Die Bürgermeister Norbert Essich (Schwabbruck, l.) und Manfred Schmid (Schwabsoien, r.) bei der Vertragsunterzeichnung mit Hallenbesitzer Georg Pröbstl jun.
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Sie sprechen von einer „Win-Win-Situation“: Die Bürgermeister Norbert Essich (Schwabbruck, l.) und Manfred Schmid (Schwabsoien, r.) bei der Vertragsunterzeichnung mit Hallenbesitzer Georg Pröbstl jun.

Interkommunales Projekt

Schwabbruck und Schwabsoien teilen sich künftig einen Bauhof

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Gemeinden Schwabbruck und Schwabsoien werden sich in Zukunft einen Bauhof teilen. Die beiden Bürgermeister Manfred Schmid und Norbert Essich haben den Mietvertrag bereits unterzeichnet. Die ursprünglichen Pläne für einen Bauhof-Neubau in Schwabsoien sind damit vom Tisch.

  • Schwabsoien verwirft die Pläne für einen eigenen Bauhof
  • Zusammen mit dem Nachbarn Schwabbruck will man sich ein Gebäude teilen
  • Ein idealer Standort ist gefunden, der Vertrag mit dem Vermieter unterschrieben

Schwabsoien/Schwabbruck – Manfred Schmid war mit der Idee schon eine Weile schwanger gegangen, beim Bauhof mit dem Nachbarort gemeinsame Sache zu machen. In seiner Zeit als zweiter Bürgermeister in Schwabsoien hatte der 49-Jährige mit dem Vorschlag im Rathaus aber offenbar auf Granit gebissen. „Dazu möchte ich heute nichts mehr sagen“, sagt er nur.

Wie mehrfach berichtet, hatten die Gemeinderäte in Schwabsoien in der Vergangenheit reichlich Hirnschmalz aufgewandt, um den geeignetsten Standort für den lange geplanten Bauhofneubau zu finden. Im Januar dieses Jahres fiel dann der Beschluss, das Gebäude am Wanderparkplatz bei der Sportanlage zu errichten. Im Gespräch gewesen war zuvor auch der Festplatz in Schwabsoien. Letztlich setzte sich aber die Meinung durch, dass der Festplatz nicht verbaut werden sollte.

Rolle Rückwärts nach den Kommunalwahlen

Es folgten die Kommunalwahlen und die Rolle rückwärts. Kaum im Amt, setzte sich der neue Rathauschef Schmid mit seinem Kollegen Essich in Schwabbruck in Verbindung und vertiefte die Idee, die die beiden schon ein Jahr vorher vage besprochen hatten. Diesmal ging es Schlag auf Schlag. Denn mit einer Halle samt Nebengebäude eines ehemaligen Sägewerks stand genau in der Mitte der beiden Nachbarorten schon die perfekte Immobilie zur Verfügung. Und ein Vorbild gab es obendrein: Schmid und Essich holten sich Rat von Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger. Der hat bekanntlich bereits zusammen mit der Gemeinde Apfeldorf im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit einen gemeinsamen Bauhof ins Leben gerufen.

Besichtigung des zunächst beschlossenen Bauhof-Standorts in Schwabsoien am Wanderparkplatz. Sonderlich begeistert wirkte der damalige Vizebürgermeister Manfred Schmid (3.v.r.) damals nicht.

Das planen jetzt auch Schwabbruck und Schwabsoien: Am 6. und 13. Juli stimmten die beiden Gemeinderäte den Plänen zu. Ende Juli setzten Essich und Schmid ihre Unterschrift unter den Mietvertrag mit Hallen-Inhaber Georg Pröbstl jun. Lediglich 1200 Euro monatliche Miete werden künftig fällig.

Zusammenführung von Inventar und Mitarbeitern ist der nächste Schritt

Die Zusammenführung von Inventar und Mitarbeitern sowie die Anschaffung von Großgerät seien nun die nächsten Schritte, gibt Manfred Schmid die Marschrichtung vor. „Dazu gibt’s satte Zuschüsse von der Regierung für interkommunale Zusammenarbeit“, freut er sich und spricht für alle Vertragsparteien von einer „Win-Win-Situation.“

Auch Bürgermeisterkollege Norbert Essich ist hocherfreut. 50 000 Euro gibt es seinen Angaben nach vom Freistaat für die interkommunale Zusammenarbeit. Der gemeinsame Bauhof sei „die optimale Goldrandlösung“.

Was jetzt noch fehlt, ist nach Angaben von Rathauschef Schmid die Rechtsform für die Zusammenarbeit. Die Verträge für einen entsprechenden Zweckverband wird seinen Angaben nach die Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt ausarbeiten. „Ich denke, dass wir im September soweit sind“, blickt Schmid optimistisch voraus.

Als größte Anschaffungen, die getätigt werden müssen, nennt der Schwabsoier Bürgermeister einen Bulldog und einen Kipper. Aus dem Gemeindetraktor, den Schwabbruck der Stadt Schongau abkaufen wollte (wir berichteten), ist nach Auskunft von Norbert Essich nämlich nichts geworden.

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