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Schwerstarbeit: Georg Mayr demonstrierte beim Mühlentag in Schwabsoien den Besuchern das Deichelbohren.
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Mühlenbauer Paul Hermann (l.) in Aktion in der Großhammerschmiede von Peter Götz (r.)
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Oldtimer-Bulldogs gab es obendrein zu bewundern. Insgesamt waren es 48 an der Zahl.

Gelebte Geschichte in Schwabsoien 

Mühlentag schweißt das Dorf zusammen

Mühlen mahlten seit dem Mittelalter nicht nur Korn, sie hämmerten, stampften, schnitten, wälzten, schliffen, sägten, fachten Schmelzöfen an, betrieben Pumpen und unterschiedliche Maschinen. Beim 25. Deutschen Mühlentag konnten sich die Besucher in Schwabsoien davon überzeugen, wie die Dorfbewohner damals an ihren Arbeitsplätzen schuften mussten.

Schwabsoien „Ein Tag, bei dem das ganze Dorf mit zieht“, freute sich Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann. Für den Ort mit seinen gut 1300 Einwohnern sei der Mühlentag Werbung und Präsentation und für die Besucher Geschichtsunterricht. Die Organisation ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden. Und dennoch: „Dieser Tag ist der Beweis lebendiger Dorfgemeinschaft“, betont Neumann. Sieben Stationen waren es auf der 2,5 Kilometer langen Wanderung durch das Mühlendorf. Wie immer stand die Schönach im Mittelpunkt, die sämtliche Mühlen antreibt. Acht Führer zeigten den Gruppen die Mühlen. „Es ist immer wieder beeindruckend, mit welcher Begeisterung die Besucher das Dorf mit seinen historischen Einrichtungen erleben“, freute sich auch der zweite Bürgermeister Manfred Schmid.

Mühlenbauer Paul Hermann (l.) in Aktion in der Großhammerschmiede von Peter Götz (r.)

Eine Großhammerschmiede existiert immer noch. Es ist die von Peter Götz. Die Hammerschmiede Möhre, früher beim „Lazar“ genannt. Das Hammer- und das Schleifwerk sind an diesem Tag abwechselnd in Betrieb. Gestern waren erstmals zwei Essen im Einsatz. Peter Götz ist immer wieder von dem Interesse an der historischen Technik angetan. Die Kombination von Mühle und Hammerschmiede in einem Dorf sei deutschlandweit einmalig. Die Führer, teils selbst die Besitzer, vermittelten anschaulich Geschichte und Funktion der Anlagen, die früher das Dorf wirtschaftlich und strukturell prägten. Weitere Sehenswürdigkeiten waren der Feg-Sandhügel, das Pumpenhaus bei der ehemaligen Weißhammerschmiede und das Triebwerk zur Stromerzeugung. Auf reges Interesse stießen auch Schönach-Quelle, Deichelbohrer (Georg Mayr), der Kohlenmeiler und der Herford-Motor in der Pröbstl Mühle, den Thomas Pröbstl erklärte.

Mit eingebunden in den Tag war das Treffen der Freunde historischer Bulldogs. 48 waren es, durchwegs gepflegte Veteranen. Einen Schanzlin-Bulldog aus dem Jahr 1974 mit 22 PS, der ehemals in den badischen Weinbergen eingesetzt war, zeigte Schwabbrucks ehemaliger Bürgermeister Erwin Sporrer. Die Funktion einer historischen Dreschmaschine demonstrierten Robert Düringer und Anton Schwarzwalder. Zum umfangreichen Programm gehörten zudem Kunsthandwerker, ein Spieleparcour, den die Buben und Mädchen vom Kindergarten- Förderverein aufgebaut hatten, Führungen durch die Pfarrkirche St. Stephan und ein Orgelkonzert. Johann Hartmann, Chef des Museums mit insgesamt 60 Kutschen, zeigte gestern erstmals die Kutschen „Schlesische Barmherzigkeit“ und die „Schweizer Klappbreak“. Mit der Postkutsche (Pferdebus) konnten die Besucher auf Dorfrundfahrt gehen. Für das leibliche Wohl war den ganzen Tag über bestens gesorgt.

Walter Kindlmann

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