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Bürgermeister Siegfried Neumann richtet einen Appell an die rund 70 Bürger, weil dringend Feldgeschworene für beide Ortsteile benötigt werden.

Bürgerversammlung in Schwabsoien

„Ein paar Trümpfe haben wir noch“

Noch immer kämpft die Gemeinde Schwabsoien um den Erwerb von „den so dringend benötigten Grundstücken“, sagte Bürgermeister Siegfried Neumann bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend in der Gemeindehalle. „Wir sind jedoch wöchentlich im Gespräch mit den Besitzern.“

Schwabsoien – Die Grundstücke seien das einzige, was er sich an dieser Stelle im vergangenen Jahr erhofft habe, dieser Wunsch konnte jedoch nicht erfüllt werden, bedauerte der Rathauschef vor rund 70 Zuhörern. Man sei im Gespräch, Bürgermeister Neumann wollte auf Nachfrage eines Bürgers aber keine weiteren Angaben machen. „Die Gemeinde bezahlt gute Preise, aber eben auch nicht jeden.“ Er könne verstehen, dass man eine Fläche nur einmal verkaufen könne und Eigentümer nicht ohne Not veräußern, zumal bei den Banken bei zu hohen Einlagen Strafzinsen drohen. Denkbar seien deshalb auch Grundstückstausche. Und statt den Grünflächen soll Wald als Ausgleichsfläche dienen. „Wir brauchen Flächen nicht nur für unsere drei metallverarbeitenden Betriebe, die langfristig expandieren wollen und damit in den nächsten Jahren rund 80 neue Arbeitsplätze schaffen werden, sondern auch für kleinere Gewerbe und für den Wohnungsbau“, appellierte Neumann an die Bürger.

Auch mit der Diözese München-Freising werde derzeit wegen Flächen verhandelt. Denn eine Schwabsoier Bürgerin hatte dieser Grundstücke und Gebäude nahe der Kirche vermacht. Die Gespräche gestalteten sich jedoch deshalb schwierig, „weil die Diözese grundsätzlich nichts verkauft“, so der Rathauschef, aber man bleibe dran. Jetzt sei die Zeit zu verhandeln, „sonst installiert die Kirche, was sie möchte – im Rahmen dessen, was die Gemeinde zulässt“ sagte Neumann und fügte an: „Ein paar Trümpfe haben wir noch“.

Als positiv bezeichnete Neumann dennoch die Innenentwicklung des Ortes, beispielsweise die Einrichtung eines Seminar- und Schulungshauses. In vielen Bereichen „ist bei uns die Welt noch in Ordnung“, sagte Neumann im Hinblick auf die nahezu Vollbeschäftigung im Ort. Das zeige sich vor allem an den Einkommenssteuereinnahmen von rund 820 000 Euro – bei der Gewerbesteuer sind es rund 460 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 709,67 Euro für die insgesamt 1419 Einwohner.

Urkunde für Kindergartenleiterin Irmtraut Schlaf: Seit 25 Jahren betreut sie den Nachwuchs der Gemeinde.

Ebenfalls positiv: Dass die Kinder den Nachmittag nicht im Kindergarten, sondern in der Familie verbringen können (laut Hauptbuchungszeiten). Derzeit besuchen 47 Kinder die Einrichtung, ab Januar sind es 52, weshalb die Erlaubnis des Landratsamtes eingeholt wurde, weil der Kindergarten nur für 50 Plätze eingerichtet wurde. Da es dort jedoch auch Kinder unter drei Jahren gibt, für die jeweils rechnerisch zwei Plätze benötigt werden, wurden für das Jahr 2019 somit 57 Plätze genehmigt. „Wenn alle Kinder im Ort kommen würden, wären wir überfüllt“, sagte der Bürgermeister. Deshalb äußerte er die dringende Bitte, die Elternbefragungsbogen an die Gemeinde zurückzuschicken.

In Bezug auf die Schule zeige sich, dass das erstellte Medienkonzept zum „Digitalen Klassenzimmer“ erste Erfolge aufweist, die angeschafften „Docu-Cams“ würden „fast ständig“ genutzt. Außerdem wurden nach den jüngsten Vorfällen – jemand hatte im Eingangsbereich gezündelt (Neumann: „die Gemeinde wertet das als Brandstiftung“) – in den öffentlich zugänglichen Bereichen weitere Rauchmelder installiert.

„Abgeschlossen, aber noch nicht erledigt“ sei der Breitbandausbau, (nähere Angaben zur Bitratenanalyse für die einzelnen Anschlüsse im Internet). Positive Zahlen konnten die Jäger in Bezug auf die Wildschweinjagd vermelden. So wurden heuer in der Privatjagd 24 Tiere erlegt, im Staatswald waren es rund 60. Einen dringenden Aufruf richtete der Rathauschef am Schluss der Veranstaltung an die Bürger, denn es werden jeweils für beide Orte Feldgeschworene für die Gemeindefluren gesucht.

Myrjam C. Trunk

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