Wie alle anderen Kommunen auch rechnet Schwabsoien in der derzeit zum Glück abflauenden Corona-Pandemie mit geringeren Einnahmen.
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Wie alle anderen Kommunen auch rechnet Schwabsoien in der derzeit zum Glück abflauenden Corona-Pandemie mit geringeren Einnahmen.

Insgeheim rechnen die Verantwortlichen mit mehr Einnahmen

Haushalt: Schwabsoien rechnet vorsichtig

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Mit größter Vorsicht hat die Gemeinde Schwabsoien ihren Haushalt für das laufende Jahr gestrickt. Böse Überraschungen in der Corona-Pandemie können so leichter abgefedert werden. Insgeheim rechnen die Verantwortlichen nämlich mit mehr Einnahmen.

Schwabsoien – Entscheidend ist am Ende eines jeden gemeindlichen Haushalts die Summe, die vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt fließt. Und die wird in Schwabsoien heuer mit mickrigen 29 070 Euro sehr bescheiden veranschlagt. „Wir sind damit relativ am unteren Limit“, bekannte VG-Geschäftsführer Sebastian Ostenrieder, der das Zahlenwerk in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorstellte, mit Blick auf die Gesetzeslage. Die besagt nämlich, dass die Zuführung zum Vermögenshaushalt mindestens so hoch sein müsse, „dass damit die ordentliche Tilgung von Krediten gedeckt werden kann“.

Da müssen sich die Schwabsoiener aber keine großen Sorgen machen, das Geld ist da: Den Schulden (knapp 550 000 Euro) stehen Rücklagen in Höhe von gut 2,15 Millionen Euro gegenüber. Sie dürften heuer allerdings ein Stück weit abschmelzen. Laut Haushaltsplan sollen 340 000 Euro entnommen werden, nur 19 890 Euro legt die Gemeinde zurück auf die hohe Kante. Das Abschmelzen sei notwendig, „um Kreditaufnahmen zu verhindern“, erläuterte Ostenrieder.

Landkreis holt sich satten Brocken zurück

Wie alle anderen Kommunen auch rechnet Schwabsoien in der derzeit zum Glück abflauenden Corona-Pandemie mit geringeren Einnahmen. Vor allem bei der im laufenden Jahr zu erwartenden Gewerbesteuer tritt die Kämmerei gehörig auf die Euphorie-Bremse: Freute man sich in Schwabsoien 2019 noch über Rekordeinnahmen von den örtlichen Unternehmen in Höhe von 914 627 Euro, sind für heuer bescheidene 510 000 Euro angesetzt. Von der zu zahlenden Einkommensteuer ihrer Bürger (geschätzt 8,6 Millionen Euro) erwartet sich die Gemeinde laut Haushaltsplan immerhin einen Anteil von 900 000 Euro.

Der Landkreis, der in der Corona-Krise bekanntlich kräftig bluten musste, holt sich auch in Schwabsoien einen satten Batzen zurück: Erstmals muss die Gemeinde mehr als eine Millionen Euro über die Kreisumlage (54 Prozent) an das Landratsamt überweisen. Schon im vergangenen Jahr hatte man mit „nur“ 837 000 Euro eine Rekordumlage an den Kreis abgeben müssen.

Sanierung des Schönachufers steht an

Trotz allem kann in Schwabsoien auch investiert werden. 786 400 Euro hat die Kämmerei in den Haushaltsplan geschrieben. Größte Posten sind mit 130 000 Euro der Wasserbau (Sanierung des Schönachufers) sowie Investitionen in die Abwasserbeseitigung (161 000 Euro).

Der Gemeinderat verabschiedete das Zahlenwerk letztlich einstimmig. Es schließt im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von knapp 2,6 Millionen Euro sowie im Vermögenshaushalt mit gut 957 000 Euro. Größere Diskussionen gab es zu den einzelnen Posten in dem gut 200 Seiten starken Zahlenwerk keine, Verwaltung und Gemeinderäte ließen aber durchblicken, dass sie sich insgeheim höhere Einnahmen erhoffen. Man habe den Haushalt „vorsichtig aufgestellt“, bekannte Bürgermeister Manfred Schmid.

Große Vorhaben werfen Schatten voraus

Ebenfalls beschlossen wurde in der Sitzung das Investitionsprogramm bis ins Jahr 2024. Darin werfen große Vorhaben ihre Schatten voraus; insbesondere der Neubau des Kindergartens, der 2023 und 2024 über die Bühne gehen soll. Alles in allem stehen für Bau und Ausstattung des Großprojektes knapp vier Millionen Euro im Investitionsprogramm. 2022 will die Gemeinde obendrein für 750 000 Euro Bauland für den Wohnungsbau erwerben sowie gut 480 000 Euro in die Gemeindestraßen investieren. Die Schulden in der Schönachgemeinde dürften also steigen.

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