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Stein des Anstoßes: Die Gemeinde Schwabsoien lehnt den Verlauf der vorgestellten roten Trasse nördlich von Schwabbruck strikt ab. 

Wieder Ärger um 110-kV-Leitung

LEW-Trassenpläne erzürnen Schwabsoiens Gemeinderäte

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Das Hauen und Stechen um den Verlauf der zu erneuernden 110-kV-Leitung zwischen Ingenried und Schongau geht in die nächste Runde. Die Gemeinde Schwabsoien ist empört über die jüngste Planung der Lechwerke (LEW) und lehnt sie ab. In Schwabbruck ist man verwundert.

Schwabsoien/Schwabbruck – Der Gemeinde Schwabbruck stellten die Experten der LEW Verteilnetz GmbH in der Woche zuvor die neue Trassenführung vor (wir berichteten), jetzt präsentierten sie in Schwabsoien den aktuellen Planungsvorschlag. Dem Bürgermeister und seinen Gemeinderäten stand danach das Entsetzen im Gesicht. Dem Gremium stieß vor allem sauer auf, dass die neue Leitung auf dem überwiegenden Teil der Strecke von der Bestandstrasse nach Norden abweichen soll. Die Leitung würde also näher an Schwabsoien heranrücken. Und das mit weitaus höheren Masten als zuvor. „Der nun geplante Ausbau neben der Bestandstrasse schafft kein trennendes und hemmendes Bauwerk aus dem Weg, sondern macht es im Gegenteil sogar noch höher“, urteilt Bürgermeister Siegfried Neumann und kritisiert das Nachbardorf Schwabbruck: „Kompromiss heißt nicht einer bekommt alles und alle anderen haben die Nachteile“, sagt er auch mit Blick auf einen in der Schwabbrucker Ratssitzung geäußerten Wunsch, die Leitung zum Teil noch weiter nach Norden zu rücken. Das habe „dem Fass den Boden vollends ausgeschlagen“, so Neumann.

Schwabsoien verlangt Verlegung nach Süden

Er macht klar: „Die in Schwabbruck vorgestellte Trassenführung kommt für Schwabsoien nicht in Frage.“ Der Gemeinderat lehnte die Pläne einstimmig ab, gab den LEW-Vetretern einen Fragenkatalog mit auf den Weg und verlangte „eine Neutrassierung“. Laut Neumann wird von Schwabsoien ein Verlauf südlich der alten Stromleitung verlangt. Dazu könnte das Feuchtgebiet westlich von Schwabbruck überspannt werden, meint der Bürgermeister.

Den Gefallen würde Norbert Essich dem Nachbarn gerne machen. „Das war auch mein Vorschlag“, erklärt der Schwabbrucker Rathauschef. Er sei nach den Gesprächen mit der LEW aber davon ausgegangen, dass die Verlegung der Trasse in das Feuchtgebiet aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht möglich sei. Insgesamt zeigt sich Essich sehr verwundert über die massive Kritik aus dem Nachbardorf. Er habe sich zuvor mit seinem Kollegen Neumann abgestimmt, und es sei „alles in Ordnung gewesen“, so Essich.

Auch Kosten für Erdverkabelung werden berechnet

Die LEW will jetzt weiter an ihren Plänen feilen. „Wir nehmen natürlich mit, was uns der Gemeinderat aufgetragen hat“, sagt Sprecher Ingo Butters. Die Aufträge aus Schwabsoien werden seinen Angaben nach geprüft. Laut Butters werden auch die Kosten für eine mögliche Erdverkabelung berechnet. Dabei würde dann aber das Gleiche gelten wie für die gescheiterte Trasse südlich von Schwabbruck: Die Mehrkosten müssten die beteiligten Gemeinden tragen.

Altenstadt und Schwabsoien favorisieren Südtrasse

Dass die ursprünglichen Pläne für eine Südtrasse von Schwabbruck blockiert werden, bedauert neben Altenstadt auch Schwabsoien. Diese Leitungsführung rund 850 Meter südlich von Schwabbruck sei als beste und wirtschaftliche Lösung angesehen und ausgearbeitet worden, erinnert Neumann. Im Zuge der Stellungnahmen zum Planfeststellungsverfahren für die Südtrasse hatte bekanntlich Schwabbruck ein Pflugverfahren vorgeschlagen, das eine Erdverkabelung günstiger hätte machen sollen. Letztlich scheiterten die Erdkabel dennoch an Mehrkosten in Höhe von zuletzt 1,35 Millionen Euro, die die LEW nicht selbst tragen darf, sondern auf die Gemeinden abwälzen müsste. „Eine anwaltliche Beratung dazu ließ keine Rechtssicherheit für eine Klage erkennen“, berichtet Neumann. „In Anbetracht dieser Rechtslage stimmen die Gemeinderäte von Altenstadt und Schwabsoien eindeutig für die Südtrasse, wenn eine Erdverkabelung scheitert“, so Neumann. Dies scheitere aber „am strikten Veto von Schwabbruck“.

Lesen Sie hier die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre:

Neue Stromtrasse lässt Schwabbruck Platz für Dorfentwicklung

Streit um Stromtrasse: Warum Altenstadt der Verlierer ist

Erdkabel-Pläne für Stromtrasse zwischen Ingenried und Altenstadt: VG kündigt „knallharte Verhandlungen“ an

Stromtrassenführung: Gemeinden sollen für Erdkabel zahlen

Stromtrasse: Entscheidung fällt bald

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