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Juditha Wolf hat alte Koch- und Backrezepte aus Schwabsoien und Sachsenried gesammelt. 

Historischer Kreis Schwabsoien/Sachsenried

Essen wie zuGroßmutters Zeiten

Versoffene Jungfern, Reahllezeltla, Katzagschroa oder Pfaffabäuchla – wie man diese Speisen nach Großmutter-Art zubereitet, hat jetzt der Historische Kreis Schwabsoien/Sachsenried unter Federführung von Juditha Wolf in einer Broschüre zusammengetragen – unter dem Titel „Alte Koch- und Backrezepte aus Schwabsoien und Sachsenried“ veröffentlicht.

Schwabsoien/Sachsenried – „Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte“, wird der amerikanische Buchautor Michael Pollan in dem etwa 100 Seiten umfassenden Büchlein zitiert. Und in der Tat sind es meist bekannte Gerichte, zumeist Mehlspeisen, die aus einfachen Zutaten zubereitet werden.

Der Wunsch nach einer solchen Sammlung ist vor einiger Zeit an Juditha Wolf von jungen Frauen aus dem Ort herangetragen worden. „Zunächst dachte ich nicht, dass dabei viel herauskommen könnte und habe es mit den anderen Mitgliedern des Historischen Kreises besprochen“, sagt die 66-Jährige. Diese seien jedoch dafür gewesen, einen Versuch zu starten.

Innerhalb von nur einer Woche lagen nach einem Aufruf rund 70 Rezepte auf dem Tisch. Viele davon in Sütterlin-Schrift, wie etwa das Rezept für Brätpudding, einem Fleischgericht, das im Original und natürlich in übersetzter Form im Heft zu lesen ist. Mitunter findet sich neben den Rezepten auch ein Bild jener Personen, die danach gekocht haben. Wie beispielsweise dem für „Fürzla“, einem Teiggericht mit „Weinbeerla“ von Judith Geisenhof ((1886-1942).

Absolut regional ist dem Namen nach der „Soier Topf“: „Lustigerweise, ist dieser aber hier gar nicht so bekannt“, meint Wolf. Dabei handelt es sich um einen Kraut-Gemüseeintopf mit „Teiglein“ darin. Eventuell gebe es dieses Gericht in Schwabsoien auch unter einem anderen Namen.

Auch Leckermäulchen kommen nicht zu kurz: Ob Mockla oder Omnibuskuchen – Süßes geht immer. Und darf es zum Schluss ein Gläschen vom selbstgemachten Schlehenlikör sein?

Das Zusammenstellen allein schon habe viel Spaß gemacht, sagt Juditha Wolf. Rund vier Monate dauerten die Arbeiten daran. Die Sachsenriederin ist für ihren Einsatz für die Ortsgeschichte wohl bekannt und für solcherlei Anliegen jederzeit offen. Vor drei Jahren erhielt sie für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Eine ihrer größten und bekanntesten Leistungen ist der Mühlentag in Schwabsoien, für dessen Organisation Wolf verantwortlich zeichnet. In ihrem Garten wächst auch ein großer Holunder, dessen Beeren sie derzeit erntet. Auch dazu gibt es ein Rezept für Saft in der Broschüre, die im Gemeindhaus gegen eine kleine Gebühr erhältlich ist.

Mit den fast schon vergessenen Rezepten aus Schwabsoien und Sachsenried will der Historische Kreis aber keinen Gewinn machen, betont Wolf. Man wolle lediglich die Kosten etwa für den Druck damit decken.

Myrjam C. Trunk

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