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Viele neue Gesichter und ein paar alte Bekannte sind in Sachsenried unter den Kandidaten für den Gemeinderat

Weitere Aufstellungsversammlung

Kommunalwahl 2020: Harmonischer Übergang in Sachsenried und Schwabsoien

  • Jörg von Rohland
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Nach dem überraschenden Verzicht von Rathauschef Siegfried Neumann wird Sachsenried bei den Wahlen keinen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt ins Rennens schicken.

Sachsenried – Es war spekuliert worden, Gerüchte waberten durchs Dorf. Letztlich hob am Donnerstag bei der Aufstellungsversammlung der Sachsenrieder Liste aber niemand die Hand, als die Frage nach einem Bürgermeisterkandidaten gestellt wurde. Der in Schwabsoien aufgestellte Manfred Schmid hat freie Bahn.

Viele versöhnliche Worte wurden im Sachsenrieder Gemeindezentrum gesprochen. Nach dem großen Knall in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als es zum offenen Streit zwischen dem Bürgermeister und seinen Gemeinderäten gekommen war, herrschte in Sachsenried wieder eitel Sonnenschein.

Kögel ließ die letzten Jahre Revue passieren

Bevor zur Wahl geschritten wurde, ließ Versammlungsleiter Rudi Kögel die sich dem Ende zuneigende Legislaturperiode noch einmal ausführlich Revue passieren. Er erinnerte an die zahlreiche Entscheidungen, die der Gemeinderat zu treffen hatte: Zum Beispiel an den Beschluss, 2015 den Gasthof zur Post in Schwabsoien zu kaufen. Ein Privatmann habe ihn damals erwerben wollen, um darin 50 Asylbewerbeber unterzubringen. Und das „mitten im Dorf“, so Kögel. Dies sei vielen ein Dorn im Auge gewesen. „Deswegen hat die Gemeinde gesagt, wir kaufen es selber“, erinnerte Kögel. Bekanntlich plante Schwabsoien dann selbst, Flüchtlinge in dem Gasthaus unterzubringen, aber nur in begrenzter Zahl.

Für den scheidenden Rathauschef gibt es viel Lob

Für den scheidenden Rathauschef gab es viel Lob: Neumann habe als Bürgermeister acht Jahre lang „für beide Ortsteile immens viel geleistet“, betonte Kögel. „Du hast die richtige Entscheidung getroffen“, sagte der Sachsenrieder zu Neumann, der bekanntlich aufgrund seiner zu hohen beruflichen Belastung nicht mehr für das Ehrenamt zur Verfügung steht; auch nicht für den Gemeinderat. Geradezu schockiert zeigte sich Kögel aber über die Zäsur, die dem Gemeinderat bevorsteht. Insgesamt sieben der zwölf amtierenden Gemeinderäte treten nicht mehr an. Es sei „sehr enttäuschen, dass so viele aufhören“, findet Kögel.

Neumann verspricht einen „flüssig laufenden Übergang“

Rathauschef Neumann versprach den Sachsenriedern und Schwabsoiern „einen flüssig laufenden Übergang“ für den Wechsel im Bürgermeisteramt und im Gemeinderat. Auch eine Bürgerversammlung will der Rathauschef in seiner Amtszeit noch abhalten. 2019 wird es zwar nichts mehr, dafür aber im Frühjahr, versicherte Neumann, der davor noch zwei wichtige Dinge zu erledigen habe, erklärte er.

Die Aufstellung der Sachsenrieder Liste für den Gemeinderat gestaltete sich zunächst mühsam. Rudi Kögel, der sich nach langer Zugehörigkeit ebenfalls aus dem Gemeinde verabschiedet, musste zusammen mit Rathauschef Neumann die Versammlung lange bitten. Letztlich fanden sich dann aber doch beachtliche zwölf Kandidaten und ein Ersatzkandidat, die die Belange ihres Ortsteils im Rathaus in Schwabsoien vertreten möchten.

Christian Wohlfahrt führt die Liste an

Angeführt wird die Liste von Christian Wohlfahrt, der dem Gemeinderat schon seit 2014 angehört. „Es war immer sehr interessant und nie eine Last“, versicherte er den künftigen neuen Kollegen am Ratstisch. Aus beruflichen Gründen wird sich dagegen die bis dato einzige Frau aus dem Gremium verabschieden. Michaela Wegele geht es ähnlich wie dem Bürgermeister, ihre Arbeit wird in Zukunft mehr, statt weniger. Wieder zur Verfügung steht dafür der Kreisrat und Bauernobmann Wolfgang Scholz. Den 53-Jährigen wählte die Versammlung auf Listenrang fünf.

Die Liste:
1. Christian Wohlfahrt, 2. Christian Stögbauer, 3. Michael Kögel, 4. Thomas Koch, 5. Wolfgang Scholz, 6. Andreas Kirchmayr, 7. Franz Horner, 8. Caroline Neumeier, 9. Brigitte Weiher, 10. Alexander Weiher, 11. Maximilian Stögbauer, 12. Otto Eisenlauer.
Ersatzkandidat: Thomas Wohlfahrt

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