wie vor das höchste der Gefühle, das im Ort erreicht wird. Der Schwabbrucker Unternehmer Rainer Siegl zum Beispiel, der früher selbst als Kommunikationselektroniker bei der Telekom beschäftigt war, ärgert sich maßlos über das andauernde Schneckentempo seines Anschlusses. Wenn er beispielsweise ein aufwendiges HD-Video im Netz hochladen will, „dann braucht es eine ganze Woche bis es drin ist“, klagt er mit Blick auf den mageren Upload von einem Megabit pro Sekunde.

Vor allem Kunden, die nicht bei der Telekom sind, sondern Telefon und Internet von einem anderen Anbieter wie zum Beispiel „1&1“ beziehen, sieht der Schwabbrucker nach der Verzögerung der Freischaltung jetzt im Nachteil. Denn ihre Verträge hätten sich mittlerweile verlängert, einige sind erst wieder in einem Jahr kündbar. Obendrein würde die Telekom derzeit sämtliche alten Festnetzanschlüsse kündigen. „Die Kunden sind nun gezwungen, auf einen IP-Anschluss umzustellen“, weiß Siegl. Und wegen des Zeitdrucks würden nun viele, vor allem aber Betriebe, auf das sogenannte ALL-IP umstellen, das durch die noch bestehenden Kupferleitungen in die Häuser gelangt. „Wenn dann endlich irgendwann Glasfaser nutzbar ist, ist unter Umständen die nun neu eingerüstete Technik schon wieder überflüssig und es muss erneut umgebaut werden“, moniert der Unternehmer. Oder man nutze eben weiterhin das alte, langsame kupferbasierte Internet. „Das wäre schade für das viele Geld, das in diesen Ausbau gesteckt wurde“, findet der 40-jährige Experte.

Auch Rathauschef Essich ist alles andere als erfreut: „Die Telekom macht sich sicher keine Freunde“, sagt er. Immerhin: Bei der Bürgerversammlung am Donnerstag, 15. Februar, im Schäferwirt (Beginn: 20 Uhr), werden laut Essich auch Vertreter der Telekom den Schwabbruckern Rede und Antwort stehen. Das Gemeindeoberhaupt weiß derzeit auch nicht so genau, woran es hakt. Nur soviel, dass es um Schaltpläne geht. „Nicht die Physik macht Probleme, sondern die Chemie“, umschreibt Essich das Problem. Als neuer Termin für die Inbetriebnahme des Glasfasernetzes, an das, wie berichtet, 305 Wohneinheiten angeschlossen worden sind, wurde ihm nun Ende März genannt.

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