Der Fichten- und Eschenwald auf dem Netzenberg ist verschwunden. Gut sichtbar ist jetzt der Nagelfluhfelsen, ein Relikt aus der Eiszeit.
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Der Fichten- und Eschenwald ist verschwunden. Gut sichtbar ist jetzt der Nagelfluhfelsen, ein Relikt aus der Eiszeit.

Waldumbau in Schwabsoien

Der Fichtenwald auf dem Netzenberg ist Geschichte

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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„Der Waldumbau ist fast abgeschlossen“, verkündete Schwabsoiens Bürgermeister jüngst im Gemeinderat. Der Netzenberg am Ortsrand ist seit Kurzem deutlich luftiger geworden, die Waldarbeiter hatten in den Tagen davor ganze Arbeit geleistet.

Schwabsoien - Nach Angaben des Bürgermeisters lief alles wie am Schnürchen: Noch in der Kälteperiode im Februar war mit den Arbeiten oben auf dem Berg begonnen worden, in den wärmeren Tagen danach fielen auch die Bäume bis hinunter zur Kreisstraße. Die Verbindung nach Dienhausen blieb während der Arbeiten tagsüber gesperrt, größere Flurschäden blieben aus.

Ein dichter Fichten- und Eschenwald auf dem Netzenberg prägte vor ein paar Wochen noch das Ortsbild von Schwabsoien mit.

Wie mehrfach berichtet, wären die Fichten und Eschen, die nun auf einer Fläche von 2,3 Hektar verschwunden sind, früher oder später sowieso gestorben. „Beiden Baumarten geht es dort nicht gut“, hatte Forstoberinspektorin Silvia Thien dem Gemeinderat schon vor zwei Jahren erklärt. Schuld daran seien der kalkreiche Boden und der Borkenkäfer.

Der Gemeinderat beschloss daraufhin den Waldumbau sowie ein damit verbundenes Ökokonto, auf dem jetzt Punkte gesammelt werden. Mit den Punkten kann die Ausweisung von neuem Bauland kompensiert werden. Es müssen keine Ausgleichsflächen mehr nachgewiesen werden.

Jetzt gibt‘s Punkte auf das Ökokonto

Damit sich das Ökokonto füllt, werden jetzt noch Nachpflanzungen folgen, die im April beginnen sollen. Insgesamt 6800 kleine Eichen, Hainbuchen, Winterlinden, Vogelkirschen und anderes langlebiges Gehölz wird in den Boden gesetzt und vor Wildverbiss geschützt. Bis sich der neue Wald etabliert hat, dürfte es aber einige Jahrzehnte dauern. Herausstechen wird bis dahin ein Nagelfluhfelsen, der nun komplett freigelegt ist. Er ist noch ein Relikt aus der Eiszeit. Einige der alten Bäume auf dem Netzenberg sind aber auch erhalten geblieben. So blieben etwa einige Kiefern stehen, zwischen denen in Zukunft Schafe grasen. Auch dafür gibt es Punkte auf das Ökokonto.

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