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Gleich geht‘s los: An der Esse in der Großhammerschmiede von Peter Götz demonstrierte Schmied Stefan Miller sein Können dem Publikum.

Vielfältiges Programm

Mühlentag in Schwabsoien: Lebendiger Geschichtsunterricht

Mühlen mahlten seit dem Mittelalter nicht nur Korn, sie wälzten, schliffen, sägten, stampften und fachten Schmelzöfen an, betrieben Pumpen und unterschiedliche Maschinen. Beim 26. Deutschen Mühlentag konnten sich die Besucher in Schwabsoien davon überzeugen, wie die Dorfbewohner damals an ihren Arbeitsplätzen schuften mussten.

Schwabsoien – „Für Schwabsoien ist der Mühlentag Werbung und Präsentation sowie für die Besucher ein anschaulicher Geschichtsunterricht“, sagt Bürgermeister Siegfried Neumann. Eine jährliche Veranstaltung, in die das ganze Dorf mit seinen gut 1300 Einwohnern eingebunden ist. „Das“, sagt Neumann, „ist der Beweis einer lebendigen Dorfgemeinschaft.“

Neun Stationen warteten auf die Besucher entlang der 2,5 Kilometer langen Wanderung durch das Mühlendorf. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Schönach, die mit ihrem Wasser sämtliche Mühlen angetrieben hat. Neun Führer waren es diesmal, die mit ihren Gruppen von Mühle zu Mühle marschiert sind. Einer davon war Georg Zwick, dem es ganz einfach Spaß macht, den Leuten so ganz nebenbei auch noch etwas aus seiner Kindheit zu erzählen. Etwa von Fahrten mit der Badewanne auf der Schönach oder wie er früher Staudämme gebaut habe. „Ich bin immer wieder beeindruckt davon, mit welcher Begeisterung die Besucher das Dorf mit seinen historischen Einrichtungen erleben“, sagte Zwick.

60 historische Kutschen auf drei Etagen gab es im Kutschenmuseum von Johnny Hartmann zu bewundern.

Noch vier Großhammerschmieden existieren in Schwabsoien. Die Hammerschmiede Möhrle, früher beim „Lazar“, die Weißhammerschmiede, auch Waffenschmiede genannt, die Hammerschmiede „Beim Schmiedfranzer“ und die Hammerschmiede „Beim Schmiedjörgler“. Die Führer vermittelten anschaulich Geschichte und Funktion sämtlicher Anlagen, die ehemals das Dorf wirtschaftlich und strukturell geprägt hatten.

Die weiteren Sehenswürdigkeiten am Mühlentag waren das Wasserkraftwerk von Wolfgang Köhler, Triebwerk, Deichelbohrer, Fegsandhügel, das Pumpenhaus und die Schönach-Quelle. Zum umfangreichen Programm gehörte zudem das Museum von Johnny Hartmann mit 60 historischen Kutschen auf drei Etagen sowie Kirchenführungen in der St. Stephanskirche, bei denen Ulrike Knappich mit kurzen Orgelstücken für die musikalische Umrahmung sorgte.

Viel Spaß hatten die Bulldogfreunde mit ihren historischen Gefährten.

Ebenso gehörte die Präsentation historischer Bulldogs und die einer Dreschmaschine dazu, die 1952 ganze 1687 Mark gekostet hatte. Der Förderverein von Kindergarten und Schule organisierte ein üppiges Programm mit Spiel und Spaß für Groß und Klein, Anke Firlefanz sorgte bei den kleinen Besuchern für Glitzer Tattoos. Etliche Künstler präsentierten ihre Produkte. Für das leibliche Wohl war den ganzen Tag über bestens gesorgt.

Alfons Wagner aus Unterdießen, einer der rund 3000 Besucher, war hellauf begeistert von der Mühlengeschichte. Ludwig Filser aus Altenstadt meinte: „Ein Erlebnis für die ganz Familie“.

VON WALTER KINDLMANN

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