Schwabsoien macht mit Schongau gemeinsame Sache beim Wasser

Schwabsoien/Schongau - Die Stadt Schongau und die Gemeinde Schwabsoien teilen sich ein Wasserschutzgebiet zur Trinkwasser-Entnahme. Und auch in einem weiteren Wasser-Punkt gehen die beiden den gleichen Weg.

„Die Stadt Schongau hat ein Problem“, sagte Schwabsoiens Bürgermeister Konrad Sepp jetzt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nach seinen Worten sei man von der Stadt Schongau angeschrieben worden mit dem Hinweis, dass der Erlaubnisbescheid für die Grundwasser-Entnahme von Trinkwasser aus dem gemeinsamen Wasserschutzgebiet abgelaufen sei. „Wir sind aber nicht zeitlich parallel, unser Bescheid läuft noch bis 2016“, führte der Rathauschef weiter aus.

Da die Stadt Schongau aufgrund der ausgelaufenen Genehmigung „unter Zugzwang“ sei, hat der Stadtrat im März beschlossen, einem Marktoberdorfer Ingenieurbüro den Auftrag zum Erstellen eines hydrogeologischen Gutachtens zur Wassersituation im Schutzgebiet zu erstellen. Dieses brauche man, um einen neuen Bescheid zur Trinkwasser-Entnahme zu bekommen. Dies Kosten für dieses Gutachten belaufen sich nach Auskunft aus Schongau auf rund 24 000 Euro. „Hinzu kommen dann noch die Bohrungen,die etwa 40 000 Euro kosten werden“, erklärte Sepp.

Aus dem Brief aus dem Schongauer Rathaus gehe laut Sepp weiter hervor, dass sich die beiden Gemeinden, da es sich um ein gemeinsames Wasserschutzgebiet handele, auch die anfallenden Kosten von insgesamt geschätzten 70 000 Euro auch teilen solle.

„Für die Stadt Schongau wären das für rund 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser 89,5 Prozent der Kosten, das entspricht rund 62 700 Euro“, so Sepp. „Auf Schwabsoien entfallen für die Entnahme von rund 200 000 Kubikmeter Wasser 10,5 Prozent, also etwa 7350 Euro.“

Jetzt sei nur die Frage, so sagte der Schwabsoier Bürgermeister in die Runde, ob sich Schwabsoien auch jetzt schon an den Schongauer Planungen beteiligen, oder bis 2016 warten solle. „Wir können das Gutachten, wenn wir es denn gemeinsam erstellen lassen, dann 2016 auch für unser Genehmigungsverfahren nutzen“, habe die Stadt Schongau angeboten. „Damit kann ich leben, und es ist nur gut, die Kosten nach der Abgabemenge zu berechnen“, sagte Sepp.

Übrigens: Ein gemeinsames Vorgehen bei Gutachten und Genehmigungsverfahren für die Trinkwasser-Entnahme schlage auch das Landratsamt aus Einfachheitsgründen vor, hatte sich Konrad Sepp im Vorfeld der Sitzung schlau gemacht. „Wenn wir das jetzt angehen, sind wir eh schon im Jahr 2014, wenn alles fertig ist, und 2016 läuft unser Bescheid aus.“

Generell warb Sepp für eine Zusammenarbeit mit der Stadt Schongau: „Es wäre schäbig, wenn wir uns nicht beteiligen würden.“ Ähnlich sah es Herbert Wohlhaupter: „Wir sollten uns auf jeden Fall dranhängen, denn alleine kommt uns die ganze Sache auf jeden Fall teurer“, fand er. „Es ist ja auch ein gemeinsames Wasserschutzgebiet, dann sollte man es auch mit dem gleichen Ingenieurbüro wie Schongau machen“, warf Siegi Neumann ein. „Außerdem wäre so ein Gutachten für uns auch wichtig in der Frage der Geothermie“, schlug Manfred Schmid vor.

Grundsätzlich war der Gemeinderat für den Einstieg ins vorgezogene Verfahren für die wasserrechtliche Entnahme-Genehmigung - parallel mit der Stadt Schongau. „Nur Georg Pröbstl stimmte gegen dieses Verfahren.

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