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Die neue Trasse (rot) wird sich im Groben an der alten (blau) orientieren. Nordöstlich von Schwabbruck rückt sie aber von Schwabbruck ab, das sich dort weiter entwickeln kann. 

LEW hat Pläne vorgestellt

Stromtrasse lässt Schwabbruck Platz für Dorfentwicklung

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Die Fronten im Streit um die Führung der neuen Stromtrasse nach Schongau sind geklärt, jetzt steigen die Lechwerke in die Planung ein. Der Schwabbrucker Gemeinderat bekam in seiner jüngsten Sitzung einen ersten Entwurf präsentiert, der aber zunächst nur Schwabbruck betrifft.

Schwabbruck – Bevor die Experten der LEW Verteilnetz GmbH am Montag dem Gemeinderat ihre Planung erläuterten, schickte Bürgermeister Norbert Essich noch ein paar klärende Worte voraus: „Es war immer klar, entweder alles oder nichts“, sagte der Schwabbruck Rathauschef mit Blick auf die Mehrkosten, die eine Erdverkabelung der 110-kV-Leitung südlich von Schwabbruck gebracht hätten. Die LEW hatten bekanntlich 1,3 Millionen Euro aufgerufen, die Schwabbruck, Altenstadt und Schwabsoien zu unterschiedlichen Anteilen hätten beisteuern müssen. „Das ist Geld, das wir nicht haben und nicht investieren können“, machte Essich für Schwabbruck jetzt noch einmal klar.

Wie berichtet, hatte man in Altenstadt eine andere Strategie verfolgt. Bürgermeister Albert Hadersbeck hätte gerne noch weiter mit den LEW über die Höhe der Beteiligungen verhandelt. Die LEW machte aber ein ums andere Mal klar, dass darüber nicht verhandelt werden kann.

Die neue Trassenführung orientiert sich jetzt im Groben an der Alten. Bei Schwabbruck und Altenstadt sind aber „Optimierungen“ vorgesehen. Während in Altenstadt auch unterirdische Teilverkabelungen im Raum stehen, deren Mehrkosten die Gemeinde dann selbst tragen muss, ist in Schwabbruck auch in Zukunft eine Freileitung vorgesehen, die nördlich am Dorf vorbeiführt. Sie wird aber so weit vom Ort abgerückt, dass die Gemeinde ein Baugebiet ausweisen könne, erläuterte LEW-Experte Robert Schleich dem Gemeinderat. Norbert Essich schickte daraufhin sofort hinterher, dass die Gemeinde kein neues Baugebiet geplant habe, sondern „wir unsere Entwicklung nicht einschränken möchten“.

Einige Gemeinderäte würden die Leitung gerne noch etwas weiter vom Ort abgerückt sehen. Da mussten die Experten sie aber enttäuschen. Dann würde man „neue Betroffenheiten“ schaffen, erklärten sie mit Blick auf die bestehende Trasse. Rückt man von ihr zu weit ab, wären andere Flurstücke betroffen. Teils mühsame Neuverhandlungen mit neuen Grundstückseigentümern wären die Folge.

Freuen können sich indes die Landwirte. Weil die Kabel an den neuen, sechs Meter höheren Masten weiter vom Boden weg sein werden, bleibt mehr Platz für die landwirtschaftliche Nutzung der Felder. Und die Gemeinde Schwabsoien, die die Trasse auch in Zukunft vor der Nase haben wird, hat auch schon einen Wunsch geäußert. Laut LEW hat sich Bürgermeister Siegfried Neumann dafür eingesetzt, dass Gittermasten zur Ausführung gelangen. Diese sind transparenter und fügen sich besser in die Landschaft ein als alternative Vollwandmasten, die sich die Gemeinde Ingenried wünscht. Die Experten ließen durchblicken, dass sie Schwabsoien den Wunsch erfüllen werden. „Wir würden gerne durchgehend Gittermasten bauen“, erläuterten sie.

Am Montag, 4. Juni, werden LEW-Vertreter dem Schwabsoier Gemeinderat die Pläne vorstellen. Wann das Thema in Altenstadt auf der Tagesordnung landet, ist noch offen. In Schwabbruck soll noch vor den Sommerferien eine Bürgersprechstunde angeboten werden, in der die Bevölkerung Wünsche und Anregungen äußern kann. Ziel sei es, bis Jahresende ins Planfeststellungsverfahren zu gehen. Bis letztlich die Trasse gebaut werden kann, dürften dann ein bis eineinhalb weitere Jahre ins Land ziehen.

Das Thema Stromtrasse ist in der Region schon lange ein Aufreger.

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