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Sieht aus wie ein Provisorium , hält aber. Die Keile zwischen Stamm und Halterung verhindern, dass der Schwabsoier Maibaum ins Schwingen gerät. Zuletzt hatten sich die Hölzer allerdings gelöst.

Angst vor dem Maibaum

„Menschenleben sind in Gefahr“

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Schwabsoiens dritter Bürgermeister lebt in ständiger Angst vor dem örtlichen Maibaum. Er fürchtet, dass bei starkem Wind die Spitze abbricht, wenn der Stamm in Schwingung gerät. Das Rathaus reagiert.

Schwabsoien – Schwabsoiens dritter Bürgermeister Herbert Wohlhaupter lebt in ständiger Angst vor dem örtlichen Maibaum. Sein Sohn wohnt mit der Familie in unmittelbarer Nähe des Zunftstangerls, das Wohlhaupter als alles andere als sicher empfindet.

Der Grund liegt seinen Angaben nach darin, dass der Baum in der Fassung fünf Zentimeter Spiel hat. Zwar wird das mit Keilen ausgeglichen. Die Hölzer lockern sich aber immer wieder und lagen bereits ein ums andere Mal am Boden. Bläst dann der Wind, beginnt der 35 Meter hohe Riese zu schwingen. Und Wohlhaupter fürchtet, dass im oberen Teil ein großes Stück abbrechen und schweren Schaden anrichten könnte.

Wie schlimm so etwas ausgehen kann, mussten bekanntlich im Frühjahr 2018 die Besucher einer Maibaumfeier im mittelfränkischen Treuchtlingen erleben, als eine 29-jährige Frau von der Maibaumspitze erschlagen wurde.

„Menschenleben sind in Gefahr“, warnte nun auch der 3. Bürgermeister in der Schwabsoier Gemeinderatssitzung seine Kollegen am Ratstisch. Der Baum bedrohe nicht nur seine Familie, sondern auch das Zollhaus. Fußgänger und Autos könnten ebenfalls zu Schaden kommen. Den Schwabsoier stört vor allem, dass die Keile zuletzt nicht sofort wieder hineingeschlagen wurden, nachdem sie herausgefallen waren.

Das liege wohl daran, dass der Vorsitzende der Landjugend nicht mehr im Ort wohne. „Aber es muss sich drum gekümmert werden“, macht Wohlhaupter klar. Er würde auch gerne wissen, wer im Ernstfall für Schäden aufkommt, die von dem Maibaum ausgehen.

Der Maibaum sei eine gemeindliche Angelegenheit, die der Landjugend übertragen wurde, also zahle im Schadensfall die Gemeinde, erläutert Bürgermeister Siegfried Neumann auf Anfrage der SN. Der Rathauschef ist sich bewusst, dass die Lösung mit den Keilen „nicht die beste“ sei. Beim nächsten Baum soll deshalb auch eine neue Lösung her: Andruckplatten samt Schrauben, die den Baum fixieren. „Ähnlich wie bei einen Christbaumständer“, erklärt der Bürgermeister, der Werkzeugmacher gelernt hat.

Bis auf Weiteres müssen die Schwabsoier aber weiter mit den Keilen leben. Eine nachträgliche Umrüstung sei nicht möglich, „dazu muss der Baum raus“, weiß Neumann. Die Keile wird seinen Angaben nach nun ein Gemeindearbeiter regelmäßig überprüfen „und gegebenenfalls nachkeilen“. Im kommenden oder darauffolgenden Jahr bekommt Schwabsoien dann einen neuen Baum samt Halterung.

Lesen Sie auch: Fußgängerübergang am Münztor - Das ist lebensgefährlich

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