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Auf Sachsenrieder Flur soll der bislang größte Solarpark (rote Fläche) im Landkreis entstehen, den der Schwabsoiener Gemeinderat nun auf den Weg brachte.

Gemeinderat Schwabsoien

Schwabsoien gibt grünes Licht für den größten Solarpark im Landkreis

Der Schwabsoiener Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag einstimmig den Weg für einen rund 17 Hektar großen Solarpark geebnet. Er soll auf Sachsenrieder Flur nördlich von Dietlried gebaut werden.

Schwabsoien – Erstaunlich einmütig und ohne weitere Diskussion beschlossen die Schwabsoiener Gemeinderäte, dass ein Bauleitplanverfahren eingeleitet wird. Einstimmig beschloss das Gremium die zweite Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Schwabsoien zur Darstellung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung Photovoltaik und die Aufstellung des Bebauungsplanes Solarpark Sachsenried. Damit ebneten die Gemeinderäte den Weg für den insgesamt 17 Hektar großen Solarpark nördlich von Dietlried. Die Solarmodule sollen lediglich auf einer rund 13 Hektar großen Fläche stehen, dennoch wird der Sachsenrieder Solarpark, wenn er, wie geplant entsteht, der bislang größte im Landkreis werden.

Der schnellen Entscheidung war wohl eine längere Diskussion vorangegangen, die aber im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung im Juli hinter verschlossenen Türen geführt worden war. Dass die Räte das Solarfeld nicht gedankenlos durchgewunken haben, stellte Bürgermeister Siegfried Neumann dann auch in der jüngsten Sitzung klar: „Wir haben uns zwei Stunden damit auseinandergesetzt, die Fragen wurden alle gestellt.“ Die Entscheidung, das Solarfeld voranzutreiben, sei auch in der nichtöffentlichen Sitzung im Juli einstimmig ausgefallen.

Die Energiebauern GmbH hatte beantragt, das Bauleitplanverfahren einzuleiten. Deren Geschäftsführer Martin Bichler war am Montag nach Schwabsoien gereist, um das Projekt im Gemeinderat vorzustellen: Geplant sei eine festaufgeständerte Photovoltaikanlage im Freien mit einer elektrischen Nennleistung von rund sieben Megawatt. Ein Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus habe im Schnitt einen jährlichen Stromverbrauch von 4200 Kilowattstunden. Mit der geplanten Anlage könnte der jährliche Stromverbrauch von rund 1800 Vier-Personen-Haushalten erzeugt werden. „Das ist doch schonmal eine Hausnummer“, sagte dazu der Bürgermeister.

Noch bis vor kurzem wäre es nicht möglich gewesen, an dieser Stelle, einen solchen Solarpark zu bauen, erläuterte Bichler, doch durch eine Gesetzesänderung können nun Flächen von so genannter geringer landwirtschaftlicher Qualität – die zum Beispiel hügelig oder aus anderen Gründen schlecht zu bewirtschaften – und schlecht einsehbar sind, für solche Projekte verwendet werden. Das ausgewählte Gebiet ist an drei Seiten von Wald umgeben und liegt hinter einem Höhenrücken. Die Kosten, die im Zuge der Bauleitverfahren anfallen, die Bau- und Unterhaltskosten der Anlage übernimmt die Energiebauern GmbH. Diese zahlt auch die Pacht an die Grundstückseigentümer. Die Laufzeit für das Projekt ist auf 20 Jahre angelegt. Der Bau selber werde rund vier Wochen dauern und mehrere Millionen Euro kosten.

Wie Bichler erläuterte, sollen die Grünflächen zwischen den Solarmodulen gepflegt werden, indem Schafe dort weiden. „Der Solarpark kombiniert somit die Erzeugung von Energie mit extensiver landwirtschaftlicher Nutzung“, heißt es in der Vorstellung des Projektes. Das Gelände wird umzäunt. Weil die Module aufgeständert würden, gebe es keine Flächenversiegelung, so Bichler: „Ich freue mich echt über dieses Projekt.“ Und der Bürgermeister sagte: „Sie sehen, die Gemeinde steht hinter diesem Projekt.“

Kathrin Hauser

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