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Dicht drängten sich die Besucher an den großen Schmiedehämmern, die durch Wasserkraft angetrieben werden.

Am Pfingstmontag in Schwabsoien

Mühlentag lockt viele Besucher an

Großen Zuspruch fand gestern der 24. Deutsche Mühlentag in Schwabsoien. Weit über tausend Besucher waren es bereits gegen 13 Uhr, die sich auf den Weg durchs Dorf machten. In geführten Gruppen spazierten sie rund zweieinhalb Stunden zu den Sehenswürdigkeiten, bestaunten Mühlen, Kutschenmuseum oder die Idylle an den Schönachquellen.

Schwabsoien – In großen Gruppen strömten die Gäste durchs Dorf: Sommergäste, Familien aus dem Landkreis, Besucher, die zum ersten Mal da waren und „Wiederholungstäter, die jedes Jahr aufs Neue zu uns kommen, weil es so schön ist“, freute sich Bürgermeistergattin Christine Neumann.

Bereits um 9 Uhr, eine Stunde vor Programmbeginn, hatten sich die ersten Interessierten eingefunden. Bis dahin hatten die Helfer die rund 100 Schilder und Wegweiser aufgestellt, Bierbänke geschleppt und Fahnen hochgezogen. „Das konnten wir vorher aufgrund des Pfingstlümmels nicht machen“, schmunzelt sie. Ähnlich wie in der Freinacht zum 1. Mai, sind die Lümmel an Pfingsten unterwegs und verziehen alles, was sie zu fassen bekommen. Doch pünktlich zu Beginn war alles fertig.

Rund zweieinhalb Stunden dauerte jeweils eine Führung entlang des Mühlenweges, beginnend am Rathaus. Dort erhielt jeder Besucher gegen eine kleine Gebühr einen Stempel auf die Hand und somit Zutritt zu allen Sehenswürdigkeiten. An insgesamt zehn Stationen gab es umfassende Informationen über die Geschichte des Dorfes.

In der Pröbstl-Mahlmühle wurde Korn gedroschen. Treppauf-treppab stiegen die Besucher durchs Gebäude, ertasteten sich verschiedene Mehlproben. Bei bewölktem Himmel und warmen Temperaturen ging es dann vorbei an malerischen Bauerngärten hinauf zum Kutschenmuseum, auf dessen Hof im Zelt die Blaskapelle Schwabsoien aufspielte. Drinnen gab es von Johann Hartmann restaurierte historische Kutschen zu bestaunen, darunter auch ein „Berner Wagerl“, eine Postkutsche, mit der bis 1950 noch Briefe und Pakete ausgeliefert wurden oder ein vornehmer Landauer, mit dem sich früher die „feine Gesellschaft“ präsentierte.

Mancher Spaziergänger wischte sich gar die Schweißperlen von der Stirn, nachdem er, zurückgekehrt von den idyllischen Schönachquellen, das Angebot zu einer Brotzeit wahrnahm: „Wunderschön ist es hier“, so ein Tourist aus dem Ruhrgebiet, der derzeit im Landkreis Urlaub macht und zufrieden an seinem kalten Bier nippte. Er käme schon zum vierten Mal in die Gegend.

Das große Mühlrad an der Hammerschmiede, im Jahr 1415 erwähnt, drehte sich einladend und lockte die Besucher ins Innere, wo heißes Eisen auf dem Amboss von Hand sowie mittels der riesigen, von Wasserkraft angetriebenen „Schwanzhämmern“ geschlagen wurde. 1986 begann die Restaurierung des nach früheren Maßstäben großen Betriebes, in dem Eisen verhüttet und verarbeitet wurde und das seit 1998 ein Museum ist.

Insgesamt rund 200 Schwabsoiener hatten am Mühlentag „ganz schön zu tun“, wie Christine Neumann sagte, darunter Mitglieder des Faschingsclubs, dem Förderverein Schwabsoien-Schwabbruck, den Landfrauen, der Blasmusik oder Schule und Kindergarten.

Myrjam C. Trunk

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