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Der radelnde Bürgermeister: Norbert Essich ist oft ohne Auto in Schwabbruck unterwegs.

Serie: Halbzeitbilanz der Bürgermeister

Ein Macher, der begeistern kann

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„Wer nicht sagt, was er will, bekommt auch nicht, was er will“: Das ist ein Motto von Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich. Er zieht nach drei Jahren eine positive Halbzeit-Bilanz als neuer Gemeindechef.

Schwabbruck – 1990 als Fachoffizier aus dem Schwarzwald in die Luftlande- und Lufttransportschule nach Altenstadt versetzt, ist Norbert Essich 1991 nach Schwabbruck gezogen, hat dort drei Jahre später ein Haus gebaut. Mit seiner Frau und den zwei damals noch kleinen Kindern ist er seinerzeit sehr gut von den Schwabbruckern aufgenommen worden. „Vielleicht kann ich dem Ort und seinen Menschen etwas von dem zurückgeben, was meine Familie und ich bekommen haben“, hat Essich vor drei Jahren gesagt, als er sich zur Bürgermeister- Wahl gestellt hat – und mit überzeugendem Ergebnis gewählt wurde.

Bereits seit 2002 saß Essich – als Berufssoldat mit dem Dienstgrad Hauptmann im Bereich Fallschirmtechnik eingesetzt – im Schwabbrucker Gemeinderat, war vorher aktiver Tennis- und Fußballspieler sowie jahrelang Vorsitzender der Ski-Abteilung im TSV Schwabbruck. „Ich hab’ mich von Anfang an gerne ins Gemeinschaftsleben eingebracht und war bereit, als sich gefragt wurde, Verantwortung zu übernehmen“, sagt der 57-Jährige rückblickend.

Gleiches galt auch für die Entscheidung zum Jahreswechsel 2013/14, als Bürgermeister zu kandidieren: „Bis dahin hab’ ich nie ernsthaft daran gedacht. Aber als ich vorgeschlagen wurde, habe ich mich damit befasst, es mit der Familie besprochen und mich dafür entschieden“, so Essich. Förderlich für diese Entscheidung war sicherlich, dass der Berufssoldat kurze Zeit später in Ruhestand gehen würde: „Wenn ich was mache, mache ich es richtig“, sagt Essich. „So hab’ ich die Zeit, das Amt gewissenhaft und professionell auszuüben.“

Man sieht ihm an, dass er seine Entscheidung nicht bereut, er gerne Bürgermeister in Schwabbruck ist. „Das Gefühl, in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat etwas bewegen zu können, ist sehr befriedigend, auch wenn es stellenweise anstrengend ist“, gesteht Essich. Seine Devise: „Nicht verwalten, sondern machen, Lösungen für Probleme finden. Und ich denke, dass das die Bürger auch sehen und anerkennen.“

Essich sieht sein Amt als Full-Time-Job, ist für die Bürger immer ansprechbar. „Eine Deadline gibt es da nicht.“ Einzige Ausnahme: „Wenn meine Frau mal frei hat, versuche auch ich, mir diesen Tag freizuhalten.“

Ansonsten sind Essichs Tage relativ durchstrukturiert. Vormittags ist er meistens im Büro im Rathaus oder in der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt und erledigt die Post und Schreibarbeit bzw. was sonst noch so ansteht. Über den Tag verteilt folgen Termine, Besprechungen, Verhandlungen oder Gespräche. „Vor allem die Abende haben sich für mich verändert“, sagt der Schwabbrucker Bürgermeister. „Man hat nicht mehr so viel selbst geplante Zeit, weil abends oft Versammlungen oder andere Termine anstehen.“

Aber damit kann Essich sehr gut leben. „Alles, was mit Menschen zu tun hat, mache ich gerne“, sagt er. Zu sehen, dass man etwas umsetzen kann, macht zufrieden.

Das betrifft auch und vor allem den Gemeinderat. „Ich glaube, es ist eine meiner Stärken, andere zu begeistern, zu motivieren“, sagt der 57-Jährige. „Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen, um gemeinsam etwas zu verwirklichen.“ Aus diesem Grund versuche er, die Gemeinderäte so umfangreich wie möglich über alles Wichtige zu informieren, um anschließend konstruktiv zu diskutieren und in die Tat umzusetzen.

Mit seiner ihm eigenen positiven und zuversichtlichen Art will Essich mit dem Gemeinderat die wichtigen Themen Ertüchtigung der Kläranlage, neues Baugebiet und Hochwasserschutz angehen und umsetzen. Fast auf der Zielgeraden sieht sich der Schwabbrucker Bürgermeister dagegen bei einem anderen Großprojekt: dem Breitbandausbau. „Das war und ist sehr arbeitsintensiv, weil man täglich vor Ort mit dem Bauleiter Rücksprache halten muss“, sagt Essich. Aber wenn die Maßnahme abgeschlossen sei, spiele Schwabbruck in Sachen Internet-Geschwindigkeit in der 1. Liga, „das ist ein grandioser Fortschritt für Schwabbruck. „Dann mache ich eine Flasche Sekt auf“, so Essich lachend.

Aufgrund der überaus positiven Halbzeit-Bilanz macht Essich keinen Hehl daraus, dass er bei der nächsten Kommunalwahl in drei Jahren zur Wiederwahl antritt: „Vorausgesetzt, dass es so weitergeht und die Schwabbrucker mit mir zufrieden sind, gibt es keinen Grund aufzuhören.“

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