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Faschingsumzug Schwabsoien

Narren packen die Abrissbirne aus

Alaaf und Helau und als Zugabe noch ein kräftiges Soien, Soien, Soien. Bei bedecktem Himmel und frostigen Temperaturen zog am Samstagnachmittag der mächtige Gaudiwurm mit buntem Themenmix durch das Mühlendorf. Bejubelt von gut 3000 maskierten und durchwegs gut aufgelegten Zuschauern links und rechts der Straßen.

Schwabsoien – Es hat sich längst über die Gemeindegrenze hinweg rumgesprochen, dass beim Faschingszug in Schwabsoien einiges geboten wird. 19 größere und kleinere Festwagen, sieben Fußgruppen, die Faschingsgarden aus Schongau, Hohenfurch und Schwabsoien, die Musikkapellen aus Reichling, Sachsenried und Schwabsoien sowie nach zehn Jahren heuer letztmalig, das Soier Schlagwerk bildeten den imposanten Zug durch das Mühlendorf.

Auch in diesem Jahr – es war die 26. Auflage seit 1991 – hat es den fleißigen Narren an Themen nicht gemangelt. Sie konnten praktisch ja aus dem Vollen schöpfen. Die Altenstadter Landjugend beispielsweise widmete sich diesmal dem „Problem Denkmalschutz.“ Sie schwenkten schon mal die Abriss-Birne über dem Altenstadter Rösch-Areal und dem viel diskutierten Holzstadl in Bernbeuren.

Die Mitglieder der Landjugend aus Ingenried finden, dass einfach zu viel Wildsauen in den Wäldern ihr Unwesen treiben. Das Problem: „D‘ Jäger sind z’blind, die Wildsauen z‘geschwind.“

Die Burggener Landjugend glaubt, „wenn in Bernbeuren der Stadl brennt, werden 97 Prozent der Bernbeurer der Brandstiftung verdächtigt.“

Die Faschingsfreunde Schwabsoien um Ida Jahl knöpften sich den Mais-Wahnsinn und die Anwendung des Düngemittel Glyphosath vor. Sie befürchten: „Den Bienen bleibt bald nur noch der Blumentopf.“

Ganz andere Probleme haben die Fußballer des TSV-Steingaden in ihrer Justizvollzugsanstalt. Auf dem Transparent ihres Wagens steht in großen Lettern: „Sex ist die beste Art geweckt zu werden – außer im Knast.“

Norbert Biller von der Schongauer Faschingsgesellschaft begeisterte mit seinem Spaßmobil „Prinz Markus I. aus Frangen.“

Viel Arbeit und tolle Einfälle haben sich die Wagenbauer, aber auch die Verantwortlichen und ihre Helfer der Fußgruppen gemacht. Über die Motivationen der Wagenbauer und Fußgruppen hatten die beiden Moderatoren Maximilien Hartmann und Franziska Zwick detailgenaue Kenntnisse. Von ihrem Hochstand runter haben sie es die trotz Kälte gut aufgelegten Narren auch wissen lassen. Nach dem Umzug sickerten die durchgefrorenen Zugteilnehmer und Zuschauer in das mächtige Festzelt ein, in dem die Bands „Allgäu Feager“ und „Bloody Chickenheads“ für ausgelassene Stimmung sorgten.

Walter Kindlmann

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