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Sachsenried: Gemeinde sucht händeringend neuen Wirt

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Von: Theresa Kuchler

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Die neue Edelstahl-Theke im Gemeindezentrum wartet auf ihren Einsatz.
Die neue Edelstahl-Theke im Gemeindezentrum wartet auf ihren Einsatz. © Kögel

Seit die Wirte des Gemeindezentrums in Sachsenried das Handtuch geworfen haben, gibt es dort keine Bewirtungsmöglichkeit mehr. Die Gemeinde sucht händeringend nach einem neuen Pächter.

Sachsenried – „Wirt gesucht“ – das fällt schnell ins Auge, wenn man die Internetseite der Gemeinde Schwabsoien aufruft. Seit September läuft der Versuch, über diesen Weg einen neuen Pächter für das Gemeindezentrum in Sachsenried zu finden. Zuvor hatte man sich schon bei den Dorfbewohnern umgehört und auch in den Sozialen Netzwerken Aufrufe gestartet. Doch alle Anstrengungen waren vergebens. „Wir haben noch keine ernsthaften Anfragen erhalten“, äußern sich Bürgermeister Manfred Schmid und sein Stellvertreter Michael Kögel enttäuscht.

Dass bislang jegliches Interesse an einer Bewirtung des Versammlungsorts in Sachsenried ausblieb, frustriert die Gemeindevertreter. Schließlich steht man seit der Schließung des „Alten Zollhauses“ schon in Schwabsoien ohne jegliche Gaststätte da. Als dann das Ehepaar, das jahrelang die Bewirtung des Gemeindezentrums übernommen hatte, aufhörte, fand sich auch Sachsenried in einer ähnlichen Situation wieder. „Es gibt jetzt nur noch das Sportheim“, sagt Kögel.

Gemeinde ist verzweifelt

Im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten lässt der Vizebürgermeister durchblicken, wie verzweifelt die Gemeinde inzwischen ist. „Es hat sich ja noch nicht einmal jemand nach mehr Informationen umgehört oder wollte mal einen Termin vor Ort ausmachen, um sich die Räume anzuschauen“, erzählt Kögel.

Dabei sei der Versammlungsort seitens der Gäste durchaus gefragt. Vor Corona habe es im Monat zwei bis drei große Veranstaltungen im Gemeindezentrum gegeben, hinzu käme der regelmäßige Stammtisch, die Versammlungen der Vereine und die Leichenschmäuse nach Beerdigungen. Bei all’ diesen Zusammenkünften sei die Nachfrage nach einer guten Bewirtung groß, so Kögel. „Die wenigsten versorgen sich da ja selbst.“

Überschaubare Pachtkosten

Der Sachsenrieder weiß aber auch: „Leben kann davon keiner.“ Zwar seien die Pachtkosten recht überschaubar – Kögel spricht von einem „symbolischen Betrag, nicht einmal dreistellig“ –, dennoch müsse man erst einmal jemanden finden, der das übernehmen will. Ideal wäre seiner Meinung nach ein Wirt, der das Gemeindezentrum „als Nebenliebelei“ betreibt, beispielsweise jemand, der bereits als Caterer tätig ist und sich ein weiteres Standbein aufbauen will. „Wir sind aber froh um jeden, der kommt.“

Die Räume bieten Platz für eine Bestuhlung von 100 bis 120 Personen, schätzt der Vizebürgermeister. Und erst kürzlich habe man eine komplett neue Gastrotheke aus Edelstahl eingebaut, die bis heute unbenutzt blieb. Wie Kögel betont, möchte die Gemeinde mit der Investition aber das klare Signal senden: „Wir wollen weitermachen.“

Info: Weitere Informationen zur Pacht des Gemeindezentrums erhalten Interessierte telefonisch unter 08868/231 oder per E-Mail unter gemeinde@schwabsoien.bayern.de.

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