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Klein, aber fein: Schwabbruck ist aus der Luft ein überschaubares Dorf, das für seine Größe aber eine bemerkenswerte Infrastruktur zu bietet. 

Serie zur Ortsentwicklung, Teil 19 

Schwabbruck lässt kaum Wünsche offen

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„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in unserer Serie zur Ortsentwicklung von den 22 Kommunen aus dem Verbreitungsgebiet der Schongauer Nachrichten wissen, wie stark sie in den kommenden 20 Jahren wachsen möchten und können. Heute: Schwabbruck.

Schwabbruck– Die Bürger von Schwabbruck genießen ihren freien Blick in die Alpen. Dass er ihnen erhalten bleibt, dafür kämpft Bürgermeister Norbert Essich wie ein Löwe. Und zwar gegen eine von den Lechwerken (LEW) geplante Freileitung südlich des Orts. Derzeit wird bekanntlich die von Essichvorgeschlagene Erdverkabelung geprüft, unklar ist aber noch, wer die beträchtlichen Mehrkosten tragen soll. Wichtig ist dem Rathauschef für Schwabbruck zudem die Schaffung von neuem Bauland, damit die Gemeinde überschaubar und in einem verträglichen Rahmen wachsen kann.

Junge Familienund Senioren

Der Zuzug junger Familien ist in Schwabbruck im Rahmen des Einheimischenmodells erwünscht. Darin sieht der Bürgermeister keinen Widerspruch, denn Essich hat auch die jungen Menschen im Blick, die Schwabbruck aufgrund fehlenden Wohnraums schon vor Jahren verlassen haben. „Wir möchten ihnen die Möglichkeit bieten, zu einem normalen Preis zu bauen“, sagt er. Als Angebote für Senioren nennt der Bürgermeister das private Seniorenheim Kriesmair mit seinen 32 Plätzen sowie die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Karin Graf. Sie sei mit mindestens einer Veranstaltung im Monat sehr aktiv, lobt der Rathauschef.

Einheimische

Bei der Ausgestaltung des Einheimischenmodells hat der Schwabbrucker Gemeinderat demnächst ein dickes Brett zu bohren. Das Regelwerk muss an das EU-Recht angepasst werden. Bislang lauteten die Vorgaben für die Bewerber im Einheimischenmodell, dass sie seit mindestens zehn Jahre im Ort leben oder 15 Jahre in Schwabbruck gewohnt hatten. Für das neue Baugebiet, das demnächst ausgewiesen wird, werden neue Regeln gelten.

Bauland

Geschehen soll das an der Burggener Straße. Der Bebauungsplan ist laut Essich derzeit im Verfahren, rund 13 Parzellen werden im Einheimischemodell angeboten. Die Grundstücke sind zwischen 600 und 700 Quadratmeter groß. Preise kann der Rathauschef noch keine nennen. Unter anderem müssten erst die Erschließungskosten berechnet werden, erklärt er. Aktuell steht in Schwabbruck kein Bauland zur Verfügung, denn „augenblicklich wurde der letzte gemeindliche Bauplatz verkauft“, berichtet der Bürgermeister.

Verdichtung

Baulücken, die geschlossen werden könnten, sieht der Rathauschef in Schwabbruck keine mehr. Wohl aber mehrere leer stehende Höfe und Einfamilienhäuser, die renoviert beziehungsweise abgerissen und neu gebaut werden könnten. Die Gemeinde hat darauf aber keinen Einfluss, alles sei in privater Hand, macht Essich klar, dass die Eigentümer selbst handeln müssen.

Infrastruktur

Die Infrastruktur ist für einen kleinen Ort wie Schwabbruck mit seinen knapp 1000 Einwohnern bemerkenswert. Stolz ist der Bürgermeister derzeit vor allem auf den erfolgten Breitbrandausbau. Der komplette Ort ist schon angeschlossen, wenn demnächst die Freischaltung durch die Telekom erfolgt, werden laut Essich Datenraten von 200 Megabit pro Sekunde möglich sein. Die Gemeinde hat sich das 410 000 Euro kosten lassen, 500 000 Euro Fördermittel gab es vom Freistaat oben drauf. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln ist in Schwabbruck mit einer Bäckerei samt kleinem Sparmarkt gewährleistet. Zum Bedauern des Bürgermeisters hatte jüngst allerdings aufgrund mangelnder Nachfrage der Getränkemarkt im Ort geschlossen. Dafür gibt es in Schwabbruck drei Gaststätten, ein Autohaus, verschiedene Handwerksbetriebe, einen Frisör und noch vieles mehr. Dazu freut sich der Bürgermeister über ein reges Vereinsleben, die Fußballer haben zum Kicken auch ein Kunstrasenplatz zur Verfügung.

Gewerbeansiedlung

Derzeit gibt es laut Essich keine konkreten Planungen für neues Gewerbe. Neue Flächen könnten entstehen, wenn der Wunsch nach einer unterirdische Stromtrasse südlich des Orts in Erfüllung geht. Die bestehende Trasse nördlich, beziehungsweise östlich Schwabbrucks würde abgebaut, neue Betriebe könnten sich ansiedeln.

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