Auch im Bürgerhauhalt geht es in erster Linie ums Geld
+
Der Haushalt 2022 war Thema im Gemeinderat Schwabbruck.

Haushalt 2022

Steuererhöhung in Schwabbruck?

  • Elena Siegl
    VonElena Siegl
    schließen

„Schwabbruck steht finanziell ordentlich da“, so Bürgermeister Norbert Essich zum Haushalt 2022. Die Kämmerin riet dennoch dazu, die Hebesätzen für Grund- und Gewerbesteuer zu erhöhen.

Schwabbruck – Insgesamt 3,25 Millionen Euro umfasst der Haushalt der Gemeinde Schwabbruck für das laufende Jahr. Im Verwaltungshaushalt sind das 1,82 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt 1,43 Millionen Euro. Eine Kreditaufnahme ist für 2022 nicht vorgesehen, erklärte Andrea Sepp, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Allerdings sei eine Rücklagenentnahme nötig.

Die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt erreiche man – allerdings nur knapp. 103 970 Euro sind angesetzt. 96 000 Euro seien nötig, erklärte Sepp. Nur knapp 8000 Euro würden als freier Finanzspielraum bleiben.

Damit sich die Gemeinde für künftige Investitionen nicht selbst in ihrer Handlungsfähigkeit einschränkt, riet die Kämmerin dazu, die Hebesätze für die Grund- und die Gewerbesteuer ab Januar 2023 zu erhöhen. Eine Entscheidung dazu fiel noch nicht – das würde in einer Sitzung im Herbst ausreichen, so Sepp.

Aktuell liegt der Hebesatz der Grundsteuer A bei 360 v.H. (für das Jahr werden insgesamt 11 800 Euro erwartet), der Hebesatz der Grundsteuer B bei 330 v.H. (heuer 85 000 Euro) und die Gewerbesteuer bei 310 v.H.. Alle Hebesätze liegen unter dem Landesdurchschnitt, den Sepp zum Vergleich jeweils angeführt hatte (A: 395,4 v.H.; B: 364,2 v.H.; Gewerbesteuer: 316,7 v.H.).

Während der Ansatz für die Gewerbesteuer 2021 noch bei 100 000 Euro lag und das Ergebnis 2020 bei 95 000 Euro, rechne man heuer mit 125 000 Euro. „Es ist sehr erfreulich, dass Corona sich nicht abgezeichnet hat“, sagte Sepp.

Kosten für Abwasserbeseitigung müssen noch angepasst werden

Eine weitere Gebühr wird sich für die Schwabbrucker noch ändern: Die Abwasserbeseitigung sei eigentlich eine kostendeckende Einrichtung, so Sepp. Heißt: „Einnahmen und Ausgaben müssen sich decken.“ Doch während bei den Einnahmen heuer mit 55 100 Euro gerechnet wird, schlagen auf Ausgabenseite wohl 100 270 Euro zu Buche. Es ergebe sich also ein Defizit von 45 000 Euro, so zumindest der Planungswert. Tatsächlich sei noch nicht abschließend bekannt, „wie der Anschluss an die Kläranlage Schongau durchschlägt“, so Sepp. Es werde eine Gebührenanpassung geben, damit der Bereich wieder kostendeckend ist. Allerdings erst im Dezember, wenn die Zahlen der Kläranlage vorliegen.

Die Baukosten für die Druckleitung nach Schongau schlagen heuer mit 100 000 Euro zu Buche, das Sanierungskonzept mit ebenfalls 100 000 Euro.

Warum die Energieausgaben für die Abwasserbeseitigung von 2100 Euro im Jahr 2021 auf 6900 Euro heuer steigen, wollte Silvia Richter wissen. Es handle sich um die Stromkosten für die Pumpe, erklärte Sepp, Man wolle künftig aber mit einer Photovoltaikanlage abhelfen, ergänzte Rathauschef Essich.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Schongau-Newsletter.)

Eine andere Ausgabensteigerung sorgte für Fragezeichen bei Norbert Schreiber: Die Zuweisungen an den Schulverband Schongau waren 2021 mit 28 810 Euro angegeben, heuer mit rund 10 000 Euro mehr. Nicht, weil mehr Schwabbrucker auf die Schongauer Mittelschule gehen, sondern insgesamt weniger, erklärte Andrea Sepp. Die Schulumlage für jeden Ort erhöhe sich.

„Schwabbruck steht finanziell ordentlich da“

Für den Kindergartenumbau, speziell die Heizung, sind heuer 100 000 Euro im Haushalt vorgesehen. Mit 280 000 Euro plus 60 000 Euro Baunebenkosten rechnet man für das Jahr 2023. Für die Beschaffung von Fahrzeugen für den Bauhof sind heuer 120 000 Euro eingeplant.

Die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31. Dezember 2021 betrug 895,82 Euro, wenn man von – laut statistischem Meldeamt – 984 Einwohnern ausgeht. In Schwabbruck selbst verzeichnet man tatsächlich mehr Einwohner, hieß es in der Sitzung. Für 2022 rechne man außerdem mit Schlüsselzuweisungen über 357 200 Euro (im vergangenen Jahr waren es 310 860 Euro). Die Kreisumlage wird für 2022 mit 546 450 Euro angesetzt (im Vorjahr 505 882 Euro).

„Schwabbruck steht finanziell ordentlich da“, sagte Essich abschließend. Er betonte, dass man „keinen Luxus“ mache, sondern nur „was sein muss.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region rund um Schongau finden Sie auf Merkur.de/Schongau.

Mehr zum Thema

Kommentare