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„Zu keinster Zeit bestand beim Trinkwasser eine Gefährdung“

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Von: Jochen Schröder

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Mit solchen Hinweisschildern sind Wasser-Schutzgebiete ausgwiesen. © MM/Archiv

Das Trinkwasser ist ein hohes Gut: Das haben die Schwabsoier jetzt wieder einmal erfahren müssen, wie Bürgermeister Siegfried Neumann in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte.

Schwabsoien – „Zuerst das Positive“, sagte Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann, als er in der jüngsten Schwabsoier Gemeinderatssitzung auf das Thema Trinkwasser zu sprechen kam. „Wir haben in unserem Hochbehälter eine defekte Schweißnaht gehabt“, so der Rathauschef weiter. Und diese Schweißnaht wollten und sollten die Experten der Schongauer Stadtwerke schweißen. „Aber dafür musste der Hochbehälter drucklos sein“, so Neumann weiter.

Aus diesem Grund wurde der Hochbehälter für eine Nacht vom Netz genommen. „Für diese Zeit wurde die Gemeinde über das sogenannte zweite Standbein mit der Stadt Schongau mit Wasser versorg – und keine hat etwas gemerkt“, freute sich der Rathauschef. „Das zeigt, wie wichtig das vom Gesetzgeber verlangte zweite Standbein bei der Wasserversorgung ist, und es freut mich, dass es einwandfrei funktioniert.“

Und dann kam Neumann auf eine unerfreuliche Nachricht zu sprechen: „Wir haben ja mit der Stadt Schongau zusammen eine gemeinsame Trinkwasser-Versorgungsanlage, die aus drei Brunnen gespeist wird“, so der Bürgermeister. Die Trinkwasser-Schutzzonen seien durch blaue Hinweisschilder gekennzeichnet, die Brunnen durch Zäune abgesichert.

„Trotz des allseits bekannten Verbotes hat jetzt aber jemand außerhalb des Zaunes, aber in unmittelbarer Nähe der Schutzzone 2a Odel ausgebracht“, vermeldete Neumann. Das sei – gottseidank – noch am gleichen Tag durch die Stadtwerke Schongau bemerkt worden.

Aufgrund einer möglichen Verunreinigung des Trinkwassers sei der besagte Brunnen aber sofort vom Netz genommen worden. „Um die Sicherheit der Wasserversorgung und der Bürger zu gewährleisten“, erklärte der Rathauschef. Außerdem wurde alle in diesem Fall zu verständigen Behörden wie Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und Gesundheitsamt informiert.

Im Zuge der weiteren Maßnahmen hat das Gesundheitsamt in der Folge an drei aufeinanderfolgenden Tagen Wasserproben genommen und untersucht: „Und es wurde nicht die geringste Veränderung bei der Wasserqualität festgestellt“, verkündete Neumann erfreut. „Es hat also zu keiner Zeit eine Gefährdung des Trinkwassers und der Bürger gegeben.“

Da Wasser beim Versickern eine gewisse Verweilzeit habe, bis es ins Grundwasser gelangt, wird der Brunnen vorerst noch nicht wieder angeschlossen. Die Trinkwasser-Versorgung läuft über die verbliebenen beiden Brunnen. „Ende April und Ende Mai werden dann nochmals Wasserproben genommen. Erst wenn auch die in Ordnung sind, geht der Brunnen wieder ans Netz“, so Neumann.

Übrigens: Den Verursacher des ganzen Schlamassels hat man auch ausfindig gemacht: „Ein Schwabsoier Landwirt hatte einen Ortsfremden damit beauftragt, den Odel auszubringen“, erklärte der Schwabsoier Rathauschef. Den Verursacher erwartet laut Neumann nun ein Bußgeldbescheid in Höhe von 500 bis 1000 Euro, zudem muss er die Kosten der Sonderuntersuchungen für die Wasserproben zahlen.

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