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Den Gasthof Zur Post hat die Gemeinde von Josef Holzmann erworben.

Nutzungsänderung in Schwabsoien

Flüchtlinge im Gasthaus

Schwabsoien - Im ehemaligen Gasthof „Zur Post“ werden Wohnräume für Asylbewerber und für sozial Benachteiligte der Gemeinde Schwabsoien sowie Räumlichkeiten für ein kleines Gewerbe geschaffen.

„Ein reiner Nutzbau, für den die Kosten so gering wie möglich gehalten werden,“ betonte Bürgermeister Siegfried Neumann. Die Gemeinde Schwabsoien hat den Gasthof von Josef Holzmann erworben und beantragt dafür umgehend eine Nutzungsänderung für mehrere Wohneinheiten.

„So sind wir baurechtlich schon mal auf der sicheren Seite“, betonte Neumann auf der Sitzung des Gemeinderates auf der Diplom-Ingenieur Michael Riedle aus Hohenfurch schon mal das Konzept für die Umstrukturierung vorgestellt hat. Danach sind im Erdgeschoss neben einem Kleingewerbe mit Wohnung Aufenthaltsräume für die Bewohner, zwei Spielzimmer, Küche, Garderobe mit Kofferablage, WC mit Waschanlage und eine Raucherterrasse vorgesehen. Im Obergeschoss sind zwei in sich abgeschlossene Wohnungen, sieben Zimmer mit acht Schlafgelegenheiten und Sanitäreinheiten ohne Bad vorgesehen. Das zweite Obergeschoss und der Keller bleiben verschlossen und werden lediglich statisch und brandschutztechnisch auf den erforderlichen Stand gebracht.

Die Fassade bleibt

Riedle betonte, es handele sich um ein reines Bestandsgebäude an dessen Fassade derzeit nichts gemacht werde. Ebenso am Wärmeschutz, deswegen müsse allerdings mit höheren Heizkosten gerechnet werden. Was den Schallschutz anbelange, so habe dieser baurechtlich keine Bedeutung. „Wärme- und Schallschutz können wir außen vor lassen“, meinte der Planer.

Ein großes Augenmerk wird indes auf den Brandschutz gelegt. Nach der Bayerischen Bauordnung müssen sämtliche Decken Feuer hemmend und die Rettung von Mensch und Tier gewährleistet sein. Die Treppen sollten zwar aus nicht brennbaren Stoffen sein, aber weil die Fluchtwege anderweitig gesichert sind, hat Riedle bereits einen Abweichungsantrag gestellt. „Das ganze Projekt lebt oder stirbt mit dem Brandschutz“, betont der Planer. Gemeinderat Bernhard Starker meinte leicht angefressen, man tue heute so als wäre das alles bereits beschlossene Sache. Es sei nichts anderes als eine Konzeptvorstellung, sagte dazu der Gemeindechef und schlug vor heute dafür abzustimmen, dass für das geplante Vorhaben schon mal die Kosten für die jeweiligen Gewerke ermittelt werden. Es gehe letztlich nur darum, einen Altbau günstig herzurichten. Aber, so der Hinweis von Riedle, da müsse man halt immer mit unvorhergesehenen Kosten rechnen. Gebrauchsgegenstände bleiben so wie sie sind. „Das geht von den Lampen bis zu den Kloschüsseln“, meinte Riedle.

Ein Gemeinderat stimmte dagegen

Siegfried Neumann betonte, man habe bei dem gesamten Vorhaben immer die Asylbewerber im Blickwinkel. Auch deswegen, weil auf diesem Wege letztlich Geld zur Finanzierung in die Gemeindekasse kommt.

Zehn von elf anwesenden Gemeinderäten waren dafür, dass auf der Basis der Planung Angebote für die Gewerke ermittelt werden. Dagegen war Gemeinderat Herbert Hefele.

Walter Kindlmann

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