Schwabsoien: Ab sofort Leinenzwang für alle Hunde

Schwabsoien - „Hunde an die Leine“ heißt es ab sofort in Schwabsoien und Sachsenried. Dazu hat der Gemeinderat jetzt eine Verordnung beschlossen, die sofort in Kraft tritt.

„Wir haben in beiden Ortsteilen sehr viele verantwortungsbewusste Hundehalter“, sagte Neumann in der jüngsten Schwabsoier Gemeinderatssitzung, als es um das Thema Hundehaltung ging. Wohlweislich, dass dieses Thema die Menschen bewegt, schließlich waren aufgrund dieses Tagesordnungspunktes zahlreiche Besucher im Sitzungssaal erschienen. „Aber es sind leider nicht alle“, verwies Neumann auf einen Vorfall aus der vergangenen Woche.

Wie berichtet, hatte eine Mutter aus Sachsenried gemeldet, dass ihr sieben Jahre alter Bub auf einer Wiese am Ortsrand von Sachsenried von zwei freilaufenden Hunden attackiert und leicht verletzt worden sei. Und das sei nicht der einzige Vorfall gewesen, so Neumann weiter. Polizei und Ordnungsamt seien bereits eingeschaltet.

Und um die „wenigen schwarzen Schafe herauszufiltern“, ohne die vielen verantwortungsbewussten Hundehalter zu diskriminieren oder einzuschränken, wolle die Gemeinde Schwabsoien aber eine „Verordnung über das Halten von Hunden in der Gemeinde Schwabsoien“ einführen. Das Ziel: Generelle Anleinpflicht für Hunde im nicht-privaten Bereich, das heißt auf allen öffentlichen Wegen, Plätzen und Straßen.

Orientiert habe sich Neumann dabei zum einen an der in Hohenfurch seit 2001 gültigen Hundeverordnung, zum anderen am Artikel 18 des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes. Dieses besagt: „Zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder die öffentliche Reinlichkeit können Gemeinden durch Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden in öffentlichen Anlagen sowie auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen einschränken.“ Und: „Zum Schutz der genannten Rechtsgüter können die Gemeinden Anordnungen für den Einzelfall zur Haltung von Hunden treffen.“

In einigen Festsetzungen war der von Neumann in der Sitzung verteilte Verordnungs-Vorschlag anderen Gemeinderäten nicht streng bzw. klar genug. Auf den Einwand von Rudi Kögel hin („auch kleine Hunde können aggressiv sein“) wurde zum Beispiel die Begrenzung auf Hunde von mehr als 50 Zentimetern Schulterhöhe weggelassen. Auch wurde konkret aufgenommen, dass Hunde im Umgriff bis zu 100 Meter um bebauten Innenbereich, also auch an den Ortsrändern, anzuleinen sind.

Außerdem ist festgeschrieben, dass derjenige, der mit Hunden in der Öffentlichkeit unterwegs ist, jederzeit körperlich in der Lage sein müsse, die Tiere zu beherrschen, damit sich andere dadurch nicht belästigt oder gar gefährdet fühlen können. Bei Zuwiderhandlungen - fahrlässig oder vorsätzlich - können Bußgelder von bis zu 500 bzw. 1000 Euro fällig werden.

Diese Hundeverordnung der Schwabsoier Gemeinderat einstimmig abgesegnet, sie muss nun noch von der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt bzw. dem Landratsamt geprüft werden. „Bis sie greift, dauert es also noch etwas“, sagte Neumann abschließend. Da aber „Gefahr im Verzug sei“, wie es so schön heißt, erließ der stellvertretende Rathauschef im Anschluss einen Dringlichkeitserlass, durch den die Hundeverordnung mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. „Alle Hundebesitzer im Gemeindegebiet werden noch schriftlich sowie durch Aushänge informiert.“

In dem Fall des von zwei Hunden in Sachsenried angegriffenen Buben ist die Verwaltung in Altenstadt und Schwabsoien tätig geworden. Wie Schwabsoiens stellvertretender Bürgermeister Siegfried Neumann erklärte, habe die Verwaltung dem entsprechenden Hundehalter einen Einzelbescheid zukommen lassen. „In dem steht, wie der Hundebesitzer in Zukunft seine Hunde zu halten hat“, so Neumann. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne er aber keine weiteren Details nennen.

Rubriklistenbild: © dpa

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