Schwabniederhofen: Neue Orgel macht Kirche klanglich zum Dom

Schwabniederhofen - Schlechtes Material, Holzwurmbefall und ein Wasserschaden: Die Probleme mit der Orgel in der Schwabniederhofener Pfarrkirche gehören der Vergangenheit an.

Organist und Kirchenpfleger Bernhard Schmitz kann ein Lied von den Unzulänglichkeiten der Orgel in der Schwabniederhofener Kirche singen: „Die Töne haben gehangen oder ganz ausgesetzt“, berichtet er. Und das it eigentlich auch kein Wunder, stammt doch die Schwarzbauer-Orgel aus dem Jahr 1920. „So kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gab es halt fast kein Metall, daher war die Orgel dürftig ausgestattet und von schlechter Qualität“, ergänzt der Schwabniederhofener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dieter Marczinek. „In einem alten Pfarrer-Tagebuch war sogar von Inflationsware die Rede.“

Und als ob das noch nicht genug der Probleme mit der Orgel wären, hat sich auch der Holzwurm in den vergangenen Jahren in der Orgel niedergelassen und an ihr genagt, zudem hat sie einen Wasserschaden, der wohl bei der Außenrenovierung der Kirche in den Jahren 1990 bis 1995 passiert ist.

Gründe genug also für die Pfarreileitung, über eine neue Orgel bzw. eine Restaurierung nachzudenken. Das war im Frühjahr 2010 der Fall. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch das Glück, dass wir von einem Bürger eine großzügige Spende für die Kirche bekommen haben“, sagt Kirchenpfleger Schmitz rückblickend. Und so entschloss man sich, drei Angebote für die neue Orgel einzuholen.

Das erste enthielt einen kompletten Orgelneubau zum Preis von 120 000 Euro, das zweite eine Sanierung für 40 000 Euro. Entschieden haben sich die Schwabniederhofener dann aber für Angebot drei: „Alle noch brauchbaren Teile werden aus der alten Orgel entnommen und wieder verwandt, aber die ganze Technik wird neu gemacht“, so Schmitz weiter. Kostenpunkt: rund 95 000 Euro. „Und die können wir zu 75 Prozent aus Spenden abdecken“, ergänzt Marczinek. Zuschüsse seitens der Diözese gibt es nicht.

Doch beim Abbau der Orgel trat ein bislang unbekanntes Problem zutage: „Wir hatten kein statisches Gutachten für die Empore, eigentlich durfte da niemand rauf“, schildert Organist Bernhard Schmitz. Es folgte eine statische Sanierung der beiden Emporen, die dabei massive Stahlträger erhielten. In der Orgelbaufirma Andreas Offner in Kissing wurde derweil die Orgel komplett zerlegt und anschließend wieder neu aufgebaut. „Erhalten werden konnten alle Holzpfeifen sowie das Holz-Gehäuse der Orgel“, freut sich der Organist .

Überhaupt hat sich die Orgelsanierung gelohnt, wie Schmitz erklärt: „Neu ist, das jetzt alles elektromagnetisch und nicht wie bisher pneumatisch passiert. Und vom Klang her ist es, als habe man bisher in einer kleinen Kapelle gespielt und jetzt in einem riesigen Dom.“

Davon hat sich auch Stefan Kling, der Diözesanmusikdirektor der Diözese Augsburg, ein Bild gemacht. „Er war zur offiziellen Abnahme hier und war hochzufrieden“, schildert Schmitz. Vor allem haben ihm das schnelle Ansprechen der Tasten und das Fehlen jeglicher Nebengeräusche begeistert. Damit ist die Zeit der kleinen Leihorgel, mit der sich die Pfarrei für Gottesdienste und andere Feiern beholfen hat, nun endgültig vorbei. Am 10. März wird die neue Orgel geweiht.

jos

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