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Sie fühlen sich in Schwabsoien wohl: Die jungen Frauen und Männer aus China erhalten im Berkmüllerhof ihre theoretische Ausbildung zum Altenpfleger. 14 von ihnen stehen jetzt allerdings für zwei Wochen unter Quarantäne.

Bitte um weitere Gastfreundschaft

Chinesen in Schwabsoien sind frei vom Corona-Virus

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Nichts zu befürchten haben die Schwabsoier von 14 Chinesen, die ab 9. Februar wieder in die Schönach-Gemeinde kommen. Weitere 14 dürfen dagegen nicht anreisen, weil sie zum Neujahrsfest nach China geflogen waren. Die Heimerer Schulen, die die Altenpfleger im Berkmüllerhof ausbilden, bedauern das.

Schwabsoien– Bürgermeister Siegfried Neumann verlas am Ende der Schwabsoiener Gemeinderatssitzung am Montag einen Brief, der ihm am Herzen lag. Die Familie Heimerer bat darin die Schwabsoier darum, die Chinesen genauso freundlich zu empfangen, wie sie es im Herbst getan hatten und nicht wegen des Corona-Virus’ auf Abstand zu gehen.

Die insgesamt 28 Männer und Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren arbeiten deutschlandweit in Altenpflegeeinrichtungen. In Schwabsoien erhalten sie von den Heimerer Schulen ihre theoretische Ausbildung. Dazu sind sie in regelmäßigen Abständen über mehrere Wochen zu Gast im Berkmüllerhof. Der Bauernhof war 2018 grundsaniert und modernisiert worden. Er hat einen Tagungsraum und bietet Gruppen von bis zu 30 Leuten Platz zum Übernachten.

Chinesen wurden bei ersten Besuchen herzlich empfangen

Die Chinesen waren bei ihren ersten Besuchen im Ort sehr herzlich empfangen worden. Bürgermeister Siegfried Neumann brachte ihnen sogar eine Gefriertruhe vorbei, „weil sie Selbstversorger sind“, weiß er. Im Gemeinderat brach der Rathauschef nun auch eine Lanze für die Gäste aus dem Reich der Mitte, die wieder am 9. Februar erwartet werden. „Wir brauchen keine Berührungsängste haben, bitte gebt das weiter“, sagte Neumann seinen Ratskollegen mit Blick auf das gefürchtete Corona-Virus, das in China wütet. Mehr als 24 000 Menschen haben sich in China bereits infiziert, bis vergangenen Dienstag waren 490 daran gestorben. Die Chinesen, die nun wieder nach Schwabsoien kommen, seien aber die ganze Zeit in Deutschland gewesen, versicherte der Rathauschef am Montag. „Sie waren nicht zu Hause in China und hatten keinen Kontakt mit Infizierten.“

Hälfte der Gruppe war doch in China und darf jetzt nicht nach Schwabsoien

Wie sich am Dienstag herausstellte, war rund die Hälfte der 28 Asiaten, die zuletzt im Herbst in der Schönach-Gemeinde für den Heimerer-Abschluss büffelte, zwischenzeitlich allerdings doch bei der Familie in China. „Sie sind zum chinesischen Neujahrsfest geflogen“, weiß Juniorchef Adrian Heimerer. Als der Brief an die Gemeinde verschickt worden war, habe er das noch nicht gewusst, bedauert Heimerer, der in dem Unternehmen für die Auslandsaufenthalte und die Pressearbeit zuständig ist.

Chinesen stehen zu Hause unter Quarantäne

Für Schwabsoien bedeutet es offensichtlich trotzdem keinerlei Gefahr. Die betroffenen 14 Chinesen sind laut Heimerer zurück in Deutschland in ihren Wohnungen und wohlauf. Niemand zeige irgendwelche Symptome. Dennoch dürfen die China-Rückkehrer nicht am kommenden Kurs in Schwabsoien teilnehmen. Die Frauen und Männer wurden angewiesen, 14 Tage lang zu Hause zu bleiben, sie erhalten das Lehrmaterial von ihren Mitschülern per E-Mail. „Sie sind unter Quarantäne“, berichtet Rathauschef Neumann.

Heimerer-Ausbildung in Schwabsoien ein voller Erfolg 

Die Schwabsoier können sich also ungetrübt auf den neuerlichen Besuch aus Fernost freuen, der in Zukunft weiter ausgebaut werden soll. Lauter Heimerer ist das Projekt mit den Chinesen sehr gut angelaufen. Alle der Frauen und Männer hatten bereits im Reich der Mitte eine Ausbildung zum Altenpfleger absolviert. Um auch in Deutschland als Fachkräfte anerkannt zu werden, durchlaufen sie jetzt eine zusätzliche Ausbildung, die 1400 Stunden umfasst. Die Hälfte davon ist Praxisarbeit in Altenpflegeeinrichtungen. Die übrigen 700 Stunden sind Theorie. Und die büffeln die Chinesen in Schwabsoien.

Ihren Abschluss werden die 20- bis 30-Jährigen bereits im Juni machen. Im Juli oder August soll laut Heimerer dann die nächste Gruppe aus China an den Start gehen.

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