Für die Sommerfreuden müssen die Poolbesitzer in Schwabsoien und Sachsenried ab sofort selbst sorgen. Die Hydranten sind tabu. SymbolFoto: Nestor Bachmanndpa
+
Für die Sommerfreuden müssen die Poolbesitzer in Schwabsoien und Sachsenried ab sofort selbst sorgen. Die Hydranten sind tabu. (Symbolfoto)

Lebhafte Diskussion in Schwabsoien

Feuerwehr befüllte private Pools mit Wasser aus Hydranten: Gemeinderat reagiert - Bürger empört

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
    schließen

Den Feuerwehren in der Gemeinde Schwabsoien ist es ab sofort untersagt, private Pools mit Wasser aus den örtlichen Hydranten zu befüllen. Das entschied der Gemeinderat nach lebhafter Diskussion. Ein Bürger verließ am Ende empört den Saal.

Schwabsoien – Auch wenn das Wetter derzeit noch ganz von selbst für Abkühlung sorgt, dürfte in der Gemeinde Schwabsoien schon der eine oder andere Poolbesitzer in den Startlöchern stehen, um das Wasser einzulassen. Auf die Hilfe der Feuerwehr muss er dabei allerdings ab sofort verzichten.

Schwabsoien: Pool-Befüllung mit Wasser aus Hydranten offenbar üblich - Feuerwehr half mit ihrem Gerät

Wie in der Gemeinderatssitzung am Montag zu erfahren war, war es in den vergangenen Jahren üblich, in Schwabsoien und Sachsenried, das Wasser für die Pools aus dem nächstgelegenen Hydranten zu entnehmen. In den meisten Fällen war dabei die Feuerwehr mit ihrem Gerät behilflich, vereinzelt soll es aber auch vorgekommen sein, dass sich Bürger selbst bedienten. Den Schlüssel für den Hydranten könne man bei „eBay“ kaufen, wusste Bürgermeister Manfred Schmid in der Sitzung zu berichten.

Pool-Befüllung aus Hydranten: Gemeinderat will wissen, ob Feuerwehr „nichts anderes zum Üben“ habe

Als die Informationen bei den Gemeinderäten angekommen waren, nahm die Diskussion ihren Lauf. Ihm stinke es, dass Wasser von Hydranten entnommen werde und man es erst „irgendwann“ erfahre gab der Bürgermeister zu. Bernhard Starker stellte die Wasser-Entnahme aus Hydranten zum Zweck der Poolbefüllung generell infrage. Ob die Feuerwehr „nichts anderes zum Üben“ habe, fragte der Gemeinderat. „Macht das Sinn?“ Und: „Wo ist die Hürde, dass der Gartenschlauch zehn Stunden läuft?“, wollte Starker wissen. Bekanntlich geht es mit dem Hydranten deutlich schneller.

Rathauschef Schmid suchte nach einem Kompromiss und machte einen Vorschlag zur Güte: Die Feuerwehr muss das Okay von der Gemeinde bekommen, bevor sie einen Pool befüllt. Und natürlich müssen Wasser und Abwasser abgerechnet werden.

Pool mit Wasser aus öffentlichen Hydranten gefüllt: Lager blieben gespalten

Die Lager blieben gespalten. Einige Gemeinderäte ließen durchblicken, dass die 16 Pools in der Gemeinde beim Wasserverbrauch kaum ins Gewicht fallen. Dabei richteten sie ihren Blick vor allem auf die Tatsache, dass der Gemeinde auf einem anderem Weg sehr viel mehr kühles Nass verloren geht.

Wie berichtet, kommen der Gemeinde Schwabsoien seit Jahren 24 bis 32 Prozent des Trinkwassers abhanden, das irgendwo verschwindet. „Wir tappen völlig im Dunkeln“, hatte der Bürgermeister im September vergangenen Jahres eingeräumt und angekündigt, die Lecksuche zu forcieren.

Mehrheit entscheidet: Pool-Befüllung nur über private Hausanschlüsse erlaubt - Bürger verlässt wütend den Saal

Am Abstimmungsverhalten zur Pool-Frage änderte der Vergleich letztlich nichts. Mit 7:4 Stimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus, dass „eine Poolbefüllung nur über die privaten Hauswasseranschlüsse erfolgen darf“. Die Feuerwehr ist damit außen vor.

Ein Nachspiel hatte der Beschluss am Ende der öffentlichen Sitzung. Der einzige Zuhörer an diesem Abend im Rathaussaal zeigte sich bei den Bürgerfragen mächtig empört. „Das war keine Lösung, ich bin maßlos enttäuscht“, ließ er den Gemeinderat wissen, bevor er wutschnaubend den Saal verließ.

Auch interessant:

Nach anfänglichem Krach sieht es nun doch nach einem eher lautlosen Bauleitverfahren in Schwabsoien aus. Ein Grundstückseigentümer im Neubaugebiet „Kirschbichel“ sperrt sich nicht mehr kategorisch gegen eine Überplanung.

Mehr Aktuelles aus der Region lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Schongau-Newsletter. Und in unserem Weilheim-Penzberg-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare