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Am Handy kann die virtuelle Schatzsuche, genannt Geocaching, absolviert werden.

Nach Einbruch in Schwabsoien

Verdächtigt wegen virtueller Schatzsuche

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Schwabsoien - Der Einbruch in Schwabsoien vom Dienstag, bei dem die im Haus überraschten Täter trotz Verfolgung flüchten konnten, hat hohe Wellen geschlagen – auch bei einem 34-jährigen aus Friesland. Der Soldat geriet wegen einer modernen Schatzsuche ins Visier der Ermittler.

Es waren dramatische Sekunden am Dienstagmittag. Ein 56-Jähriger ertappte in seinem Haus in Schwabsoien zwei Einbrecher auf frischer Tat, doch trotz Verfolgung konnten beide entkommen – ein Fluchtfahrzeug hatte das Verbrecher-Duo aufgegabelt. Unter anderem die Nachbarin des Opfers hatte aber erkannt, dass das Nummernschild des Autos – vermutlich ein dunkler Audi – mit FR (Freiburg) begann. Weil einige Tage zuvor schon einer anderen Nachbarin ein Mann aufgefallen war, der sich merkwürdig verhalten hatte, weil er mit seinem silbernen Opel langsam durch den Ort fuhr und viel fotografiert hat, merkte sie sich dessen Nummernschild, das FRI (Landkreis Friesland) lautete.

Damit kommt Andre L. ins Spiel. Er ist der Mann, dem das FRI-Auto gehört. Der Berufssoldat ist Lufttransportoffizier aus Friesland und absolviert derzeit einen fünfwöchigen Lehrgang an der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt – und ist begeisternder Geocacher, der modernen Schatzsuche per Handy und GPS-Ortung. Da nutzte er natürlich die für ihn neue Umgebung, um auch im Schongauer Land auf virtuelle Schnitzeljagd zu gehen. „In Schwabsoien gibt es gleich mehrere gute Plätze“, sagt der 34-Jährige. Am Sonntag, 20. November, war er dort, am darauffolgenden Sonntag an einer anderen Stelle in Schwabsoien – da wurde er von der Nachbarin des Einbruchsopfers beobachtet.

Andre L. kann verstehen, dass ein fremder Geocacher wie er manchmal komisch angeschaut wird. „Ich mache Fotos, gehe herum, schaue durch die Gegend und fahre auch mit dem Auto langsam, weil ich mich hier nicht auskenne“, sagt der 34-Jährige.

Alarmiert war er erst am Mittwoch, als ihn seine Frau aus der friesischen Heimat anrief: Sie wollte gerade mit dem acht Monate alten Baby und dem Hund Gassi gehen, als plötzlich die Polizei vor der Tür stand. Andre L. ist sofort zur Schongauer Polizei, um das Missverständnis aufzuklären, und konnte, weil beim Geocaching alles dokumentiert wird, genau belegen, wann er wie lange und wo unterwegs war. Zur Tatzeit selbst hatte er Dienst, als ein stichfestes Alibi. „Das war alles nachvollziehbar“, sagt Schongaus Vize-Polizeichef Manfred Maier. „Die beiden Autos, deren Kennzeichen mit FR anfangen, war einfach Zufall.“

Damit wäre der Fall für Andre L. ausgestanden gewesen – wenn nicht in der Berichterstattung auch das Kennzeichen genannt worden wäre. „Ich war am Donnerstagabend beim Aldi, als mich eine andere Kundin ansprach, ob ich wisse, dass ich von der Polizei gesucht werde“, sagt der 34-Jährige kopfschüttelnd. Deshalb schaute er sofort in der SN-Redaktion vorbei, um auch dort das Missverständnis aufzuklären. Zum Glück nahm er’s mit Humor. Die Polizei verfolgt unterdessen die wahren Täter – die auf einer Schatzsuche der anderen Art unterwegs waren. Schließlich haben sie vor ihrer Flucht in dem Schwabsoier Haus 1500 Euro erbeutet.

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