Filetgrundstück in Schwabsoien: Von der abschüssigen Wiese bietet sich ein traumhafer Blick in die Alpen. Der Eigentümer möchte das Grundstück aber nicht überplant sehen.
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Filetgrundstück in Schwabsoien: Von der abschüssigen Wiese bietet sich ein traumhafer Blick in die Alpen. Der Eigentümer möchte das Grundstück aber nicht überplant sehen.

Neubaugebiet „Kirschbichel“

Anlieger in Schwabsoien will Filetgrundstück nicht bebauen

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Quasi als Weihnachtsgeschenk hatten die Schwabsoier von der Gemeinde die frohe Kunde erhalten, dass das ersehnte Bauland in greifbare Nähe rückt. Mit fast allen Grundstücksbesitzern des „Kirschbichel“ ist sich das Rathaus einig. Aber einer tanzt aus der Reihe: Anwohner Thomas Schindler weigert sich beharrlich, sein Grünland in Bauland umwandeln zu lassen.

Schwabsoien – Das Jungvieh, das jedes Jahr auf dem 2537 Quadratmeter großen Grundstück „Am Kellerberg“ grast, hat einen großartigen Ausblick in die Alpen. Eigentümer Thomas Schindler darf ihn auch genießen, wenn er aus seinem Wohnzimmerfenster schaut. Der 79-Jährige lebt im Haus neben der abschüssigen Wiese an der Straße „Am Kellerberg“. Das Grünland könnte der 79-Jährige jetzt vergolden, es würde zu einem Filetgrundstück in dem kommenden Neubaugebiet. Doch der Schwabsoier denkt gar nicht daran. Er wehrt sich entschieden dagegen, dass die Gemeinde seine Parzelle in dem 2,2 Hektar großen Areal baureif macht. Gegen jegliche Überplanung werde er unverzüglich vorgehen, kündigt der 79-Jährige an.

Grundstücksverhandlungen sind schon abgeschlossen

Bekanntlich hatte Bürgermeister Manfred Schmid zuletzt verlauten lassen, dass die Grundstücksverhandlungen für die Flächen zwischen Blumenstraße und „Am Kellerberg“ abgeschlossen sind. Vorausgegangen waren jahrelange zähe Verhandlungen, an denen sich schon Schmids Vorgänger Siegfried Neumann zeitweise die Zähne ausgebissen hatte. Nachfolger Schmid durfte nun den Durchbruch verkünden: „Wir haben noch fehlenden Grund im Kirschbichel gekauft und sind inzwischen mit einem Ingenieurbüro fest am Planen“, schrieb er im jüngsten Bürgerbrief. Schon im ersten Quartal 2021 sollen demnach die ersten Pläne im Gemeinderat vorgestellt werden. Wie berichtet, könnten 14 bis 15 Parzellen für das jüngst beschlossene EU-konforme Einheimischenmodell herausspringen. Aber auch Privatgrundstücke werden überplant, die die Eigentümer dann selbst vermarkten können.

Um die rot schraffierte Fläche geht es. Mit den übrigen Besitzern im „Kirschbichel“ (rot umrandete Fläche) ist sich die Gemeinde einig. Einen Teil davon hat die Gemeinde gekauft und kann ihn für das EU-konforme Einheimischenmodell nutzen, die anderen Flächen können die Grundstücksbesitzer selbst vermarkten.

Anlieger Thomas Schindler zeigt kein Interesse daran. Er betont, dass sein Grundstück nicht an die Gemeinde verkauft worden sei. „Es fanden keine Verhandlungen der Gemeinde mit dem Besitzer statt, auch nicht bezüglich einer Überplanung des Grundstücks“, macht er klar. Von einer Einigung mit „allen Grundstücksbesitzern“ könne also keine Rede sein.

Anwohner hegt Groll auf die Gemeinde

Schindler hegt einen großen Groll auf die Gemeinde und traut den Verantwortlichen nicht über den Weg. Bereits in der Vergangenheit habe er mit Gemeindevertretern äußerst schlechte Erfahrungen gemacht, schreibt der 79-Jährige und verweist auf einen Fall aus dem Jahr 2005. Damals ging es um Kanal- und Straßenbauarbeiten.

Bürgermeister lehnt Stellungnahme ab

Bürgermeister Manfred Schmid lehnt auf Anfrage zu Schindlers Fall jegliche Stellungnahme ab. Zu der Sache werde er sich nicht äußern, betont Schmid, dem die Verärgerung anzumerken ist. Der Rathauschef macht aber klar, dass das Verfahren weitergeführt werde.

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