Am Mahnfeuer auf einer Anhöhe bei Schwabsoien protestierten (v.l.) Kreis-BBV-Obmann Wolfgang Scholz, Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und Landwirt Leonhard Lautenbacher.
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Am Mahnfeuer auf einer Anhöhe bei Schwabsoien protestierten (v.l.) Kreis-BBV-Obmann Wolfgang Scholz, Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und Landwirt Leonhard Lautenbacher.

Insektenschutzgesetz

Kreis-Bauern protestieren am Mahnfeuer in Schwabsoien

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Dem deutschlandweiten Protest gegen das gestern von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Insektenschutzgesetz hatten sich am Dienstag auch die Landwirte im Landkreis Weilheim-Schongau angeschlossen: mit einem Mahnfeuer.

Schwabsoien - Gemeinsam mit dem örtlichen Landwirt Leonhard Lautenbacher entzündete Kreisobmann Wolfgang Scholz am Dienstagabend ein Mahnfeuer. An dem versammelten sich auf einer Anhöhe bei Schwabsoien auch Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und der Chef der Weilheimer BBV-Geschäftsstelle, Thomas Müller. Wegen Corona war die Veranstaltung auf zehn Teilnehmer beschränkt.

Vor allem Landwirte, die FFH-Flächen bewirtschaften, sind betroffen

Scholz wollte mit dem weit sichtbaren Feuer für seine Kollegen im Landkreis ein Zeichen gegen das umstrittene Gesetz setzen. Betroffen sind nach Angaben des Kreisobmanns vor allem die Landwirte, die FFH-Flächen im Kreis bewirtschaften. Für diese Felder war im Gesetzentwurf ein Anwendungsverbot für Herbizide und bestimmte Insektizide im Gespräch.

Kreisobmann spricht von „Vertrauensbruch“

Scholz sprach am Feuer von einem „Vertrauensbruch“ und verwies auf die Kernanliegen des Bauernverbandes. Die Politik hatte demnach damals bei der Ausweisung von FFH-Gebieten erklärt, dass die Landwirte weiterhin so wirtschaften können wie bisher. Mit dem Insektenschutzgesetz würden die Flächen nun aber entwertet. Scholz und BBV-Geschäftsführer Müller verwiesen in dem Zusammenhang vor allem auf das giftige Kreuzkraut, das bekämpft wird, weil es für Kühe gefährlich ist, wenn sie es fressen.

Zwar hatte es im Streit um das Gesetz eine Annäherung zwischen dem Bundeslandwirtschafts- und dem Umweltministerium gegeben. Scholz, der sich bekanntlich für das Amt des oberbayerischen Bauernpräsidenten bewirbt, sah aber schon am Dienstag einem möglichen Kompromiss mit großer Skepsis entgegen.

Hintergrund der Gesetzesinitiative ist das dramatische Insektensterben, das das Umweltministerium aufhalten möchte. Dazu sollten allein in Bayern auf rund 800 000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche die Bewirtschaftung oder der Pflanzenschutz verboten oder massiv eingeschränkt werden. Der Kompromiss sieht jetzt unter anderem vor, den Einsatz des umstrittenen Herbizids Glyphosat stark einzuschränken und bis Ende 2023 gänzlich zu verbieten.

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