Siegfried Neumann steht in der Kritik.

Kritik an Vergabepraxis

Schwabsoiens Bürgermeister unter Beschuss

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Der Schwabsoier Bürgermeister Siegfried Neumann steht im Kreuzfeuer seines Gemeinderats. Grund ist die Vergaben von Arbeiten an eine Firma, die an der vorherigen Ausschreibung gar nicht teilgenommen hatte.

Schwabsoien – Der Schwabsoier Bürgermeister Siegfried Neumann steht im Kreuzfeuer seines Gemeinderats. Bernhard Starker (Dorfgemeinschaft) war in der jüngsten Sitzung der Kragen geplatzt. Er bemängelte, dass bei der Vergabe von Arbeiten in der Grundschule „einiges schiefgelaufen“ sei und forderte zum wiederholten Mal eine Erklärung des Rathauschefs. Der hüllte sich bislang mehr oder weniger in Schweigen, will aber demnächst für Aufklärung sorgen.

Starker ergriff am vergangenen Montag am Ende der Sitzung das Wort und wirkte dabei mächtig angefressen. Bereits in der vorangegangenen Sitzung hatte er eine Erklärung von Neumann gefordert, die nicht kam. Das machte ihn wütend.

Es geht um rund 24.000 Euro

Dem Vernehmen nach geht es bei dem Vorgang um neun Türen in der Grundschule, die in den Sommerferien eingebaut wurden. Rund 24 000 Euro netto waren bei der Ausschreibung herausgekommen, drei Firmen gaben ein Angebot ab. Das Problem: Ausgeführt wurden die Arbeiten letztlich nicht von der Firma, die die Ausschreibung gewonnen hatte, sondern von einer anderen, die daran gar nicht teilgenommen hatte.

Ausführungsdatum stand angeblich nicht im Ausschreibungstext

Aus der Diskussion im Gemeinderat am Montag war heraus zu hören, dass der zunächst beauftragten Firma offenbar nicht ganz klar war, dass die Arbeiten in den Sommerferien erfolgen müssen. Das stand wiederum aber auch nicht im Ausschreibungstext, bemängelte der dritte Bürgermeister Herbert Wohlhaupter.

Sein Fraktionskollege Bernhard Starker stellte die Frage, warum nicht die nächstgünstigste Firma der Ausschreibung zum Zug gekommen war. Er wollte wissen, wer die Vergabe so angeordnet hat „und aus welchem Grund?“, präzisierte er auf Anfrage. Und der Schwabsoier stellte die Gretchenfrage, warum überhaupt eine Firma zum Zug gekommen ist, „die an der Ausschreibung gar nicht teilgenommen hat?“

Gemeinderat will Vorgang von VOB-Stelle prüfen lassen

Die Fragen hat der Bürgermeister von Starker mittlerweile auch schriftlich zugestellt bekommen. In der Sitzung kündigte der Gemeinderat obendrein an, den Vorgang „von der VOB-Stelle prüfen zu lassen“. Die VOB-Stelle ist eine Abteilung der Regierung von Oberbayern, die unter anderem Nachprüfungen von Ausschreibungen und Vergaben vornimmt.

Rathauschef Neumann konnte in der Sitzung auf Anhieb nicht alle Fragen beantworten. Er betonte aber, dass alle Handwerker gewusst hätten, dass die Arbeiten in den Sommerferien auszuführen sind. Der anstehenden Überprüfung des Vorgangs bei der Regierung von Oberbayern sah er gelassen entgegen: „Gehen wir zur VOB-Stelle, die werden uns sagen, was Sache ist“, erklärte er dem Gemeinderat am Ende der öffentlichen Sitzung.

Bürgermeister will in nächster Sitzung für Klarheit sorgen

Auf Anfrage der Heimatzeitung sagte der Bürgermeister gestern, nicht auf „Anschuldigungen“ eingehen zu wollen, „bevor nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen“. Dafür will Neumann demnächst zusammen mit dem Planer sorgen. In der Novembersitzung des Gemeinderats sollen die Fakten auf den Tisch kommen.

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